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Statement | Ebola in der DR Kongo: Kinder unter fünf Jahren sterben mehr als doppelt so häufig wie ältere Kinder und Erwachsene

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MEDIENSTATEMENT

Ebola in der DR Kongo wird zur gesellschaftlichen Krise. Kinder unter fünf Jahren sterben mehr als doppelt so häufig wie ältere Kinder und Erwachsene

Zürich/Bunia, 16. Juni 2026 – Rund einen Monat nach Bekanntwerden des Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo warnt Save the Children: Die Epidemie ist längst nicht mehr nur eine Gesundheitskrise, sondern entwickelt sich zunehmend zu einer gesellschaftlichen Krise. Viele Familien haben nicht mehr genug zu essen, Kinder bleiben aus Angst vor Ansteckung dem Unterricht fern und manche Mütter können ihre Säuglinge nicht mehr stillen.

Diese Entwicklung trifft Kinder hart, vor allem Kinder unter fünf Jahren sterben besonders häufig. Nach Angaben der zentralen Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union, Africa CDC, liegt die Fallsterblichkeitsrate in dieser Altersgruppe bei 43,8 Prozent – mehr als doppelt so hoch wie bei älteren Jugendlichen und Erwachsenen. Auch Kinder zwischen fünf und 14 Jahren weisen mit 33,3 Prozent eine deutlich höhere Fallsterblichkeitsrate auf als Menschen ab 15 Jahren.

Die Provinz Ituri gilt als das Epizentrum des Ebola-Ausbruchs und ist bereits von Konflikten, Vertreibung und Hunger geprägt. Rund 15 Millionen Menschen in der DR Kongo sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Für viele Familien kommt diese Krise zu einem Zeitpunkt, an dem ihre Reserven bereits erschöpft sind. Fast die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren leidet aufgrund chronischer Mangelernährung an Wachstumsverzögerungen.

«Zeitweise waren die Grenzen zu Uganda geschlossen. Uns fehlen die Nahrungsmittel, die örtlichen Märkte haben nicht mehr genug im Angebot, um die Menschen zu versorgen. In dieser Region gibt es ohnehin hohe Raten der Mangelernährung. Viele Menschen gehen nun in die Städte oder tief in die Wälder, um Nahrung zu finden. Sie können sich denken, was das für die Kinder bedeutet. Wir versuchen nun, Nahrung aus anderen Provinzen zu organisieren», sagt Dr. Babou Rukengeza, Leiter des Ebola-Einsatzes von Save the Children in der DR Kongo.

Besonders dramatisch ist die Situation für Säuglinge: «Da Ebola über Muttermilch übertragen werden kann, müssen infizierte Mütter das Stillen einstellen und zur Behandlung von ihren Babys getrennt werden. In manchen Gebieten gibt es jedoch keinen Ersatz für Muttermilch, einfach, weil kein Milchpulver verfügbar ist. Dies kann schnell zu Mangelernährung und sogar zum Tod führen», so Rukengeza weiter. Gleichzeitig haben Mütter oft keinen Zugang zu der Unterstützung, die sie benötigen, um das Stillen sicher zu unterbrechen.

Ebola bedroht Kinder nicht nur durch die Infektion selbst. Wenn Gesundheitszentren aus Angst vor der Ansteckung durch Ebola gemieden werden oder Medikamente fehlen, können auch eigentlich leicht behandelbare Krankheiten wie Malaria für die Kinder tödlich werden. Auch die Bildung von Kindern gerät zunehmend unter Druck. Viele Familien schicken ihre Kinder nicht mehr in die Schule. Frühere Krisen haben gezeigt: Wenn Kinder einmal aus der Schule herausfallen, kehren viele in der Regel nicht mehr zurück. Vor allem Mädchen sind dann einem erhöhten Risiko von Frühverheiratung ausgesetzt. Für viele Kinder besteht die Gefahr, ausgebeutet zu werden.

Save the Children arbeitet seit 1994 in der Demokratischen Republik Kongo und kooperiert mit 13 lokalen Organisationen sowie internationalen Partnern und staatlichen Stellen, um Kindern und ihren Familien lebensrettende Hilfe in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Bildung, Kinderschutz sowie Wasser-, Sanitär- und Hygienedienste bereitzustellen.

Hinweise:

Die Analyse basiert auf den derzeit verfügbaren altersdifferenzierten Daten des Africa CDC (Situation Report Nr 30, 13. Juni 2026)

Gerne vermitteln wir Ihnen folgende Gesprächspartner:innen:

  • Katharina von Schroeder (deutsch/englisch), Länderbüro Nairobi/Kinshasa
  • Dr. Babou Rukengeza (englisch/französisch), Arzt und Leiter der Ebola-Nothilfe von Save the Children, aktuell in Ituri im Einsatz.

Bei Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an den untenstehenden Kontakt.

Kontakt 
Melina Stavrinos
Fachperson Medien und Kommunikation
+41 44 267 74 68
melina.stavrinos@savethechildren.ch 
Save the Children Schweiz
Jedes Kind verdient eine Zukunft – ob in der Schweiz oder auf der ganzen Welt. Mit dieser Überzeugung unterstützt der Verein Save the Children Schweiz seit 2006 kompromisslos und unermüdlich die am stärksten benachteiligten Kinder. In der Schweiz verwurzelt, ist Save the Children seit 1919 die weltweit führende Kinderrechtsorganisation. Dank unserer lokalen Verankerung in 120 Ländern kennen wir die Situation vor Ort, passen unsere Projekte entsprechend an und können im Notfall unverzüglich helfen. Wir verändern nachhaltig und positiv das Leben von Kindern, besonders in Krisen, auf der Flucht oder in Slums. In der Schweiz setzen wir uns seit 2015 für geflüchtete Kinder ein und verfügen über grosse Expertise im Bereich Asyl und Migration. 
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