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Wiederaufbau nach dem Erdbeben in Haiti - Helvetas hilft vernachlässigten Regionen

Zürich (ots)

Am 12. Januar 2012 jährt sich zum zweiten Mal das Jahrhundertbeben in Haiti. Der ohnehin arme Karibikstaat wurde in seiner Entwicklung weit zurückgeworfen, grosse Teile der Infrastruktur zerstört. Helvetas engagiert sich beim Wiederaufbau der Wasser- und Sanitärversorgung. Und sie führt ihre langfristigen Landwirtschaftsprojekte fort, damit die Menschen unabhängig werden von der Lebensmittelhilfe. Dabei konzentriert sich die Schweizer Entwicklungsorganisation auf ländliche Regionen ausserhalb der Hauptstadt, die wenig internationale Hilfe bekommen.

300'000 Tote und ebenso viele Verletzte, zwei Millionen Obdachlose, fast 300'000 zerstörte Wohnungen und Geschäfte. Das Beben vom 12. Januar 2010 betraf etwa ein Drittel aller Einwohner Haitis. Trinkwasser- und Abwassersysteme wurden zerstört. Nach wie vor bedrohen Cholera und andere Infektionskrankheiten die Gesundheit der Menschen.

Erste Schweizer Organisation, die Nothilfe leistete

Die Naturkatastrophe erforderte rasches Handeln. Helvetas war schon vor dem Unglück in Haiti aktiv und konnte als eine der ersten Schweizer Organisationen Nothilfe leisten. Sie hat Blachen, Nahrungsmittelpakete und Wasser verteilt und die lokalen Behörden bei der Organisation von Sofortmassnahmen unterstützt. Beim Wiederaufbau konzentriert sich Helvetas auf ländliche Regionen, zumal sich die internationale Hilfe auf die Hauptstadt Port-au-Prince konzentriert.

Wiederaufbau - Einkommen für Haitianer schaffen

Nach dem Beben sind Zehntausende Flüchtlinge aus der zerstörten Hauptstadt aufs Land geströmt und bei Verwandten untergekommen. So auch in die Provinz Artibonite, wo Helvetas seit vielen Jahren bereits Landwirtschafts- und Wasserprojekte betreibt. In den ersten Monaten nach dem Beben hat sie Flüchtlinge gegen Entlöhnung engagiert, um beschädigte Strassen und Marktplätze sowie landwirtschaftliche Infrastruktur wie Wasserkanäle und Terrassierungen zu reparieren oder zu verbessern. Von diesem "Cash for Work"-Projekt haben über 4000 Familien (Flüchtlinge und Gastgeber) profitiert. Im Verlauf von 2010 hat Helvetas ferner in der Region Forêt des Pins, im Südosten des Landes, für 600 Familien Wassertanks installiert, die das Regenwasser auffangen. Damit haben die Menschen dauerhaft sauberes Trinkwasser zur Verfügung.

Wasserversorgung und Choleraprävention

Im Herbst 2010 hat Helvetas ihre noch andauernde Arbeit in und um die Stadt Petit-Goâve (südwestlich der Hauptstadt) aufgenommen, das vom Beben besonders stark getroffen wurde. Bis heute wurden zwölf Wasserversorgungen fertig installiert, wovon 9'000 Menschen profitieren. Dazu gehört der Bau oder die Sanierung von Quellfassungen und Leitungen sowie die Schulung von lokalen Wasserkomitees, die für die Wartung und Verteilung des Wassers verantwortlich sind. Daneben wurden Dutzende von Latrinen gebaut und 12'000 Menschen in der Choleraprävention geschult. Ferner werden in der Region Erosionsschutzmauern, Terrassierungen und Flusshang-Schutzverbauungen errichtet, um drohenden Erosion und Verwüstungen durch starke Regenfälle vorzubeugen. Weil Haiti regelmässig von Naturkatastrophen heimgesucht wird, ist die Katastrophenvorsorge eminent wichtig. Auch in Petit-Goâve wird mit dem "Cash for Work"-Ansatz gearbeitet. Rund 1000 Personen haben Arbeit und Einkommen erhalten und einige davon konnten dabei als Maurer oder Techniker ausgebildet werden.

Für den Wiederaufbau, der im Verlauf von 2012 abgeschlossen wird, setzt Helvetas total (inklusive Beiträge der Glückskette und des Bundes) fast vier Millionen Franken ein. Ziel ist es, dieses Engagement in langfristig orientierte, neue Entwicklungsprojekte zu überführen. Daneben führt sie ihre bestehenden Landwirtschafts- und Wasserprojekte im Land fort. Helvetas ist seit rund 30 Jahren in Haiti aktiv und will auch weiterhin zu seiner Entwicklung beitragen.

Videos zum Wiederaufbau der Wasserversorgung in Petit-Goâve:

www.youtube.com/helvetasswitzerland

- Wiederaufbau Petit-Goâve

- Wasserkiosk für Verrettes

Kontakt:

Martin Epp, Programmdirektor Helvetas in Haiti
erreichbar ab 9. Januar 2012 in Haiti unter:
Tel.: +509/370-193-18
E-Mail: martin.epp@helvetas.org

Nicolas Morand, Projektleiter Wiederaufbau Petit-Goâve
durchgehend erreichbar in Haiti unter:
Tel.: +509/370-284-29
E-Mail: nicolas.morand@helvetas.org (Französisch oder Englisch)

Matthias Herfeldt, Mediensprecher Helvetas
Mobile: +41/76/338'59'38

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