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Masterplan Stadtzentrum Luzern Nord: Start der Testplanung

Luzern (ots)

Bei der Bearbeitung des Masterplanes Stadtzentrum
Luzern Nord hat der Kanton Luzern in den letzten Monaten zusammen mit
den Gemeinden Emmen, Littau und Luzern wichtige Randbedingungen
geklärt, insbesondere in Bezug auf die Umgestaltung des
Seetalplatzes, den Ausbau des Bahnhofs Emmenbrücke und den
Hochwasserschutz. Gestützt darauf wird seit Ende Mai eine Testplanung
durchgeführt, bei der vier renommierte Architekturbüros zusammen mit
weiteren Fachleuten die Vision eines neuen Stadtzentrums Luzern Nord
entwerfen, die vor allem bezüglich Städtebau, Nutzungsarten und
-verteilung, Verkehrserschliessung sowie Freiraumgestaltung neue
Akzente setzen soll.
Ende 2006 haben die Gemeinden Littau und Emmen, die Stadt Luzern
sowie der Kanton Luzern (Dienststelle Verkehr und Infrastruktur,
Dienststelle Immobilien und die federführende Dienststelle
Raumentwicklung, Wirtschaftsförderung und Geoinformation) gestützt
auf einen Letter of Intent die Erarbeitung eines Masterplanes im
Gebiet Seetalplatz / Reusszopf vereinbart. Das Bundesamt für
Raumentwicklung unterstützt diese Masterplanung im Sinne eines
Modellvorhabens. Der Masterplan ist ein konzeptionelles
Planungsinstrument, das die Grundlage für eine künftige koordinierte
bauliche Entwicklung in diesem ganzen Gebiet darstellt, insbesondere
bezüglich folgender Aspekte:
  • Städtebauliche Entwicklung mit Nutzungskonzept Aktivierung der wirtschaftlichen Potenziale
  • Zentrumsverträgliche Verkehrslösung für alle Verkehrsträger auf der Grundlage der Zweckmässigkeitsbeurteilung ZMB Seetalplatz
  • Gestaltung der Strassen-, Aussen- und Freiräume Einbettung des Hochwasserschutzes an der Kleinen Emme
Der Masterplan wird unter Einbezug aller relevanten Akteure inkl.
der bedeutenden Grundeigentümer durch das Planungsbüro Metron AG,
Brugg, das auch bereits seit einiger Zeit die ganzen Aktivitäten
koordiniert, erarbeitet. Anschliessend wird der Masterplan in
mehreren Bebauungsplänen konkretisiert, die
grundeigentümerverbindlich auf den verschiedenen Teilarealen des
ganzen Gebiets verankert werden. Vermutlich wird sich dabei eine
zeitliche Staffelung der Erarbeitung der Bebauungspläne ergeben.
Sollte in einzelnen Teilarealen kein Bebauungsplan erforderlich sein
oder zustande kommen, gelten hier die Regelungen der Bau- und
Zonenordnung.
Als wichtige Massnahme des Agglomerationsprogramms Luzern wurde in
den letzten zwei Jahren die Umgestaltung des wichtigen
Verkehrsknotens am Seetalplatz vorangetrieben, denn dessen
Verkehrskapazität stösst zunehmend an Grenzen. Im Rahmen der ZMB
Seetalplatz wurden knapp 50 verschiedene Varianten untersucht, aus
denen schliesslich das sogenannte Epsilon als Bestvariante
hervorging. Anstelle eines Doppelkreisels mit mehreren Fahrspuren
sind ein vereinfachtes Verkehrssystem mit dreiarmigen Knoten und
grösseren Knotenabständen, die Verlegung der Seetalstrasse entlang
dem Bahndamm auf dessen Westseite sowie eigene Trassees für die Busse
und den Langsamverkehr vorgesehen. Hinzu kommt die Aufwertung des
Strassenraums in Reussbühl. Das Epsilon soll bis 2014/2015 gebaut
