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Staatskanzlei Luzern

Institut für Sozialethik der Universität Luzern

Luzern (ots)

Gesellschaft für Heimleitung Luzern
Tagung "Qualitätssicherung bei Demenzkranken"
am 24. September 2001, 9.00 - 17.00 Uhr, an der Universität Luzern
Amerikanische Studien belegen, dass
Pflegebedürftige in Heimen doppelt so schnell sterben wie
Pflegebedürftige, die ausserhalb dieser Institutionen betreut werden.
Bei Dementen führt die Betreuung in unflexiblen Strukturen zu einem
rascheren Abbauprozess. Dieser Befund wirft die Frage nach der
Qualitätssicherung in Pflegeheimen auf.
Die Universität Luzern und die Gesellschaft für Heimleitung Luzern
führten am 24. September 2001 eine Tagung an der Universität Luzern
durch, die der Thematik "Qualitätssicherung bei Demenzkranken"
gewidmet war. Rund 170 Teilnehmende - darunter Pflegende, Betreuende,
Heimleitungen sowie Politiker und Politikerinnen - diskutierten mit
Experten aus dem In- und Ausland über mögliche Lösungsansätze. Gemäss
Christian Müller-Hergl bietet sich das Instrument des Dementia Care
Mapping (DCM) an, weil hier der Qualitätsbegriff "im Unterschied zu
den meisten qualitätssichernden Verfahren Mass nimmt an den
tatsächlichen Bedürfnissen" der Dementen. Laut Erich Grond stehen das
Bedürfnis nach Wertschätzung und Achtung, nach Sicherheit und
Geborgenheit sowie nach Selbstverwirklichung und Autonomie im
Vordergrund. Daran hat sich die Qualitätsförderung in Pflegeheimen zu
orientieren. Auch aus ethischer Perspektive geht es nicht an, demente
Menschen bloss aus der Perspektive des Defizits zu betrachten.
Vielmehr ist an der bislang mehrheitlich geteilten Überzeugung
festzuhalten, dass den Menschen Personsein und Menschenwürde
unverlierbar gegeben ist. Das gilt auch für demente Menschen, wie der
Ethiker Hans Halter bekräftigt hat.
Die bislang angewandten Instrumente zur Qualitätssicherung in
Pflegeheimen bleiben hinter diesen Anforderungen zurück, weil sie die
Bedürfnisse der Dementen nicht oder nur ungenügend ermitteln, wie
Hans-Ulrich Kneubühler aufzeigte. Unbestritten bleibt die
Feststellung von Christian Müller-Hergl, dass Arbeit mit Menschen mit
Demenz eine der anspruchsvollsten Aufgaben ist, die diese
Gesellschaft zu vergeben hat  - dies unabhängig davon, ob Demente in
Pflegeheimen oder zu Hause betreut werden. Die Frage ist nur, wieviel
die Gesellschaft dafür zu zahlen bereit sind.

Kontakt:

Judith Lauber, Tel. +41 41 228 78 11 oder +41 78 746 58 99

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