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Kommentar zu Umwelt
Klima

Osnabrück (ots) - Schwere Hypothek für Durban

Wenige Wochen vor dem Start lastet bereits eine schwere Hypothek auf dem Klimagipfel in Durban. Einmal mehr zeigt sich, welch grobes Versäumnis es war, die Konferenz in Kopenhagen vor zwei Jahren scheitern zu lassen. Die Quittung erhalten die damals beteiligten mehr als 100 Staats- und Regierungschefs mit aktuellen, alarmierenden Zahlen. Dass der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid in den 20 führenden Wirtschaftsnationen stärker steigt als ihr Wirtschaftswachstum, ist allein schon beunruhigend. Erst recht muss eine kürzlich veröffentlichte US-Studie aufschrecken: Allem Aktionismus zum Trotz wird die Erderwärmung nicht gestoppt. Die Klimakiller-Gase nehmen sogar zu, in Rekordtempo.

Dass zu allem Übel der Emissionshandel offenbar gravierende Lücken aufweist, schreibt das Gipfel-Drehbuch für die Durban-Akteure neu. Um das Ziel einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu erreichen, dürfen Zertifikate mit einem bestimmten Kontingent an CO2-Ausstoß nicht im Übermaß verteilt werden. Alles andere wäre ein schmutziger Deal für das Klima. Ein auf die EU beschränktes System taugt allerdings auch nichts. Abgesehen davon, dass Europa nur rund elf Prozent zum globalen Ausstoß von Treibhausgasen beiträgt, bestünde ansonsten die Gefahr von Wettbewerbsverzerrung. Die Angst davor erklärt das Horten von Zertifikaten in der Stahl-, Zement- und Chemie-Industrie.

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