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Tiefbahnhof Luzern: Machbar und dringlich

Luzern (ots)

Der Tiefbahnhof Luzern mit unterirdischer Zufahrt ab Ebikon ist technisch machbar und kann auch zum Durchgangsbahnhof ausgebaut werden. Dies geht aus den erarbeiteten Grundlagen für ein Vorprojekt Tiefbahnhof Luzern hervor, die auch die Zweckmässigkeit und die Wirtschaftlichkeit des Projekts bestätigen. Behördenvertreter der Kantone Luzern, Obwalden und Nidwalden sowie der Stadt Luzern unterstrichen bei der Präsentation der Ergebnisse erneut die Dringlichkeit dieses Bahnprojekts.

Im September 2009 hatten die Luzerner Stimmberechtigten an der Urne einen 20-Millionen-Kredit für die Vorprojektierung des Tiefbahnhofs Luzern gutgeheissen. Mit den nun vorliegenden Grundlagen für ein Vorprojekt liegen substanzielle Ergebnisse zur künftigen Gestaltung des Bahnhofes mit seiner unterirdischen Zufahrt und zur Linienführung vor. Aufgezeigt sind eine betrieblich funktionierende Lösung sowie deren technische Machbarkeit.

3.5 Kilometer langer Tunnel

Die neue Strecke zweigt kurz nach dem Bahnhof Ebikon vom bestehenden Trassee ab und taucht beim Ausfluss des Rotsees in einen 3.5 Kilometer langen doppelspurigen Tunnel. Dieser unterquert in gerader Linie das Gebiet Schachen in Ebikon und das städtische Wesemlinquartier. Stadteinwärts führt er an der Hofkirche vorbei und schwenkt knapp unter dem Seegrund über einen leichten Bogen in das bestehende Bahnhofsareal ein. Parallel zur doppelspurigen Tunnelröhre wird vom Rotsee bis vor das Luzerner Seebecken ein Sicherheitsstollen mit je einem Zugang von Ebikon und Luzern sowie einer Anzahl Querverbindungen zum Haupttunnel gebaut.

Neues Perrongeschoss mit vier Gleisen

Im Bereich des Seebeckens wird das Bahntrassee auf vier Gleise aufgeweitet und zirka 14 Meter unter den heutigen Gleisen 8 bis 14 in den Bahnhof eingeführt. Im neuen untersten Perrongeschoss sind zwei zwölf Meter breite Mittelperrons und vier Haltekanten von 420 Metern Länge sowie sechs Aufgangsgruppen mit Rolltreppen und Treppen vorgesehen. Darüber - ungefähr auf dem Niveau des heutigen Untergeschosses - entsteht ein neues Ladengeschoss mit direkter, offener Verbindung zu Rail City im Bereich der heutigen Gepäckausgabe.

Ausbau zum Durchgangsbahnhof möglich

Der Tiefbahnhof soll zunächst wie der bestehende Bahnhof als Kopfbahnhof betrieben werden und zusätzliche rund 220 Züge pro Tag abfertigen können. Er lässt sich in einer späteren Phase vom Kopfbahnhof zu einem Durchgangsbahnhof mit Anschlusstunnel Richtung Olten-Basel/Bern mit vielfältigen verkehrlichen und städtebaulichen Vorteilen ausbauen.

Konventioneller Tunnelbau und Deckelbauweise

Der Grossteil der unterirdischen Zufahrt - von Ebikon bis zum Schweizerhofquai in Luzern - wird in konventioneller Tunnelbauweise erstellt, bei der eine Tunnelbohrmaschine zunächst den Ausbruch übernimmt. Für die Unterquerung des Seebeckens kommt die so genannte Deckelbauweise zum Einsatz, bei der vor dem Tunnelaushub Dichtsohle, Seitenwände und Tunneldecke errichtet werden. Dadurch bleibt der oberflächige Eingriff auf das Minimum beschränkt, ein konstant genügender Wasserabfluss und der Schiffsverkehr sind gewährleistet. Aufgrund der Grundwasserverhältnisse wird im Bahnhofbereich ebenfalls die Deckelbauweise angewendet. Raum für den Zugang von oben wird geschaffen, indem die Zentralbahn vorübergehend hinter das Parkhaus Frohburg verlagert wird.

Rahmenplan Luzern unterstreicht Dringlichkeit des Kapazitätsausbaus

Unterstrichen wird die Zweckmässigkeit und Dringlichkeit des Tiefbahnhofs durch den Rahmenplan Luzern der SBB. Der Rahmenplan untersucht die langfristige Entwicklung des Schienennetzes im Raum Luzern und soll gewährleisten, dass zu jedem Zeitpunkt der Nachfrage entsprechende Kapazitäten zur Verfügung stehen. Weiter soll sichergestellt werden, dass die einzelnen Ausbauschritte aufwärtskompatibel sind, das heisst, dass keine Investitionen getätigt werden, welche in einem späteren Ausbauschritt keine Verwendung mehr finden. Die Untersuchung kommt klar zum Schluss, dass eine Kapazitätssteigerung des bestehenden Schienennetzes mit kleineren, rasch umsetzbaren Massnahmen komplex und kostspielig wäre und keine Weiterentwicklung des Bahnhofs Luzern zuliesse. Der Tiefbahnhof Luzern samt neuer Zufahrt wird dagegen im Rahmenplan als zukunftsweisende Investition bezeichnet, die während 20 und mehr Jahren den Anforderungen einer wachsenden Nachfrage genügt und den Weg für einen späteren A usbau zum Durchgangsbahnhof ebnet. Da gemäss den Untersuchungen der SBB massive Überlastungen des Schienennetzes im Raum Luzern bereits in den nächsten Jahren auftreten, sind die Kapazitätsausbauten in sachlicher und zeitlicher Hinsicht dringlich.

