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TCS-Test: Unausgereifte Navigationsgeräte für Camper

Bern (ots)

Navigationsgeräte für Camper unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum von herkömmlichen mobilen Navis. Dennoch sollten sie die manuell eingegebenen Fahrzeugdaten wie Masse und Gewicht des Campers bei der Routenberechnung berücksichtigen. Der TCS hat fünf so genannte PNA (Portable Navigations-Assistenten) mit spezieller Camper-Software auf ihre Praxistauglichkeit untersucht. Keines der Geräte wusste restlos zu überzeugen.

Die wichtigste Funktion der Camper-Navis besteht in der Möglichkeit, die genauen Daten des Fahrzeugs - und des allfälligen Anhängers - eingeben zu können. Das System berücksichtigt anschliessend diese Abmessungen und Gewichtsangaben bei der Berechnung einer möglichst gefahrlosen und geeigneten Route. Im Idealfall erreichen grossräumige Fahrzeuge und schwere Hänger den Bestimmungsort deshalb ohne niedrige Unterführungen, Engstellen, starke Steigungen oder andere Risikosituationen passieren zu müssen.

Knackpunkt Routenplanung

Das Gerät von Becker wurde als einziges mit dem Prädikat "sehr empfehlenswert" bewertet. Der Testsieger führte am überzeugendsten an den gestellten Problemzonen vorbei. Bemängelt wurde aber vor allem die Tatsache, dass das Gerät den Fahrer nicht über die vorgenommenen Streckenänderungen informiert. Mit wenigen Ausnahmen passten die berechneten Alternativrouten auch beim Produkt von Garmin gut zur jeweiligen Fahrzeugkonfiguration. Positiv zu bemerken ist, dass das Garmin kritische Stellen auf dem Weg klar und zeitgerecht kommuniziert - auch wenn keine Route programmiert worden ist.

Häufig mangelhafte Hardware (Bildschirm und Halterung)

Das Navigationsgerät von Snooper wurde speziell für Camper entwickelt und verfügt praktischerweise über einen Camping-Führer zu zahlreichen Campingplätzen mit brauchbaren Zusatzinformationen. Doch die Hardware sowie Klang und Sprachausgabe sind mangelhaft und bei der Planung von Alternativrouten zeigt das Produkt Schwächen. Über eine umfangreiche Campingdatenbank verfügt auch das Gerät von A-rival. Bei diesem Produkt wurden aber die Hardware und die Bedienung bemängelt. Zudem überzeugte es beim Navigationstest nicht: Das A-rival erkannte zwar Problemstellen und warnte auch davor, führte aber nicht über eine Alternativroute daran vorbei. Beim Navigationsgerät von Navgear wurden vor allem die Hardware, Klang und Sprachausgabe sowie die langen Reaktions- und Verbindungszeiten kritisiert. Sowohl bei Navgear als auch bei A-rival muss zudem eine separate TMC-Antenne zum Empfang von Verkehrsmeldungen verlegt werden.

Angebotslücke festgestellt

Die besseren Testgeräte zeigen, dass praktische Campingnavigation mit entsprechender Umfahrung von Problemstellen durchaus möglich ist. Wenn jedoch das Kartenmaterial Fehler enthält oder das Gerät nicht in der Lage ist, sämtliche relevanten Nachteile eines Gespanns oder eines Fahrzeugs mit hohem Platzbedarf zu berücksichtigen, können trotzdem noch unangenehme Situationen entstehen. Zudem fällt auf, dass die Geräte mit nützlicher Campingdatenbank im Test schlechter abgeschnitten haben, während die besser bewerteten Navis nur wenig nützliche Zusatzinformationen für Camper zu bieten haben. Folglich besteht eine Angebotslücke von Navigationssystemen, welche eine optimale Routenführung mit einem umfassenden Campingführer kombinieren.

Vernünftiger Einsatz erhöht die Sicherheit

Neben den komfortablen Funktionalitäten der PNA's gilt es auch, den Sicherheitsaspekt zu betrachten: Während der Fahrt ausgeführte Manipulationen lenken vom Verkehr ab und erhöhen die Unfallgefahr. Sporadische Blicke auf Bordinstumente und Display sind jedoch zulässig. Die Erfahrung zeigt, dass sich viele Fahrer nach einer kurzen Gewöhnungsphase vornehmlich auf die meist ausreichend präzise Sprachausgabe verlassen. Navigationssysteme erhöhen die Sicherheit bei Fahrten durch eine unbekannte Umgebung, weil sie den Fahrer rechtzeitig auf Spur- und Richtungswechsel hinweisen und ihm somit ermöglichen, sich ausschliesslich auf den Verkehr zu konzentrieren.

TCS-Empfehlungen

- Das Anbringen des Navigationssystems oder des Handys in der Mitte der Windschutzscheibe ist verboten. Im oberen und unteren Bereich wird es toleriert, wenn die Sicht nicht eingeschränkt wird. - Je nach dem wo das Auto im Freien abgestellt wird, empfiehlt der TCS die mobilen Navigationssysteme vom Armaturenbrett abzunehmen um sie vor Sonnenlicht und Wärme - und gleichzeitig vor Diebstahl - zu schützen. - Fragen Sie vor dem Kauf, ob die Antenne für den Empfang von TMC-Verkehrsmeldungen im 12 Volt-Ladekabel integriert ist. Sie ersparen sich damit eine «Freileitung» mit Saugnäpfen an der Windschutzscheibe. - Bringen Sie keine Geräte im Aufblasbereich der Airbags an. - Navigationssysteme zeigen die gefahrene Geschwindigkeit deutlich genauer an als der PW-Tacho. Anhand des Navigationsgerätes kann man ziemlich genau 120 km/h fahren,. Bei Autobahnbaustellen ist der Tempomat natürlich auf 80 km/h und vor einem Autobahntunnel auf 100 km/h zu setzen. - Anstelle der Befestigung mittels Klebepad am Armaturenbrett oder Saugnapf an der Windschutzscheibe sind bei Garmin auch passende Befestigungen mit Antirutschmatte erhältlich. Für Geräte von anderen Herstellern ist eine entsprechende Universalhalterung bei www.pearl.ch erhältlich. Wird das gleiche Navigationsgerät in mehreren Autos benützt, sind solche «Sandsackhalter» praktisch, sofern auch die Form des Armaturenbrettes dafür geeignet ist. - Bei preisreduzierten Aktions- oder Auslaufmodellen ist oft das Kartenmaterial veraltet. Erkundigen Sie sich, vor dem Kauf ob neues Kartenmaterial erhältlich ist und wie es aktualisiert werden kann.

Kontakt:

Stephan Müller, Mediensprecher TCS, 031 380 11 44, 079 302 16 36,
stephan.mueller@tcs.ch

Die TCS-Bilder sind auf Flickr -
www.flickr.com/photos/touring_club/collections.
Die TCS-Videos sind auf Youtube - www.youtube.com/tcs.

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