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15.11.2013 – 08:55

physioswiss

Zerstörung der Physiotherapie - versteckte Agenda? (ANHANG)

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Sursee (ots)

santésuisse und deren Tochter tarifsuisse verweigern seit 15 Jahren jegliche ehrliche Verhandlungsbereitschaft. Trotz Fachhochschulabschluss und steigender Teuerung verdient eine erfahrene PhysiotherapeutIn seit 1998 keinen Rappen mehr. Als Resultat dieser Blockadehaltung der Krankenversicherer droht nun die Zermürbung der PhysiotherapeutInnen, dies mit unfairen und äusserst fragwürdigen Mitteln seitens der Krankenkassen.

Langwierige Verhandlungen zwischen physioswiss und santésuisse führten zu keinem Erfolg, welche wegen destruktiver Haltung der Krankenkassen zum vertragslosen Zustand ab 2011 führte. physioswiss startete daraufhin in allen 26 Kantonen gesetzlich vorgesehene Festsetzungsverfahren. 13 Kantone haben bislang Taxpunktwerterhöhungen festgesetzt, welche santésuisse vor Bundesverwaltungsgericht angefochten und damit die Kantonsregierungen desavouiert hat.

Paradox und unsäglich ist das Spiel von santésuisse seitdem erst recht. So führten physioswiss und santésuisse diesen Sommer Arbeitsgespräche und vordergründig wurde seitens der Krankenkassen eine Erhöhung des Taxpunktwertes um 5 Rappen angeboten. Im gleichen Atemzug gab es jedoch versteckte Kosten, die diese Erhöhung zu einem grossen Teil wieder zunichte gemacht hätte. Obwohl die eine Hand von santésuisse selber eine Erhöhung der Taxpunktwerte um 5 Rappen vorgeschlagen hat, klagt die andere Hand gegen die Erhöhungen der Taxpunktwerte von 5 Rappen im Rahmen der Festsetzungsverfahren der Kantone.

Am Beispiel von Basel-Stadt kann das paradoxe Verhalten aufgezeigt werden:

   - Der Regierungsrat von Basel-Stadt hat den Taxpunktwert schon 
     2012 um 5 Rappen erhöht. santésuisse hat diesen Entscheid ans 
     Bundesverwaltungsgericht weitergezogen und einen Taxpunktwert 
     verlangt, der sogar noch vier Prozent unter dem heute aktuellen 
     Taxpunktwert liegt. Während das Verfahren vor dem Gericht hängig
     ist, schliesst santésuisse nach unserer Vorarbeit einen Vertrag 
     ab mit einem Kleinstverband mit 5 Rappen mehr in allen Kantonen! 

Das widersprüchliche Handeln von santésuisse am Beispiel von Genf:

   - Der Genfer Regierungsrat hat eine stufenweise Erhöhung von 4 
     Rappen mehr ab 2013 beschlossen. Trotzdem verweigern die 
     Krankenkassen um santésuisse die Zahlung der Erhöhung und 
     missachten den Beschluss des Regierungsrates und verpulvern 
     Prämiengelder für völlig unnötige Gerichtsverfahren statt sie in
     die Gesundheit ihrer KundInnen zu investieren. 

santésuisse nutzt das Krankenversicherungsgesetz schamlos aus, indem sie komplexe und teure juristische Verfahren einleitet und in allen Kantonen die längst überfälligen Taxpunktwerterhöhungen mit allen (finanziellen) Mitteln bekämpft. Unnötig sind die Verfahren, weil santésuisse ja mit der Unterschrift des Vertrages mit dem Kleinstverband zugegeben hat, dass Bedarf an Taxpunktwerterhöhung klar gegeben ist.

Pia Fankhauser, Vizepräsidentin von physioswiss: "In der Branche brodelt und gärt es gewaltig!" Die Situation für die Physiotherapie in der Schweiz ist bedrohlich und provoziert, bewusst oder möglicherweise unbewusst eine krasse Schwächung der Physiotherapie und damit einen Zerfall des wichtigen Standbeins der Grundversorgung. physioswiss mahnt santésuisse und tarifsuisse zu Disziplin und zur konstruktiven Auseinandersetzung. physioswiss fordert sie des Weiteren auf, es in Zukunft zu unterlassen, die Leistungserbringer gegenseitig auszuspielen, und sich ehrlich zur von Patientenseite immer wieder zu hörenden Frage zu äussern, ob sie die Physiotherapie zerstören wollen und ob es diesbezüglich eine versteckte Agenda seitens der Krankenkassen gibt.

physioswiss kann die destruktive Haltung von santésuisse nicht akzeptieren. Mit der enorm erfolgreichen Petition "JA zur Physiotherapie!" von diesem Sommer hat physioswiss gezeigt, dass Physiotherapeuten die Massen bewegen können: Bekanntlich kamen innerhalb von 6 Wochen 150'000 Unterschriften zustande, physioswiss hat damit Initiativstärke bewiesen. Diese Massen sind Prämienzahler und Kunden der Krankenkassen sowie abstimmende BürgerInnen im Fall der öffentlichen Krankenkasse.

Kontakt:

Daniel Amstutz, Bereichsleiter Kommunikation
Tel.: +41/41/926'69'05
E-Mail: daniel.amstutz@physioswiss.ch
Web: www.physioswiss.ch