Tous Actualités
Suivre
Abonner Bundesamt für Statistik

Bundesamt für Statistik

Die umweltbezogenen Abgaben von 1990 bis 2001 Auf dem Weg zu ökologischeren Steuern?

Neuchâtel (ots)

Der Anteil des Ertrags aus den umweltbezogenen
Steuern am Total der Steuereinnahmen und Sozialabgaben ist in rund 
zehn Jahren von 5% (1990) auf 6,1% (2001) gestiegen. Damit liegt die 
Schweiz immer noch hinter der Europäischen Union zurück. Dieser 
Ertrag ist fast zur Hälfte auf die Erhöhung des Steuersatzes auf 
Treibstoffen zurückzuführen. Den jüngsten Analysen des Bundesamtes 
für Statistik (BFS) zum Thema ist zu entnehmen, dass lediglich 3% 
des Ertrags aus den umweltbezogenen Steuern direkt für die Umwelt 
zweckgebunden sind. Rund 39% dieses Ertrags wurden 2001 zur 
Finanzierung der Strasseninfrastruktur eingesetzt. 2001 belief sich 
der Ertrag der umweltbezogenen Steuern auf 8,8 Milliarden Franken. 
Rund 50% davon sind auf die Erhöhung des Steuersatzes auf 
Treibstoffen zurückzuführen. Dieser Ertrag entsprach 6,1% des Totals 
der Steuereinnahmen und Sozialabgaben; 1990 hatte der entsprechende 
Anteil 5% betragen. In der europäischen Union umfasste der Anteil 
1999 6,7%. Die Differenz zur Schweiz liegt hauptsächlich in höheren 
Energiesteuern begründet. Die Einnahmen aus den Energie- und 
Verkehrssteuern machten 2001 92% des Ertrags aus den umweltbezogenen 
Steuern aus. Der Rest setzt sich aus Ressourcensteuern (z.B. 
Wasserzinsen) und Emissionsabgaben (z.B. Lenkungsabgabe auf 
flüchtigen organischen Verbindungen/VOC) zusammen. Lediglich 3% des 
Ertrags aus umweltbezogenen Abgaben waren für den Umweltschutz 
zweckgebunden, und 2% wurden der Bevölkerung zurückerstattet. 
Demgegenüber waren 95% der Einnahmen für andere Aufgaben ohne 
direkten Bezug zur Umwelt zweckgebunden oder flossen in den 
Staatshaushalt. So wurden 39% der umweltbezogenen Steuern, das sind 
mehr als 3 Milliarden Franken, zur Finanzierung der 
Strasseninfrastruktur eingesetzt. Nimmt der Anteil des Ertrags aus 
den umweltbezogenen Steuern am Total der Steuereinnahmen und 
Sozialabgaben zu, so ist dies nicht automatisch positiv für die 
Umwelt. Die Zunahme ist als positiv zu werten, wenn die Steuersätze 
angehoben werden oder die Zahl der Steuern erhöht wird. In diesem 
Sinne wirkte das runde Dutzend neuer Abgaben wie die 
leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) oder die 
VOC-Lenkungsabgabe. Als negativ ist die Erhöhung zu werten, wenn sie 
mit einer Zunahme der umweltschädlichen Tätigkeiten und Produkte 
verbunden ist. Die umweltbezogenen Abgaben auf 
umweltbeeinträchtigenden Elementen umfassen insbesondere die Steuern 
und die Gebühren. Im Jahr 2000 fielen neben den umweltbezogenen 
Steuern rund 1,9 Milliarden Franken aus den Gebühren für 
Abfallentsorgung und Abwasserreinigung an. Die verwendeten 
Definitionen entsprechen jenen von Eurostat, der OECD und der 
Europäischen Umweltagentur und berücksichtigen die umweltbezogenen 
Abgaben im weiteren Sinn. Obschon die Mineralölsteuern aus der 
Finanzpolitik und nicht aus der Umweltpolitik resultieren, werden 
sie im weiteren Sinn als umweltbezogen angesehen, da sie 
umweltschädliche Elemente betreffen. Dieses Vorgehen erlaubt 
internationale Vergleiche.
BUNDESAMT FÜR STATISTIK
Informationsdienst
Wichtigste Definitionen:
Eine Abgabe ist umweltbezogen, falls sie Elemente betrifft, welche 
die Umwelt beeinträchtigen, wie z.B. Abfälle oder Energie. Sie ist 
umweltbezogen im engeren Sinne wenn ihre Einführung oder ihre 
Zweckbindung zusätzlich durch ein Umweltanliegen begründet ist 
(Eurostat, OECD, EEA).
Der Begriff Abgabe umfasst: 
-	die Steuern, d.h. Zahlungen ohne individuelle Gegenleistung 
des Staates (z.B. Mineralölsteuern)
-	die Gebühren, d.h. Zahlungen für eine individuelle 
Gegenleistung des Staates (z.B. kommunale Abfallentsorgungsgebühr). 
Diese Definitionen basieren auf jenen von Eurostat und der OECD und 
werden von der Europäischen Umweltagentur verwendet.
Auskunft:
Anne-Marie Mayerat Demarne, BFS, Sektion Umwelt, Tel. 032 713 67 40, 
E-Mail:  umwelt@bfs.admin.ch
Jacques Roduit, BFS, Sektion Umwelt, Tel. 032 713 66 12, E-Mail:  
umwelt@bfs.admin.ch
Publikationsbestellungen  Tel.: 032 713 60 60, Fax: 032 713 60 61, E-
Mail:  Ruedi.Jost@bfs.admin.ch
Neuerscheinung:
BFS, Die umweltbezogenen Abgaben, Prospekt, Neuchâtel 2003, 
Bestellnr.: 563-0100, kostenlos.
Weitere Publikationen zum Thema:
BFS, Umweltbezogene Abgaben in der Schweiz 1990 - 2000, Neuchâtel 
2001, Bestellnr.: 472-0000, 9 Franken.
BFS, Der ökoindustrielle Sektor in der Schweiz. Schätzung der Anzahl 
Beschäftigter und des Umsatzes 1998, Neuchâtel 2000, Bestellnr.: 383-
9800, 8 Franken.
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des BFS 
http://www.statistik.admin.ch
29.04.03

Plus de actualités: Bundesamt für Statistik
Plus de actualités: Bundesamt für Statistik
  • 28.04.2003 – 10:15

    Landesindex der Konsumentenpreise im April 2003 Jahresteuerung noch 0,7 Prozent

    Neuchâtel (ots) - 5 Prix Preise Prezzi Neuchâtel, 28. April 2003 Nr. 0350-0304-10 Landesindex der Konsumentenpreise im April 2003 Jahresteuerung noch 0,7 Prozent Der vom Bundesamt für Statistik (BFS) berechnete Landesindex der Konsumentenpreise verzeichnete im April 2003 einen Anstieg um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und erreichte den Stand von ...

  • 28.04.2003 – 09:15

    Hotelaufenthalte in der Schweiz im März 2003 Erste provisorische Ergebnisse

    Neuchâtel (ots) - Nach ersten Hochrechnungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) verzeichneten die Schweizer Hotelbetriebe im März 2003 mit 2,99 Millionen Logiernächten gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode einen Rückgang um 142 000 Einheiten oder 4,5%. Dieses Ergebnis liegt 1,9% unter dem Mittel der letzten zehn Jahre. Ungünstiger politischer ...