bonus.ch zur Krankenversicherung: 59% der Versicherten lehnen den Entwurf der Bundesregierung für eine Mindestfranchise von CHF 400.- ab
Lausanne (ots)
Während der Bundesrat vorschlägt, die Mindestfranchise von CHF 300.- auf CHF 400.- anzuheben, sprechen sich fast sechs von zehn Befragten gegen diese Reform aus. In der Westschweiz liegt die Ablehnungsquote bei 64% und bei den unter 30-Jährigen bei 69%, was von einem starken Widerstand gegen eine erhöhte finanzielle Beteiligung der Versicherten zeugt.
Seit 2009 bietet das Online-Vergleichsportal bonus.ch der Schweizer Bevölkerung jedes Jahr die Möglichkeit, ihre Meinung zu ihrer Krankenversicherung zu abgeben. In 2026 interessiert sich die Umfrage ausserdem für folgende Themen: die Mindestfranchise von CHF 400.-, Anbieterwechsel und Prämienerhöhungen sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis des Schweizer Gesundheitssystems. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse dieser Umfrage, an der mehr als 5'500 Versicherte teilgenommen haben.
Mindestfranchise von CHF 400.-: Fast 6 von 10 Personen lehnen sie ab
Der Bundesrat beabsichtigt, die Mindestfranchise für die Krankenversicherung von CHF 300.- auf CHF 400.- anzuheben. Diese Massnahme überzeugt die Schweizer Bevölkerung jedoch nicht: 59% der Versicherten sind dagegen.
Fast zwei Drittel der Westschweizer.innen sind gegen die Erhöhung der Mindestfranchise
Die Mindestfranchise von CHF 400.- findet in keiner Sprachregion Zustimmung. Besonders ausgeprägt ist die Ablehnung in der Westschweiz, wo 64% der Befragten dagegen sind, gegenüber 58% in der italienischen Schweiz und 55% in der Deutschschweiz.
Frauen und junge Menschen stehen der Erhöhung der Franchise am ablehnendsten gegenüber
69% der unter 30-Jährigen sprechen sich gegen die Erhöhung der Mindestfranchise aus, während dieser Anteil bei den 50-Jährigen auf 55% sinkt. Nach Geschlecht betrachtet stehen 64% der Frauen ihr skeptisch gegenüber, gegenüber 56% der Männer.
In seiner Studie vom vergangenen Jahr hatte bonus.ch die Schweizer Bevölkerung dazu befragt, welchen Betrag sie als ideal für die Mindestfranchise erachten. 51% der Befragten stimmten damals der aktuellen Franchise von CHF 300.- zu, während 35% eine höhere Franchise befürworteten und nur 14% die niedrigste Franchise bevorzugten.
Nur 10% Krankenkassenwechsel in 2026
In 2026 wechselten 10% der Versicherten die Krankenkasse, gegenüber 17% im Vorjahr. Dieser deutliche Rückgang erfolgte, obwohl sich die durchschnittliche Prämienerhöhung nach einem Anstieg von 6.0% in 2025 auf 4.4% beschränkte. Die Verlangsamung des Prämienanstiegs scheint dazu geführt zu haben, dass die Schweizer Bevölkerung weniger bereit ist, zu einem neuen Anbieter zu wechseln.
Trotz einer rückläufigen Wechselquote bleibt die italienische Schweiz die Region mit der höchsten Mobilität
In den letzten drei Jahren war das Tessin der Kanton, der am stärksten von der Erhöhung der Krankenkassenprämien betroffen war (Anstieg um fast 7% für 2026). Es ist daher nur logisch, dass die italienische Schweiz weiterhin die höchste Wechselquote aufweist, trotz eines deutlichen Rückgangs von 21% in 2025 auf 13% in 2026. In der Deutschschweiz und in der Westschweiz ist dieser Anteil von 17% auf 10% gesunken.
18% Wechsel bei jüngeren Menschen gegenüber 9% bei Senioren
Insgesamt nimmt die Mobilität mit zunehmendem Alter ab. So weisen die unter 30-Jährigen und die 40-Jährigen die höchste Wechselquote des Landes auf (18%), während die Versicherten ab 80 Jahren ihrer Krankenkasse weitgehend treu bleiben (nur 9% Wechsel).
