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20.05.2020 – 16:45

SBV Schweiz. Baumeisterverband

Schweizerischer Baumeisterverband: Bauhauptgewerbe und SBB vereinbaren pragmatische Lösungen für Corona-Mehrkosten

Zürich (ots)

Nachforderungen bei Bauprojekten aufgrund der Corona-Pandemie sollen fair, rasch und unbürokratisch abgewickelt werden. Dies haben SBB Infrastruktur mit dem Schweizerischen Baumeisterverband, Infra Suisse, der Vereinigung Schweizerischer Bahntechnik-Unternehmen sowie der Vereinigung Schweizerischer Gleisbauunternehmer vereinbart. Der gemeinsam entwickelte Lösungsansatz hilft allen Beteiligten und kann anderen Bauherren als Grundlage dienen.

Die Corona-Pandemie stellt die Baubranche vor grosse Herausforderungen. Bauunternehmen wie auch Bauherren sehen sich mit Mehrkosten konfrontiert. Diese entstehen, weil Baustellen geschlossen werden mussten oder die Arbeiten aufgrund der Schutzmassnahmen aufwändiger sind.

Ziel des gemeinsamen Vorgehens zwischen SBB Infrastruktur und dem Bauhauptgewerbe ist es, für jedes Bauprojekt rasch eine Einigung zu finden. Die Einigung umfasst folgende Eckwerte:

   - Forderungen von Unternehmen, die mit den vereinbarten 
     Grundsätzen einverstanden sind, werden prioritär behandelt.
   - Bei der Ermittlung der Mehrkosten wollen sich SBB Infrastruktur 
     und die Verbände auf bekannte und etablierte Modelle stützen. 
     Die zusätzlichen Kosten im Zusammenhang mit dem Herunter- und 
     Hochfahren von Baustellen werden nach den in den einzelnen 
     Werkverträgen vereinbarten Kalkulationsansätzen für 
     Regiearbeiten entschädigt.
   - Für die Dauer, in der auf den Baustellen nicht gearbeitet werden
     konnte, wird den Firmen, soweit es der Bahnbetrieb zulässt, 
     zusätzliche Zeit eingeräumt. Mehrkosten aufgrund des Stillstands
     von Baustellen werden je nach Positionen zwischen Unternehmen 
     und SBB Infrastruktur differenziert geteilt.
   - SBB Infrastruktur verlangt von den Bauunternehmen Massnahmen zum
     Schutz vor dem Coronavirus, welche die Schutzmassnahmen des 
     Bundesamtes für Gesundheit konkretisieren. So kann SBB 
     Infrastruktur verlangen, dass auf einer Baustelle eine 
     Covid-19-Verantwortliche Person eingesetzt wird, um die 
     Einhaltung der Massnahmen zu überwachen. Diese Personalkosten 
     werden von der SBB zu vorgegebenen Tarifen getragen.
   - Die Umsetzung von Schutzmassnahmen gemäss den Vorgaben des 
     Bundes führt zu Mehrkosten. Kosten für den Schutz der 
     Mitarbeitenden werden von den Unternehmen übernommen. SBB 
     Infrastruktur prüft im Einzelfall Kostenbeteiligungen für 
     Mehraufwendungen bei übermässigen Erschwernissen. In welchem 
     Umfang sich SBB Infrastruktur jeweils an den Kosten für die 
     geringere Produktivität beteiligt, wird baustellenspezifisch mit
     den Bauunternehmen im Einzelfall geprüft. 

SBB Infrastruktur und die Branchenverbände des Bauhauptgewerbes tragen mit der fairen, raschen und unbürokratischen gemeinsamen Lösung wesentlich zur Bewältigung der Corona-Krise und der Einhaltung der BAG-Vorschriften bei. Bei den Baustellen stehen weiterhin die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeitenden im Zentrum.

Die Vereinbarung ebnet den Weg, dass SBB Infrastruktur ihre Ressourcen unvermindert auf die Projektierung, Ausschreibung und Realisierung geplanter Bauvorhaben einsetzen kann. Der gefundene Weg kann ein Beispiel und eine Vorlage für die Lösungsfindung zwischen öffentlichen oder privaten Bauherren und Unternehmen sein.

Faktenblatt "Umgang mit Nachträgen rund um COVID-19": http://www.baumeister.ch/de/component/edocman/3717-faktenblatt-sbb-d/download

Pressekontakt:

Bernhard Salzmann, Leiter Politik und Kommunikation Schweizerischer
Baumeiserverband
Tel.: +41/78/762'45'31
E-Mail: bsalzmann@baumeister.ch

Matthias Engel, Mediensprecher Schweizerischer
Baumeiserverband
Tel.: +41/78/720'90'50
E-Mail: mengel@baumeister.ch

Matthias Forster, Geschäftsführer Infra Suisse
Tel.: +41/78/753'39'53
E-Mail: m.forster@infra-suisse.ch