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19.05.2005 – 16:30

Schweizerischer Bauernverband

Freihandelsabkommen: Keine Konzessionen zu Lasten der Landwirtschaft

Brugg (ots)

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) ist sich
der wichtigen Bedeutung von Freihandelsabkommen für die Wirtschaft 
bewusst. Konzessionen zu Lasten der Landwirtschaft erachtet er 
jedoch als absolut unzumutbar, da die Landwirtschaft bereits durch 
die anstehende WTO-Liberalisierungsrunde Ausfälle von 1,5 bis 2,5 
Milliarden Franken zu gewärtigen hat.
Durch ein Freihandelsabkommen mit den USA könnten im Bereich der 
Nahrungsmittel technische Handelshemmnisse abgebaut und geschützte 
geografische Herkunftsbezeichnungen (AOC/IGP) anerkannt werden. 
Andererseits würde auch die USA im Bereich der nicht tarifären 
Handelshemmnisse Konzessionen von der Schweiz verlangen. Dies könnte 
dazu führen, dass landwirtschaftliche Produkte aus den USA ohne 
entsprechende Deklaration in die Schweiz eingeführt werden dürften, 
selbst wenn diese nach in der Schweiz verbotenen Produktionsmethoden 
(z.B. durch den Einsatz antimikrobieller Leistungsförderer oder die 
Verwendung von Hormonen in der Fleischproduktion) erzeugt wurden. 
Dadurch würde das hohe schweizerische Anforderungsniveau an die 
Produktion von Nahrungsmitteln durch Importe unterlaufen. Für die 
unternehmerischen Schweizer Landwirte bedeutete dies bei der 
Vermarktung ihrer Erzeugnisse eine massive Benachteiligung.
Die Ergebnisse der laufenden WTO-Runde sind zwar noch nicht 
bekannt, es ist jedoch bereits aus heutiger Sicht klar, dass die 
schweizerische Landwirtschaft durch das WTO-Agrarabkommen massiv 
unter Druck geraten wird. Die Berechnungen des Bundesamtes für 
Landwirtschaft zeigen, dass die Landwirtschaft alleine durch das 
Agrarabkommen mit einem Verlust von 1.5 bis 2.5 Milliarden Franken 
rechnen muss. Dies bedeutet eine Einbusse von rund einem Fünftel der 
heutigen Gesamtproduktion. Durch den allfälligen Abschluss eines 
Freihandelsabkommens mit den USA unter Einbezug von 
landwirtschaftlich erzeugten Verarbeitungsprodukten müsste die 
schweizerische Landwirtschaft zusätzliche, massive Verluste 
hinnehmen. Dadurch würde auch der interne Reformprozess der 
Agrarpolitik torpediert.
Der SBV ist sich der Bedeutung der Handelsbeziehungen zwischen 
der Schweiz und den USA und der Vorteile, welche ein 
Freihandelsabkommen für die Wirtschaft bringen kann, bewusst. Diese 
Vorteile dürfen aber unter keinen Umständen durch Konzessionen zu 
Lasten der Landwirtschaft „erkauft“ werden.
Rückfragen:
Jacques Bourgeois, Direktor SBV, Tel. 031 385 36 41 
Mobile 079 219 32 33
Dr. Heidi Bravo, Stabsstelle Internationales SBV, 
Mobile 078 681 86 06
Urs Schneider, Stv. Direktor, Leiter Stab/Kommunikation SBV, 
Tel. 056 462 51 11, Mobile 079 432 29 15
www.sbv-usp.ch