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Michael Zutavern: „Die Sekundarstufe I ist faszinierend und fordernd"

Luzern (ots)

An der Ausbildung für Lehpersonen ist so ziemlich
alles neu, wenn in gut einem Jahr die PHZ Luzern startet. DIE ganz
besondere Neuheit stellt jedoch die Sekundarstufe I dar. Sie wird
erstmals in der Zentralschweiz angeboten und nur an der PHZ Luzern.
Wie wird dieses Studium aussehen?
Dr. Michael Zutavern ist seit April 2002 an der PHZ Luzern
zuständig für die Erarbeitung des Ausbildungsganges der Sekundarstufe
I. Was war in diesen ersten hundert Tagen seine hauptsächliche
Tätigkeit? „Ich habe versucht, dieser neuen Ausbildung schnell ein
Gesicht zu geben," antwortet der Projektleiter und verweist auf die
Wichtigkeit der Vernetzung unter all denjenigen Personen, die am
Aufbau der PHZ mitwirken: „An die Ausbildung der Sekundarstufe I
werden sehr spezifische Anforderungen gestellt. Im Herbst 2003 müssen
wir eine Ausbildung vorweisen können, die es uns erlaubt, die
Studierenden nach vier Jahren mit gutem Gewissen in den Schulalltag
zu entlassen. Denn die Ausbildung von Lehrpersonen trägt immer auch
die Verantwortung für die zukünftigen Schülerinnen und Schüler."
Ausbildung für den Schulalltag
Michael Zutavern hat die Herausforderung an der PHZ Luzern gerne
angenommen. Er sieht es als eine riesige Chance, in einem Team von
Unterrichtsfachleuten aus Wissenschaft und Praxis eine neue
Ausbildung zu konzipieren. Als langjähriger Dozent an der
Pädagogischen Hochschule St. Gallen bringt er ideale Voraussetzungen
mit: „Unser Kernziel ist, dass wir Profi-Lehrpersonen ausbilden, die
sich im Alltag zurecht finden, Lehrpersonen, die mit dem Bewusstsein
die Hochschule verlassen, dass sie das Wissen und Können haben,
Jugendliche zu unterrichten und zu erziehen."
Deshalb wird sich die Ausbildung für die Sekundarstufe I an der PHZ
Luzern vor allem auf die Berufsausbildung konzentrieren. Dozentinnen
und Dozenten haben sich mit neuen Entwicklungen in der Lehrerbildung
intensiv auseinander gesetzt. Sie werden vielfältige Lern- und
Lehrformen einsetzen und eine ständige Verzahnung von Theorie und
Praxis verwirklichen.
Die eigenen Erfahrungen nutzen
Die Studierenden entdecken in Lernwerkstätten neue Lerntheorien.
Sie analysieren ihre Unterrichtserfahrungen mit Hilfe von Video. Sie
stellen Projekte gemeinsam auf die Beine und übernehmen Verantwortung
im Team. Eine zentrale Rolle nimmt der Coaching-Gedanke ein.
Studierende arbeiten häufig selbstverantwortlich, unterstützt und
beraten von erfahrenen Lehrpersonen. Zutavern: „Achtzig Prozent des
ersten Jahres ist Einstieg in die Welt des Lehrberufes. Dabei ist der
Rollenwechsel vom Schülersein zur Lehrperson entscheidend. Man wird
sich mit der eigenen Lernbiographie beschäftigen. Wie lerne ich? Wo
sind meine Knöpfe und Widerstände? Aus dieser Reflexion können die
Studierenden für ihr Unterrichten lernen und sie werden neugierig auf
Erklärungen und damit auf die Beschäftigung mit Unterrichtsforschung
und Lerntheorien."
Ein Grundstudium für alle Stufen
Das erste Jahr umfasst alle Stufen. Gearbeitet wird in so
genannten Mentorengruppen, in der Studierende mit Dozentinnen und
