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22.11.2006 – 08:45

Winterhilfe Schweiz / Secours suisse d'hiver / Soccorso svizzero d'inverno

Die Winterhilfe Schweiz beschliesst an der Delegiertenversammlung eine Jubiläumsaktion

Zürich (ots)

Weihnachtsbescherung für Notleidende in der Schweiz
Längst nicht alle Menschen in unserem Lande
profitieren vom gegenwärtigen wirtschaftlichen Aufschwung; vielmehr
klafft die Schere zwischen Arm und Reich stärker auseinander. So nahm
die Zahl der Hilfegesuche an die Winterhilfe gegenüber dem Vorjahr
erneut um sieben Prozent auf über 7'000 zu und erreichte den höchsten
Stand seit mehr als zwanzig Jahren. Gerade die Weihnachtszeit führt
Menschen mit knappen Einkommen ihre belastende Situation drastisch
vor Augen. Deshalb will das Hilfswerk zum 70-Jahr-Jubiläum ein
weiteres Zeichen der Hoffnung setzen und Benachteiligte in der
Schweiz mit einer Weihnachtsbescherung überraschen.
Eine zunehmend grosse Zahl von Alleinstehenden und Familien in
unserem Lande gerät wegen ihrer geringen finanziellen Möglichkeiten
bei unvorhersehbaren Ausgaben in Notlage und ist auf eine
Unterstützung der Winterhilfe angewiesen. Für viele Familien bleibt
das tägliche, bescheidene Auskommen die grösste Sorge. Wie Monika
Weber, Zentralpräsident der Winterhilfe Schweiz, an der 70.
Delegiertenversammlung vom 21. November in Zürich betonte, wachse mit
den Veränderungen in der Arbeits- und Lebenswelt die Verunsicherung.
Vollbeschäftigung und tragfähige familiäre Netze als Grundlage für
wirtschaftliche Sicherheit seien immer weniger selbstverständlich.
Immer mehr Menschen geraten zumindest vorübergehend in Armut, weil
sie ihre Arbeitsstelle verlieren oder ihre Beziehung auseinander
bricht. Gerade jetzt sei deshalb die Solidarität der Schweizer
Bevölkerung umso wichtiger, damit die Winterhilfe den wachsenden
Anforderungen gerecht werden könne.
Die Hilfstätigkeit in Kürze
Im Geschäftsjahr 2005/2006 konnte die Winterhilfe bei 6'390
Gesuchen individuelle Unterstützung leisten, um die Auswirkungen der
Armut in der Schweiz gezielt zu lindern. 60 Prozent der Anfragen
erfolgten über Institutionen, 40 Prozent der Hilfesuchenden gelangten
direkt an das Hilfswerk. In der Mehrzahl wurden Familien unterstützt,
insgesamt 10'000 Erwachsene und Kinder. Die Hilfeleistungen umfassen
in der Regel: finanzielle Beiträge an dringende Auslagen, Abgabe von
Einkaufsgutscheinen, direkte Sachleistungen wie Betten, Kleider oder
Schuhe; für Familien und Eineltern-Haushalte Gratisferien der Reka
und die überaus wichtige individuelle Beratung von Menschen in Not.
Insgesamt beliefen sich die Direkthilfen im Geschäftsjahr 2005/2006
auf 3.8 Mio. Franken.
Armut und Alter: Problemverlagerung von Alt zu Jung
Das Bild der Winterhilfe als Hilfe für die ältere Bevölkerung oder
als Bergbauernhilfe stimmt schon lange nicht mehr. Im Vordergrund
stehen eindeutig die sogenannten "neuen Armen", Alleinstehende und
Familien mit zu geringem Verdienst (Working Poor), Arbeitslose und
allein erziehende Mütter. Bedeutsam geblieben sind als weitere
Ursache einer Notlage nach wie vor Krankheit, Unfall oder
Invalidität. Ein ungenügendes Alterseinkommen wird hingegen in nur
sieben Prozent der Fälle als Grund eines Unterstützungsgesuchs
genannt. Heute decken die Sozialversicherungen das Risiko recht gut
ab und die Altersarmut hat gegenüber früher stark abgenommen.
Weihnachtsaktion für Benachteiligte in der Schweiz
1936, vor siebzig Jahren, wurde die Winterhilfe gegründet. Dieses
Jubiläum nutzt die Winterhilfe, um von Armut betroffene Familien und
isoliert lebende Alleinstehende mit einer Weihnachtsbescherung zu
überraschen. Wie Monika Weber an der Delegiertenversammlung
erläuterte, möchte die Winterhilfe mit dieser Hilfsaktion Menschen in
belastenden Verhältnissen Mut machen und ihnen zu spüren geben, dass
sie nicht alleine gelassen werden. Unter Weihnachtsbescherung ist ein
Geschenk, ein Weihnachtszustupf oder das Erfüllen eines lang gehegten
Wunsches zu verstehen. Dabei kann es durchaus um grundlegende
Bedürfnisse und ganz Praktisches gehen. Die Winterhilfe ist in allen
Regionen der Schweiz verankert und mit Sozialdiensten sowie privaten
Sozialberatungsstellen gut vernetzt, was den Zugang zu den
Hilfebedürftigen erleichtert. Die Aktion richtet sich denn auch in
erster Linie an jene Menschen mit existenziellen Sorgen, welche den
Winterhilfe-Verantwortlichen vor Ort bereits bekannt sind. Für die
Weihnachtsaktion steht ein Betrag von CHF 200'000 zur Verfügung. Die
Hilfsaktion dauert bis 24. Dezember.
Spendenkonto: PK 80-8955-1 oder online via www.winterhilfe.ch
Benötigen Sie den Text und Bilder über die Tätigkeit der
Winterhilfe in elektronischer Form? Dann können Sie das Gewünschte
direkt von unserer Homepage www.winterhilfe.ch, Rubrik
"Medienservice" herunterladen.

Kontakt:

Andreas Zehnder
Tel. +41/1/269'40'50
Fax +41/1/269'40'55
E-Mail: a.zehnder@winterhilfe