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Senkung der Medikamentenpreise: Höhere Einsparmöglichkeiten für die Prämienzahlenden wären möglich
Das BAG könnte zur Prämienersparnis in Höhe von 300 Millionen beitragen

Bern (ots) - Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Preissenkungen der ersten Tranche mit Preisänderungen von lediglich 30 Mio. Franken publiziert. Unter den heutigen Rahmenbedingungen wäre jedoch ein zusätzliches Sparpotential von 270 Mio. Franken möglich. Eine konsequente Anwendung des Kostengünstigkeitsprinzips und eine Rekursmöglichkeit, wie sie im Expertenbericht des Bundesrates empfohlen werden, ergäben weiteren erheblichen Spielraum zur Senkung der Medikamentenpreise.

Seit 2014 liegt die gesetzlich vorgeschriebene Dreijahresüberprüfung der Medikamentenpreise auf Eis. Dieses Jahr überprüfte das BAG ca. 1'100 Medikamente mit insgesamt rund 3'750 Packungen, welche die Grundversicherung jährlich mit Fr. 2,5 Milliarden belasten. Bei den untersuchten Medikamenten handelt es sich aber lediglich um ein Drittel aller zu überprüfenden Medikamente. Im Zentrum steht die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit. Sie erfolgt anhand zweier Kriterien: 1) dem Durchschnittspreis im Ausland von neun Vergleichsländern und 2) dem therapeutischen Vergleich mit Medikamenten für die gleiche Erkrankung. Beide Kriterien werden gleich gewichtet. Was die Wirtschaftlichkeit angeht, müsste jedoch gemäss Artikel 43 Abs. 6 des Krankenversicherungsgesetzes sowie verschiedenen Bundesgerichtsurteilen die Grundversicherung bei vergleichbaren Behandlungsalternativen nur für das günstigere Medikament aufkommen.

Sparpotenzial von 300 Millionen Franken bei konsequenter Umsetzung

Bei der gegenwärtigen Überprüfung sinken lediglich 5 % der Packungen im Preis, 19 % bleiben preislich unverändert und bei den restlichen 76 % der Packungen macht das BAG keine Angaben, ob sie überprüft wurden. Die letzte Preisüberprüfung (2012-2014) berücksichtigte nur den Auslandpreisvergleich (damaliger Eurokurs Fr. 1.26 bis Fr. 1.28). Würde heute einzig der Auslandpreis berücksichtigt, würde dies beim gegenwärtig vom BAG angewendeten Euro-Kurs von Fr. 1.09 eine Preisreduktion von rund 15 % bedeuten.

Mit einer konsequenten Umsetzung der gesetzlichen Kriterien wären die Einsparungen damit wesentlich höher. Die Krankenversicherer weisen auf Basis ihrer Kalkulation ein Einsparpotential von 300 Mio. Franken aus.

Angesichts anhaltend steigender Kosten, die viele Schweizer Haushalte belasten, fordert curafutura eine konsequente Umsetzung zur vollständigen Nutzung dieses Einsparpotentials:

- Alle Medikamente mit gleichartiger Wirkung für den therapeutischen Quervergleich einzubeziehen.

- Sämtliche Medikamentenpreise jährlich zu überprüfen, anstatt nur jeweils ein Drittel pro Jahr.

- Das Kostengünstigkeitsprinzip zu wahren.

Den Krankenversicherern und den Patientenorganisationen soll zudem eine Rekursmöglichkeit gegen die Entscheide des BAG eingeräumt werden, damit sie sich im Interesse der Versicherten und Patienten gegen zu hohe Preise zur Wehr setzen können.

Pius Zängerle, Direktor von curafutura: «Es ist schwer verständlich, dass das BAG die gesetzliche Vorgabe noch nicht umsetzt. Anders als bei den vielen verschiedenen Prämien gelingt es dem BAG nicht, die Medikamentenpreise jährlich zu überprüfen. curafutura fordert daher die jährliche Überprüfung der Medikamentenpreise. Zusätzlich kann mit der Anwendung des Kostengünstigkeitsprinzips sowie einer Rekursmöglichkeit der Versicherer gegen die Entscheide des BAG ein zusätzlicher wirksamer Beitrag zur Prämiendämpfung geleistet werden.»

curafutura - das sind die Krankenversicherer CSS, Helsana, Sanitas und KPT.

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Die vollständige Werte-Charta von curafutura ist abrufbar unter http://www.curafutura.ch/ueber-uns/werte-charta/

Kontakt:

Pius Zängerle, Direktor
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