Mehr als ein Viertel der Versicherten erwägt, für 2027 die Krankenversicherung zu wechseln
Im Mai dieses Jahres, als die Erhöhung der Krankenkassenprämien für 2027 auf 3% bis 5% geschätzt wurde, erwogen 27% der von bonus.ch befragten Personen, ihren Vertrag zu kündigen und die Krankenkasse zu wechseln.
61% der italienischsprachigen Schweizer.innen erwägen einen Wechsel der Krankenkasse für 2027
Die Wechselabsichten variieren je nach Region stark. In der italienischen Schweiz planen 61% der Versicherten, zu einer neuen Krankenversicherung zu wechseln - ein Rekordwert, der auf eine starke Unzufriedenheit mit dem derzeitigen System hindeutet. Im Gegensatz dazu herrscht in der Deutschschweiz Stabilität: Dort ziehen 86% der Befragten eine Kündigung ihrer Versicherung nicht in Betracht. Auch in der Westschweiz planen 71% der Versicherten, in 2027 bei ihrem derzeitigen Anbieter zu bleiben.
Die 40-Jährigen wechseln sechsmal häufiger die Krankenkasse als die 80- und über 80-Jährigen
Die Wechselabsichten variieren je nach Alter erheblich. So beabsichtigen 62% der 40-Jährigen, bis 2027 zu einem neuen Anbieter zu wechseln, gegenüber nur 10% bei den 80- und über 80-Jährigen.
76% der Versicherten ziehen einen Wechsel in Betracht, sobald die Prämie um CHF 100.- steigt
Die Sensibilität gegenüber steigenden Krankenkassenprämien bleibt besonders hoch. Mehr als die Hälfte der Befragten zieht bereits bei einer jährlichen Erhöhung um CHF 1.- (10%) beziehungsweise um CHF 50.- (42%) einen Kassenwechsel in Betracht. Zählt man jene hinzu, deren Schwelle bei CHF 100.- liegt, steigt dieser Anteil auf 76%. Demgegenüber warten lediglich 24% der Befragten eine Erhöhung um mindestens CHF 150.- ab, bevor sie einen Wechsel erwägen - darunter 9%, die erst ab CHF 300.- über einen Kassenwechsel nachdenken.
In der italienischen Schweiz sind 17% der Versicherten bereit, bereits bei einer Erhöhung ab einem Franken den Anbieter zu wechseln
Die Toleranzschwellen variieren je nach Region erheblich. In der Westschweiz erwägen 80% der Befragten einen Kassenwechsel bei einer jährlichen Erhöhung von CHF 100.- oder weniger, gegenüber 78% in der italienischsprachigen Schweiz und 69% in der Deutschschweiz. In der Westschweiz legen besonders viele ihre Schwelle bei CHF 50.- fest (46%), während sich die italienische Schweiz durch den höchsten Anteil an Personen auszeichnet, die bereits bei einer Erhöhung von einem Franken bereit sind zu reagieren (17%). Im Gegensatz dazu zeigen sich die Deutschschweizer Versicherten gegenüber moderaten Erhöhungen etwas toleranter.
Das Alter hat einen deutlichen Einfluss auf die Toleranzschwelle gegenüber Prämienerhöhungen. Zusammengenommen sind 69% der 40- bis 49-Jährigen bereit, bereits bei einer Erhöhung um CHF 1.- oder CHF 50.- den Anbieter zu wechseln, während dieser Anteil bei den 80- und über 80-Jährigen nur 45% beträgt. Senioren sind am tolerantesten: 30% warten auf eine Erhöhung um mindestens CHF 150.-, bevor sie einen Wechsel in Betracht ziehen, gegenüber 12% bei den Vierzigjährigen.
Schweizer Gesundheitssystem: 54% der Versicherten finden das Preis-Leistungs-Verhältnis zufriedenstellend
Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Schweizer Gesundheitssystems spaltet die Bevölkerung. Eine knappe Mehrheit der Befragten (54%) bewertet es positiv, doch nur 13% geben an, "absolut" überzeugt zu sein, während 41% nur "eher" überzeugt sind. Umgekehrt sind 46% der Ansicht, dass die Leistungen die Kosten nicht wirklich rechtfertigen, darunter 13%, die das Preis-Leistungs-Verhältnis klar negativ beurteilen.
Das Schweizer Gesundheitssystem erhält in allen Regionen eine knappe Mehrheit an positiven Bewertungen: 54% in der Deutschschweiz, 53% in der Westschweiz und 51% in der italienischen Schweiz. Letztere zeigt sich jedoch am kritischsten, mit 16% absolut negativen Bewertungen.