Appel an die eidgenössischen Instanzen

Die Behördenvertreter der Kantone Luzern, Obwalden und Nidwalden sowie der Stadt Luzern appellierten bei der Präsentation der Grundlagen für ein Vorprojekt Tiefbahnhof Luzern und dem Rahmenplan Luzern an die eidgenössischen Instanzen die Weichen richtig zu stellen und den Tiefbahnhof Luzern im Bahninfrastrukturfonds des Bundes richtig zu positionieren. Gleichzeitig bekräftigten sie die Bereitschaft, sich essentiell an den Baukosten beteiligen zu wollen.

- Regierungsrat Max Pfister, Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartementes des Kantons Luzern: "Der Tiefbahnhof Luzern profiliert sich: Er erhält Konturen, seine Zweckmässigkeit zur Lösung der Kapazitätsprobleme auf dem Schienennetz im Raum Luzern ist erhärtet und das Projekt ist technisch machbar."

- Regierungsrat Niklaus Bleiker, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Obwalden: "Die Vernetzung des Kantons Obwalden mit Luzern, Zug und Zürich kann mittel- und langfristig nur mit dem Projekt Tiefbahnhof Luzern sichergestellt werden. Der Regierungsrat des Kantons Obwalden unterstützt das Projekt nicht nur verbal, sondern ist auch gewillt, sich an den Kosten des Projekts zu beteiligen ? vor allem deshalb, um zu zeigen, dass der Tiefbahnhof Luzern für den Kanton Obwalden äusserst wichtig ist."

- Regierungsrat Hans Wicki, Baudirektor des Kantons Nidwalden: "Der Kanton Nidwalden ist der Ansicht, dass die Bahninfrastruktur mit der Nachfrageentwicklung Schritt halten muss und die dringend erforderlichen Ausbauten jetzt getätigt werden sollen. Der Tiefbahnhof Luzern bildet dabei die Voraussetzung für eine weiterhin positive Entwicklung der Region - im Interesse Nidwaldens, der Zentralschweiz und des ganzen Landes."

- Stadträtin Ursula Stämmer-Horst, Direktorin Umwelt, Verkehr und Sicherheit der Stadt Luzern: "Mit dem Tiefbahnhof haben wir ein machbares, nachhaltiges Generationenprojekt. Es unterstützt und fördert den wirtschaftlichen Erfolg des Zentrums des Kantons Luzern. Wir streben dieses starke Zentrum an, zugunsten eines starken Kantons, zugunsten der Zentralschweiz."

- Kantonsrat Pius Zängerle, Präsident LuzernPlus: "Wir wollen die breite Unterstützung nutzen, die dieses Projekt hat, um in Bern weiterhin und unvermindert Druck zu machen. Druck dahingehend, dass dieses Projekt in der Planung und dann in der Realisierung unterstützt wird. Wir verlangen, dass der Bund anerkennt, dass unsere Region im Bahnausbau in den letzten 30 Jahren vernachlässigt wurde und nun Nachholbedarf besteht."

- Ernst Eugster, SBB/Leiter Netzentwicklung Region Mitte: "Der Bahnhof Luzern stösst zu den Hauptverkehrszeiten heute schon an seine Kapazitätsgrenzen. Mit der bestehenden Infrastruktur kann die SBB das Fahrplanangebot praktisch nicht mehr ausbauen. Die SBB hat vier Varianten untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass die Variante Tiefbahnhof Luzern die beste Lösung für die zukünftige Entwicklung des Bahnhofs Luzern ist. Die Knacknuss bleibt jedoch die Finanzierung des Projektes. Da der Tiefbahnhof deutlich über eine Milliarde Franken kosten dürfte, steht er, was das Kosten-Nutzenverhältnis betrifft, in harter Konkurrenz zu anderen dringend nötigen Projekten ? gerade auch angesichts der angespannten Finanzlage des Bundes. Der Kanton Luzern setzt in di eser Hinsicht mit seiner Bereitschaft, sich an der Finanzierung eines Tiefbahnhofes Luzern zu beteiligen, ein wichtiges Zeichen."Visualisierungen zum Projekt finden Sie auf der Website des Tiefbahnhofs Luzern: www.tiefbahnhof-luzern.lu.ch/illustrationen

Kontakt:

Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement
Tel.: +41/41/228'53'52
Internet: www.tiefbahnhof-luzern.lu.ch

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