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25.10.2007 – 08:45

Winterhilfe Schweiz / Secours suisse d'hiver / Soccorso svizzero d'inverno

71. Delegiertenversammlung der Winterhilfe Schweiz: Beeindruckende Unterstützungsleistungen

St. Gallen (ots)

Trotz gegenwärtigen wirtschaftlichen
Aufschwungs klafft die Schere zwischen Arm und Reich weiterhin stark
auseinander. So mussten im letzten Jahr in 6'300 Fällen Menschen in
Not eine Unterstützung des Hilfswerkes in Anspruch nehmen; den
Grossteil machen junge Familien und allein Erziehende aus. Insgesamt
beliefen sich die Direkthilfen der Winterhilfe im Geschäftsjahr
2006/2007 auf vier Mio. Franken. Das Hilfswerk sammelt traditionell
vom 15. Oktober bis 17. November 2007.
Eine grosse Zahl von Familien in unserem Lande gerät wegen ihrer
geringen finanziellen Möglichkeiten bei unvorhersehbaren Ausgaben in
Notlage und ist auf einen finanziellen Beitrag oder eine Sachleistung
der Winterhilfe angewiesen. Wie Monika Weber, a. Ständerätin und
Zentralpräsidentin der Winterhilfe Schweiz, an der
Delegiertenversammlung vom 25. Oktober 2007 in St. Gallen erläuterte,
wachse mit den Veränderungen in der Arbeits- und Lebenswelt die
Verunsicherung. Vollbeschäftigung und tragfähige familiäre Netze als
Grundlage für wirtschaftliche Sicherheit seien immer weniger
selbstverständlich. Immer mehr Menschen würden zumindest
vorübergehend in Armut geraten, weil sie ihre Arbeitsstelle verlieren
oder ihre Beziehung auseinander bricht.
Monika Weber betonte weiter, dass die Schweiz über ein im
Vergleich zu Krisenländern hervorragendes Fürsorge-, Gesundheits- und
Alterswesen verfüge. Trotzdem gebe es enorm viele Menschen in unserem
Lande, die zwischen Stuhl und Bank fallen, die keine Arbeit haben,
aus gesundheitlichen Problemen nicht herauskommen und nicht mehr ein
noch aus wissen. Und es gebe verzweifelte junge Menschen, die einfach
nicht mehr können und für deren Familien eine Riesenbelastung
bedeuten. Der Erfolg der andern, das Prestigebewusstsein derjenigen,
die genug Geld und einen tollen Arbeitsplatz haben, tue den
Verlierern weh und lasse ihre Situation aussichtslos erscheinen. Mit
einem finanziellen Zustupf könne die Winterhilfe in solchen
Situationen oft den Glauben an die eigenen Kräfte stärken. Gerade die
moralische Seite einer Hilfeleistung dürfe denn auch nicht
vernachlässigt werden.
Beiträge zur Sicherung absolut existenzieller Bedürfnisse
Im Geschäftsjahr 2006/2007 wurden die Winterhilfe-Stellen in 7'000
Fällen um eine Unterstützung angefragt. 55 Prozent der Anfragen
erfolgten über Institutionen, 45 Prozent der Hilfesuchenden gelangten
direkt an das Hilfswerk. Zehn Prozent der Gesuche mussten mangels
ausreichender Unterlagen oder nicht ausgewiesener Notlagen abgelehnt
werden. In der Mehrzahl wurden Familien unterstützt. In den von der
Winterhilfe unterstützten Haushalten leben beinahe 14'000 Personen,
darunter 6'200 Kinder.
Die Winterhilfe finanziert in erster Linie Grundbedürfnisse wie
Nahrung, Kleidung, Obdach und medizinische Grundversorgung. Für einen
wesentlichen Teil der Bevölkerung bedeutet nur schon die Sicherung
des alltäglichen Bedarfs eine dauernde Gratwanderung. In 17 Prozent
der Fälle beteiligte sich die Winterhilfe an den Gesundheitskosten
und in weiteren 17 Prozent der Fälle übernahm das Hilfswerke
Wohnkosten wie Miete, Heiz- oder Umzugskosten. Bedeutsam ist die
Bettenaktion geblieben. Die Winterhilfe stellte in 16 Prozent der
Fälle insgesamt 1'503 komplette Betten, 1'361 Bettgestelle, Matratzen
oder Bettwäsche zur Verfügung oder beteiligte sich an der Anschaffung
von dauerhaften Konsumgütern wie Waschmaschine oder Kochherd.
Unterstützungstätigkeit mit neuen Akzenten
Die Winterhilfe trägt nicht nur zur Finanzierung absolut
existenzieller Bedürfnisse bei, sondern fördert zusätzlich die
Teilhabe am Erwerbs- und Sozialleben. Mit nachhaltigen
Unterstützungsleistungen soll die Situation von Gesuchstellenden
längerfristig verbessert werden. Denn es ist der grösste Wunsch von
Menschen in belastenden Lebensumständen, auf eigenen Beinen stehen zu
können.
Die Winterhilfe unterstützte deshalb bei 306 Anfragen eine Aus-
oder Weiterbildung und wirkte in 417 Fällen dem gesellschaftlichen
Ausschluss etwa durch die Vermittlung von Ferien, die Finanzierung
von Musikunterricht oder Lagern für die Kinder entgegen. Nicht immer
reicht eine materielle Unterstützung aus, oft ist auch eine Beratung
notwendig. Insgesamt fanden über 2'500 Beratungsgespräche statt,
wobei das Schwergewicht auf der Information über weitergehende
Hilfemöglichkeiten lag.
Menschen im berufstätigen Alter als Gesuchsteller der Winterhilfe
Das Bild der Winterhilfe als Bergbauernhilfe oder als Hilfe für
die ältere Bevölkerung stimmt schon lange nicht mehr. Im Vordergrund
stehen eindeutig die "neuen Armen", Alleinstehende und Familien mit
zu geringem Verdienst (Working Poor) und zunehmend auch allein
erziehende Mütter. Bedeutsam geblieben sind als weitere Ursache einer
Notlage nach wie vor Krankheit, Unfall oder Invalidität. Ein
ungenügendes Alterseinkommen wird hingegen in nur fünf Prozent der
Fälle als Grund eines Unterstützungsgesuchs genannt.
Die traditionelle Herbstsammlung des ZEWO-anerkannten Hilfswerks
unter dem Titel "Manchmal braucht es wenig" findet vom 15. Oktober
bis 17. November 2007 statt.
Spendenkonto: PK 80-8955-1 oder online via www.winterhilfe.ch
Benötigen Sie den Text und Bilder über die Tätigkeit der
Winterhilfe in elektronischer Form? Dann können Sie das Gewünschte
direkt von unserer Homepage www.winterhilfe.ch, Rubrik
"Medienservice" herunterladen.

Kontakt:

Andreas Zehnder
Tel.: +41/44/269'40'50
Fax: +41/44/269'40'55
E-Mail: a.zehnder@winterhilfe.ch

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