SEXUELLE GESUNDHEIT Schweiz / SANTE SEXUELLE Suisse

In der Schule über sexuelle Rechte sprechen: eine Selbstverständlichkeit, ein Ideal, ein Luxus?

Bern (ots) - Am 7. September 2018 veranstaltet SEXUELLE GESUNDHEIT Schweiz in Fribourg eine nationale Fachtagung zur ganzheitlichen, auf den Menschenrechten basierenden Sexualaufklärung und der Rolle, welche der Schule dabei zukommen sollte. In Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern - Soziale Arbeit (HSLU) hat SEXUELLE GESUNDHEIT Schweiz (SGCH) die Sexualaufklärung in der gesamten Schweiz untersucht. Basierend auf der Studie und der Empfehlung des Bundesrates vom 20. Februar 2018 zur Erfüllung des Postulates Regazzi (14.4115), werden die Ergebnisse an der nationalen Fachtagung diskutiert.

Während Eltern die schulische Sexualaufklärung als sinnvolle und notwendige Ergänzung anerkennen, liegt den Lehrpersonen insbesondere daran, jungen Menschen einen positiven und enttabuisierten Zugang zum Thema Sexualität zu ermöglicht. Sie sprechen sich mehrheitlich für die Vermittlung durch externe Fachpersonen und unter Einbezug der Eltern aus. Schülerinnen und Schüler erachten den obligatorischen Sexualunterricht in der Schule als Selbstverständlichkeit: Sie hegen die Erwartung, fundierte und aktuelle Informationen zu erhalten, die sich lebensnah auf ihre Realität beziehen.

Seien es homophobe Beschimpfungen auf dem Schulhof, die Frage «Ich habe Nacktfotos meiner Freundin verschickt; ist das verboten?» oder eine Debatte über die ungewollte Schwangerschaft, die in Unkenntnis der geltenden Rechte geführt wird; zur Realität des Heranwachsens gehört auch die Auseinandersetzung mit dem Schutz der eigenen und der Privatsphäre des Gegenübers. Schulen, welche die Sexualaufklärung in den Unterricht integrieren, haben die Gelegenheit, diese und zahlreiche weitere Themen zu vertiefen und zu einem menschenrechtsbasierten Diskurs beizutragen. Obwohl die Zusammenhänge zwischen den Menschenrechten und der sexuellen Entwicklung augenfällig sind, ergab die Studie, dass sie bis anhin im Unterricht nur vereinzelt explizit erwähnt wurden.

SEXUELLE GESUNDHEIT Schweiz empfiehlt die Entwicklung eines umfassenden Programms und lanciert die Diskussion der kantonalen Massnahmen zur Integration einer ganzheitlichen, menschenrechtsorientierten Sexualaufklärung in den Schulunterricht.

Kontakt:

Barbara Berger (Geschäftsleiterin SEXUELLE GESUNDHEIT Schweiz)
barbara.berger@sexuelle-gesundheit.ch
Tel. 079 333 72 88

Caroline Jacot-Descombes (Stellvertretende Geschäftsleiterin und
Projektleiterin Sexualaufklärung SEXUELLE GESUNDHEIT Schweiz)
caroline.jacot-descombes@sexuelle-gesundheit.ch
Tel. 079 562 49 48

Daniela Enzler (Kommunikationsverantwortliche SEXUELLE GESUNDHEIT
Schweiz)
daniela.enzler@sexuelle-gesundheit.ch
Tel. 078 638 87 23



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