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Media Service: Steuern: Die grossen Schweizer Unternehmen werden transparenter

Zürich (ots) - Die jahrelang gepflegte Geheimniskrämerei der Schweizer Konzerne rund um die Gewinnsteuern bekommt deutliche Risse. Das zeigt eine Untersuchung der zwanzig grössten börsenkotierten Firmen durch die «Handelszeitung». Mittlerweile zeigen sieben Konzerne, in welchen Regionen sie wie viele Steuern abliefern.

Pionier bezüglich Steuertransparenz ist Nestlé. Der Nahrungsmittelkonzern schlüsselt sein Steueraufkommen nach den drei Weltregionen auf, in denen er tätig ist: Amerika, Europa/Mittlerer Osten/Nordafrika und Asien. Zudem weist er aus, dass 73 Prozent der Steuern in den zehn grössten Ländern entrichtet wurden. Novartis, Swisscom, Adecco und Julius Bär weisen ihre Steueraufwendungen immerhin nach Schweiz und Ausland aus.

Die Bewegung beim sensiblen Thema Steuern ist unübersehbar. Novartis hat am 1. November zwei Unternehmen aus Hamilton abgezogen, dem Sitz der wenige Tage später dank den Paradise Papers zu Berühmtheit gekommenen Anwaltskanzlei Appleby. Der Basler Pharmakonzern teilt mit, das Unternehmen habe in den «vergangenen Jahren eine grössere Reorganisation» durchgeführt, «um unsere rechtlichen Strukturen in Abstimmung mit unserem operativen Geschäft zu straffen und zu vereinfachen». Begründet wird sie mit Veränderungen bei den «strategischen Bedürfnissen des Geschäfts» und mit dem «unternehmerischen und regulatorischen Umfeld».

Internationale Organisationen und einzelne Länder haben der Verschiebung von Gewinnen in Tiefsteuerländer den Kampf angesagt. Insbesondere die Regeln der OECD zur Vermeidung von Gewinnverschiebungen zwischen den Ländern und der Informationsaustausch über steuerliche Sonderregeln für einzelne Konzerne erhöhen den Druck auf die Konzerne.

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