sein und setzt damit einen ersten wichtigen Zeithorizont für die
Masterplanung. Abgestimmt darauf wird als weitere wichtige Massnahme
des Agglomerationsprogramms Luzern die Förderung des öffentlichen
(Bus-) Verkehrs auf der ganzen Achse Rothenburg - Seetalplatz -
Kasernenplatz vorangetrieben. Der Baubeginn für die verschiedenen
Teilmassnahmen ist ab 2013 vorgesehen.
Ebenfalls auf diesem Zeitpunkt ist geplant, alle Busse im Sinne
eines Umsteigeknotens Bahn - Bus direkter zum Bahnhof zu führen sowie
generell einen besseren Zugang zum Bahnhof zu ermöglichen. Wie und ob
der Bahnhof dannzumal erweitert werden muss, wird noch geklärt.
Als weitere wichtige Massnahme des Agglomerationsprogramms, aber
erst mit einem zweiten wichtigen Zeithorizont ca. 2025, ist
vorgesehen, den ganzen Bahnhof Emmenbrücke vollständig nach Süden zu
verlegen sowie auf drei Gleise für den Personenverkehr auszubauen.
Zudem soll eine neue eingleisige Schienenverbindung vom Bahnhof
Emmenbrücke über die Reuss zum Rotsee die tangentialen
Verkehrsverbindungen stärken und den Bahnhof Emmenbrücke als
Regionalbahnhof aufwerten. Ein weitergehender Ausbau auf vier
Personenverkehrsgeleise und der Halt von Fernverkehrszügen wurde in
den letzten Monaten vertieft geprüft, ist aber aus Gründen der
Netzstruktur der SBB nicht möglich.
Der verbesserte Hochwasserschutz entlang der Kleinen Emme und der
Reuss wird mit verschiedenen Teilprojekten ebenfalls vorangetrieben.
Im Bereich Seetalplatz / Reusszopf stehen dabei unter anderem eine
Verbreiterung des Flussraumes sowie Anpassungen der verschiedenen
Brücken zur Verbesserung des Wasserabflusses im Vordergrund.
Gestützt auf diese geklärten, vielfältigen Randbedingungen
erarbeiten nun seit Ende Mai vier renommierte Architekturbüros -
Ernst Niklaus Fausch Architekten, Aarau/Zürich; KCAP Architects &
Planners, Rotterdam/Zürich; Lussi + Halter, Luzern; Pool Architekten,
Zürich - unter Beizug von Fachleuten aus den Bereichen Verkehr,
Freiraumgestaltung und Wasserbau im Rahmen einer sogenannten
Testplanung die Vision eines qualitativ hochwertigen neuen
Stadtzentrums Luzern Nord, welche vor allem in Bezug auf den
Städtebau, die Architektur, die Nutzungsarten und -verteilung, die
Verkehrserschliessung sowie die Freiraumgestaltung neue Akzente
setzen soll. Zudem ist die Realisierbarkeit unter dem Aspekt der
Wirtschaftlichkeit bzw. der Marktfähigkeit mitzubearbeiten. Die
Testplanung ist ein kooperativer Planungsprozess, bei dem nicht eine
Konkurrenzsituation zwischen den vier Teams im Vordergrund steht,
sondern das gemeinsame Erarbeiten von kreativen Lösungsmöglichkeiten.
Die vier Teams werde n an drei Workshops von einem Begleitgremium
koordiniert, das sich aus Vertretern der auftraggebenden Behörden und
externen Fachleuten zusammensetzt. Es ist vorgesehen, die Testplanung
im kommenden Herbst abzuschliessen, anschliessend die wirtschaftliche
Machbarkeit zu überprüfen und danach bis im Frühjahr 2009 den
Masterplan zu erstellen.

Kontakt:

Mike Siegrist
Dienststelle Dienststelle Raumentwicklung, Wirtschaftsförderung und
Geoinformation rawi Abteilungsleiter Raumplanung
Tel.: +41/41/228'51'89
E-Mail: mike.siegrist@lu.ch

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