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Köpferollen bei Agroscope - und Avenir Suisse will die landwirtschaftliche Forschungsanstalt ganz auflösen

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Bern (ots) - Agroscope-Chef Michael Gysi tritt auf Ende März 2018 zurück. Das Kompetenzzentrum der Schweiz für landwirtschaftliche Forschung leidet unter einem massiven Personalabbau. Alleine seit 2013 wurde das Agroscope-Personal um 10 Prozent reduziert und eine ganze Hierarchie-Ebene gestrichen. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) kündet weitere Sparmassnahmen an und Avenir Suisse fordert sogar die Auflösung von Agroscope.

Seit Michael Gysi 2013 zum Leiter der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope gewählt wurde, musste er laufend hochqualifizierte Mitarbeiter entlassen. 2016 musste er zudem eine ganze Hierarchie-Ebene mit 24 Kadermitgliedern auflösen. Seither hat Agroscope eine Führungs-Ebene weniger - aber gleich viele Führungsaufgaben.

Der ständige Personalabbau und Know-how-Verlust nagt am Vertrauen der Agroscope-Mitarbeiter, berichtet das Fachmagazin für die Schweizer Landwirtschaft «die grüne». Zahlreiche Agroscope-Mitarbeiter verlassen Agroscope und Ende März 2018 nimmt auch der Überbringer der schlechten Nachrichten seinen Hut: Agroscope-Chef Michael Gysi tritt zurück.

Der Rücktritt von Michael Gysi wird bei Agroscope bedauert, aber fast alle Mitarbeiter haben Verständnis: «Das kann ich gut verstehen, Gysi hat ja praktisch keine Kompetenzen unter der Führung des BLW», ist zu hören. Manche Agroscope-Mitarbeiter vermuten, dass Gysi gekündigt hat, weil er für Agroscope keine Perspektiven mehr sieht. Das bestreitet Gysi: «Es sind rein persönliche Gründe.»

Und es drohen schon die nächsten Sparmassnahmen, wie Eva Reinhard vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) dem Fachmagazin «die grüne» erklärte. Der Bundesrat prüfe weiteres Sparpotenzial bei Agroscope, «die diesbezüglichen Arbeiten sind derzeit im Gang.»

Die «Denkfabrik» Avenir Suisse fordert sogar die Auflösung von Agroscope. Man könne die auf Grundlagenforschung ausgerichteten Teile der Agroscope in den ETH-Bereich überführen. Und die anwendungsorientierten Teile von Agroscope könnten in die agrarwissenschaftlichen Fachhochschulen integriert werden.

Kontakt:

Jürg Vollmer
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