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Berner Fachhochschule (BFH)

Blinde und sehende Kinder entdecken gemeinsam die Welt der Buchstaben

Blinde und sehende Kinder entdecken gemeinsam die Welt der Buchstaben
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Blinde und sehbeeinträchtigte Kinder kommen meist erst in der Schule mit Schrift in Kontakt. Ganz anders als sehende Kinder, die im selben Alter schon mit Buchstaben vertraut sind und bereits ihren Namen schreiben können. Eine preisgekrönte Heftreihe der Hochschule der Künste Bern HKB und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg führt nun Kinder mit und ohne Sehbeeinträchtigung inklusiv an die Brailleschrift heran.

Sehr geehrte Medienschaffende

Wenn Eltern Kindern vorlesen, sehen die Kinder die Buchstaben, können mit der Zeit mitlesen und vielleicht sogar nachschreiben – vorausgesetzt, sie sehen genügend. Bei blinden Kindern ist ein Schriftkontakt, bevor sie in die Schule kommen, wesentlich seltener. Weder in pädagogischen Einrichtungen noch im frei zugänglichen Büchermarkt gibt es Bücher, die blinde und sehende Kinder im Vorschulalter gemeinsam an die Welt der Buchstaben heranführen.

Diese Lücke schliesst nun die Heftreihe "Punkt für Punkt: Alex und Lilani entdecken die Welt der Buchstaben" der Hochschule der Künste Bern HKB. Mit diesem Lernmittel können Familien inklusiv ihre Kinder auf spielerische Weise auf die Welt der Buchstaben und der Brailleschrift vorbereiten.

Jahrelange Forschung als Grundlage

Ein internationales Forschungsteam der Hochschule der Künste Bern und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg arbeitete daran, ein Buch zu schaffen, das blinde, sehbeeinträchtigte und sehende Kinder spielerisch an die Brailleschrift heranführt. Verschiedenste Materialien, Reliefdarstellungen und Prototypen wurden erstellt und mit betroffenen Kindern und ihren Familien getestet. Entsprechend wurde die Gestaltung in den Heften fortlaufend angepasst, um alle vorhandenen Bedürfnisse bestmöglich zu berücksichtigen. «Wenn sich sehende und blinde Kinder um das Buch streiten, haben wir etwas richtig gemacht», sagt Projektleiter Andréas Netthoevel. Finanziell unterstützt wurde das Team von der Gebert Rüf Stiftung, dem Schweizerischen Nationalfonds und vielen weiteren Stiftungen.

Lesbar mit Fingern und Augen

Visuell ansprechendes und auch für Blinde und Sehbeeinträchtigte praktisches Bilderbücher zu gestalten und zu produzieren, hat sich als grosse Herausforderung herausgestellt. Zur Unterstützung der Lesebedürfnisse von hochgradig sehbeeinträchtigten Kindern wurde beispielsweise eine kontrastreiche Farbwahl getroffen, die beim Anschauen auch Sehenden Freude macht. «Eine Druckerei zu finden, die satte Farben sowie langlebige Reliefabbildungen und Brailleschrift drucken kann, war ein wahrer Marathon», erzählt Netthoevel. Nach einer langen internationalen Suche sind sie schlussendlich im Emmental fündig geworden.

Preisgekrönt

Die inklusive Heftreihe wurde bereits mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Nun hoffen die Projektverantwortlichen, dass möglichst viele Kinder – ob sehend oder nicht – die farbenfrohen Hefte gemeinsam entdecken werden.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie über diese Heftreihe berichten und stehen für Fragen gerne zur Verfügung.

Interviewanfragen:

Andréas Netthoevel (Projektleiter)

andreas.netthoevel@hkb.bfh.ch

+41 32 342 25 05

Berner Fachhochschule | Hochschule der Künste Bern HKB
Christian Pauli, Leiter Kommunikation
Fellerstrasse 11, 3027 Bern
+41 31 848 38 28