Männer und Senioren sind am meisten vom Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt
Die 80- und über 80-Jährigen sind mit dem derzeitigen Schweizer Gesundheitssystem am zufriedensten (67%), während dieser Anteil bei den Vierzigjährigen auf 33% sinkt. Zudem zeigen sich Männer (55%) etwas überzeugter vom Preis-Leistungs-Verhältnis als Frauen (49%).
Zufriedenheit - Gesamtnote 2026
Im Mai 2026 haben mehr als 5'500 Personen an der Zufriedenheitsumfrage teilgenommen und ihre Versicherers hinsichtlich der folgenden Punkte evaluiert: Klarheit der übermittelten Informationen, Bearbeitung der Leistungen und Kundenservice. Die Antworten wurden in eine Note zwischen 1 und 6 umgerechnet, wobei 6 die beste Note darstellt.
Trotz stetig steigender Krankenkassenprämien ist die allgemeine Zufriedenheit der Schweizer Bevölkerung mit den Krankenkassen gut. In diesem Jahr vergeben die Versicherten ihrem Versicherer eine Durchschnittsnote von 5.12 von 6, was einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr bedeutet (+0.03 Punkte).
Regionale Zufriedenheit - Gesamtbewertung
Die Versicherten in der Deutschschweiz zeigen sich am zufriedensten mit ihrer Krankenversicherung: In 2026 bewerteten 82% diese mit "gut" oder "sehr gut", was mit ihrer geringen Neigung zum Anbieterwechsel im Einklang steht. In der Westschweiz liegt dieser Anteil bei 73%, in der italienischen Schweiz dagegen, wo die Bewertungen deutlich kritischer ausfallen, nur bei 47%.
Zufriedenheit nach Kanton: Appenzell Ausserrhoden und Glarus an der Spitze, das Tessin weit hinten
Die Unterschiede bei der Zufriedenheit zwischen den Kantonen betragen bis zu 0.7 Punkte. Appenzell Ausserrhoden und Glarus führen die Rangliste mit einer Gesamtnote von 5.4 an, gefolgt von Basel-Landschaft, Thurgau und dem Wallis (5.3). Das Tessin bildet hingegen mit 4.7 das Schlusslicht und verzeichnet gleichzeitig den stärksten Prämienanstieg in 2026 (+6.9%). Der Zusammenhang zwischen Prämienanstieg und Zufriedenheit ist jedoch nicht systematisch: Trotz einer Erhöhung um 5.8% gehört das Wallis beispielsweise zu den am besten benoteten Kantonen.
Die Zufriedenheit entwickelt sich je nach Alter unterschiedlich, wobei bei den 40- bis 49-Jährigen ein deutlicher Tiefpunkt zu verzeichnen ist; diese Gruppe vergibt die niedrigste Zufriedenheitsnote (4.9). Danach steigt die Zufriedenheit schrittweise an, von 5.0 bei den 50- bis 59-Jährigen auf 5.1 bei den 60- bis 69-Jährigen und auf 5.2 bei den 70-Jährigen und Älteren. Die ältesten Versicherten scheinen somit am zufriedensten zu sein, mit einem Unterschied von 0.3 Punkten gegenüber den Vierzigjährigen.
Welche Krankenkassen erhalten in 2026 die besten Noten?
Mit einer Gesamtnote von 5.4 von 6 ("gut") teilen sich Aquilana und SWICA den ersten Platz der Rangliste 2026.
EGK-Gesundheitskasse und OEKK folgen dicht dahinter mit einer Gesamtnote von 5.3 ("gut"). Agrisano, Atupri, Concordia, CSS, Groupe Mutuel, Helsana, Sanitas, sodalis, Sympany und Visana belegen gemeinsam den 3. Platz mit einer Gesamtnote von 5.2 ("gut").
Zugang zur Zufriedenheitsumfrage über die Krankenkassen:
https://www.bonus.ch/zrKRD3D.aspx
Zugang zu den Zufriedenheitsnoten der Krankenkassen:
https://www.bonus.ch/zr57YM5.aspx
Zugang zum Krankenkassenprämienvergleich:
https://www.bonus.ch/zrY331P.aspx
Pressekontakt:
bonus.ch SA
Patrick Ducret
CEO
Place Chauderon 20b
1003 Lausanne
021.312.55.91
ducret(a)bonus.ch
Lausanne, den 4. August 2026