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Kunsthistorisches Museum Wien

Dipingere la musica Musik in der Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts, 4. April bis 1. Juli 2001

Wien (ots)

Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums im Palais Harrach, I.
Stock, 1010 Wien, Freyung 3
Die visuelle Darstellung der Musik ist ein Thema, mit
dem sich Maler seit der Antike intensiv beschäftigt haben. Malerei
und Musik scheinen auf den ersten Blick eher Gegensätze zu sein - die
unmittelbare Vergänglichkeit des Gehörten in der Musik steht den
visuell festhaltbaren Sinneseindrücken in der Malerei gegenüber.
Dennoch sind beide Künste eng verbunden, wie die diesjährige
Sommerausstellung des Kunsthistorischen Museums im Palais Harrach
"Musik in der Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts" auf
eindrucksvolle Weise belegt.
Der Malerei gelingt es, durch die Darstellung von Musizierenden,
Instrumenten und Notenblättern der Musik als flüchtigem Erlebnis
visuelle Dauer zu verleihen. Im Gegenzug dazu nobilitierte der
Bildinhalt "Musik", die als eine der klassischen septem artes
liberales einen hohen sozialen Stellenwert hatte, die noch zu Beginn
der Renaissance als bloþes Handwerk geltende Malerei. Da einige Maler
selbst Musiker waren und andere mit Musikern in engster Be-ziehung
standen, floþ ihre konkrete Kenntnis um Musik und Musizieren in viele
Bilder ein.
Zu Beginn der Ausstellung erlebt der Besucher die unmittelbare
Auseinander-setzung des Malers mit der Musik vom praktischen Spiel
mit unterschiedlichen Instrumenten bis zur allegorischen Gestaltung
der Musik als intellektuelle oder göttlich inspirierte Kunst.
Besonders reizvoll ist die Gegenüberstellung von zeitgenössischen
Musikinstrumenten mit Gemälden, auf denen sie dargestellt werden. Als
Bildinhalte waren im 16. und 17. Jahrhundert Stoffe aus der Antike
oder der Heiligen Schrift besonders gefragt. Die zweite und dritte
Sektion der Ausstellung ist Gemälden aus diesem Themenbereich
gewidmet. Aus der Sagenwelt der Antike wurden Apollo, Marsyas und Pan
sowie Orpheus, der mit seinem Gesang selbst die Götter der Unterwelt
bezauberte, besonders häufig dargestellt. Die bedeutendste
musikalische und zugleich als Bildthema beliebteste Gestalt des Alten
Testaments ist König David.
In drei weiteren Sektionen werden die im 16. und 17. Jahrhundert
neu entwickelten profanen Themen der Darstellung von Musik in der
Malerei präsentiert. Zum einen wurde die Stimmungsmalerei beliebt, in
der das Thema der Liebe als treibende Kraft die Musik und die Poesie
im Bild vereint. Ein weiteres gefragtes Bildmotiv waren Darstellungen
von gemeinsamen oder gesellschaftlichen Musizieren, das bei allen
Gesellschaftsschichten gleichermaþen beliebt war. Den Abschluþ der
Ausstellung bildet das musikalische Stilleben mit seinen Vanitas- und
Vergänglichkeitsmotiven.
In knapp 100 Gemälden, gut 30 zeitgenössischen Musikinstrumenten
sowie zahlreichen Graphiken und Schriftwerken zeigt diese Ausstellung
die enge Verflechtung von Musik und Malerei. Die zeitliche Begrenzung
auf das 16. und 17. Jahrhundert ergibt sich aus der Tatsache, daþ
besonders in dieser Zeit die Musik als Bildgegenstand sehr beliebt
war. Zudem erfuhr die Musik einen tiefgreifenden Wandel, durch den
die Grundlagen für die klassische Musik des 19. Jahrhunderts gelegt
wurden. Im Laufe des 18. Jahrhunderts schlieþlich verlor die Musik
ihre Bedeutung als Thema künstlerischer Auseinandersetzung für den
Maler.

Kontakt:

Presseinformation Abt. f. Oeffentlichkeitsarbeit
Mag. Annita Mader
Kunsthistorisches Museum
A -1010 Wien, Burgring 5
Tel.: (+43 1) 525 24/403, /404, /407
Fax: (+43 1) 523 27 70
E-mail: info.pr@khm.at
Internet: www.khm.at