Praxislehrpersonen zusammenarbeiten. Am Ende des Jahres wird der
erste Entscheid für die Stufe noch einmal überprüft und dann
definitiv festgelegt. Das einjährige stufenübergreifende Grundstudium
wird ab 2003 an der PHZ Luzern angeboten, ab 2004 auch an den
Teilschulen Zug und Schwyz. Die weiteren drei Ausbildungsjahre der
Sekundarstufe I werden in Luzern besucht. Nächstes Jahr startet auch
ein Aufbaustudium für ausgebildete Lehrpersonen, die ein Sek I -
Diplom erwerben möchten.
Im Studium werden fachwissenschaftliche Kenntnisse und Lehrwissen
so aufgebaut, dass die angehenden Lehrerinnen und Lehrer einen
lebendigen und wirksamen Unterricht mit Jugendlichen gestalten
lernen. Zusätzlich wird ein Fach gewählt, das man vertieft studieren
kann, also z.B. Mathematik, eine Fremdsprache, Musik oder Geschichte.
Möglich sind aber auch andere Zusatzstudien wie z.B. schulische
Heilpädagogik, Elternbildung oder E-Learning: „Auf diese Weise erhält
‚Schule mit Profil' auch ‚Lehrpersonen mit Profil'; Lehrerinnen und
Lehrer, die ins späteren Schulteam Impulse einbringen werden", ist
Zutavern überzeugt.
Eine Ausbildung für die Oberstufe
Die bisherige Aufteilung in Real- und Sekundarlehrperson gibt es
in Zukunft nicht mehr. Die Schulformen auf der Oberstufe sind
vielfältig geworden. „Deshalb braucht es in Zukunft Lehrpersonen, die
auf der ganzen Oberstufe einsetzbar sind." Nach Meinung des
Projektleiters müssen zukünftige Lehrpersonen eine gewisse Breite
abdecken können und sowohl mit schwächeren Schülern umgehen als auch
die starken fördern können. Im Gegenzug wählen die Studierenden nicht
mehr alle Fächer, die auf der Oberstufe unterrichtet werden, sondern
konzentrieren sich auf deren vier. Durch die Einschränkung kann der
gewählte Stoff gründlicher angegangen und die Vorbereitung auf die
Erziehungsaufgaben intensiviert werden.
Ein faszinierender Beruf
Zwölf Jahre lang hat Michael Zutavern Lehrpersonen für die
Oberstufe ausgebildet und dabei ist er zur Überzeugung gelangt, dass
das Unterrichten an der Sekundarstufe I eine ausgesprochen
faszinierende Tätigkeit ist. Er sieht die Jugendlichen als die
Erwachsenen von morgen. Was sie ausprobieren, gleiche einer
Experimentierküche der Gesellschaft: „Das kann bisweilen zu weit
gehen, dann kocht etwas über. Aber ohne die Jugendlichen würden wir
vermutlich in einer starren Welt leben, die sich kaum verändert. Die
kreativen Prozesse kann auch die Oberstufe nutzen. Manchmal ist das
anstrengend auszuhalten, aber nie ist es langweilig. Das ist das
Faszinierende an diesem Beruf."
Kasten
Zur Person
Dr. Michael Zutavern ist seit April 2002 Projektleiter
Sekundarstufe I an der PHZ Luzern. Er ist in Deutschland geboren, 49
jährig und Vater von drei erwachsenen Kindern. Dreizehn Jahre lang
war er Dozent für Pädagogik und Psychologie an der Pädagogischen
Hochschule St. Gallen. Er hat an der Universität Freiburg promoviert
und war dort am Pädagogischen Institut als Lehrbeauftragter tätig.
Michael Zutavern hat zum Lernen in der Schule, zu sozialen
Fähigkeiten und zum Lehrberuf geforscht und veröffentlicht.

Kontakt:

Staatskanzlei Luzern
Tel. +41/41/228'60'00

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