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0,5-Promille-Grenzwert hat die Sicherheit auf den Strassen erhöht

Eine erste Bilanz anderthalb Jahre nach der Senkung des Promille- Grenzwerts von 0,8 auf 0,5 fällt positiv aus: Der neue Grenzwert ist gut akzeptiert, drei Viertel der Personen mit Führerschein sind der Ansicht, die Senkung habe "positive Auswirkungen" gehabt. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Marktforschungsinstitut amPuls im Auftrag der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme, der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung und anderer Auftraggeber durchgeführt hat. Die Zahl der Personen, die in Unfällen mit Alkoholeinfluss schwer verletzt oder getötet worden sind, ging denn auch innert Jahresfrist um 14 Prozent zurück.

Seit 18 Monaten gilt auf Schweizer Strassen der 0,5-Promille- Grenzwert: Verkehrsteilnehmer, die mit höherer Alkoholkonzentration im Blut in eine Kontrolle geraten, müssen mit einer Haftstrafe und/oder Busse sowie mit Führerausweisentzug rechnen. Eine aktuelle repräsentative Umfrage zeigt auf, dass die Senkung der Promille- Grenze zu einem Umdenken und zu Verhaltensänderungen geführt hat und dass 90 Prozent der Führerscheinbesitzer die 1-Glas-Regel kennen.

Breite Akzeptanz in der Bevölkerung

Die Akzeptanz des 0,5-Promille-Grenzwerts ist hoch: 85 Prozent der befragten Führerscheinbesitzer befürworten die Senkung von 0,8 auf 0,5 Promille, drei Viertel sind der Ansicht, die Grenzwertsenkung habe "positive Auswirkungen" gehabt, namentlich auf die Sicherheit im Strassenverkehr. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage bei 1359 Personen (1058 davon mit Führerschein) in der Deutsch- und Westschweiz hervor, welche das Marktforschungsinstitut amPuls im Auftrag der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA), der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) und anderer Auftraggeber zwischen April und Juni durchgeführt hat. Als häufigste Verhaltensänderung seit der Einführung des 0,5- Promille-Grenzwerts nennen die befragten Führerscheinbesitzer die Reduktion des Alkoholkonsums. Zwei Drittel geben an, sich "immer" oder "meistens" an die Regel zu halten, vor dem Fahrzeuglenken höchstens ein Glas eines alkoholischen Getränks zu konsumieren. In der Deutschschweiz halten sich markant mehr Verkehrsteilnehmer (70 Prozent) an die 1-Glas-Regel als in der Westschweiz (52 Prozent). Auch bei der Akzeptanz des 0,5-Promille-Grenzwerts fallen die Werte in der Westschweiz deutlich tiefer aus.

Jede vierte Person geht Risiken ein

Die Reduktion des Alkoholkonsums vor dem Fahren und der in der Umfrage ersichtliche generell bewusstere Umgang mit Alkohol haben die Sicherheit auf den Strassen deutlich erhöht. Darauf lassen jedenfalls die neusten Unfallzahlen des Bundesamts für Statistik schliessen: Die Zahl der Personen, die in Unfällen mit mutmasslichem Alkoholeinfluss getötet oder schwer verletzt wurden, lag 2005, also nach Einführung des 0,5-Promille-Grenzwerts, 14 Prozent unter dem Vorjahreswert. Problematisch ist allerdings, dass sich nach wie vor zu viele Menschen alkoholisiert ans Steuer setzen: Jede vierte Person mit Führerschein (in der Westschweiz sogar jede dritte) gab im Rahmen der aktuellen Befragung zu, gelegentlich zu viel zu trinken, obwohl sie noch fahren sollte.

Auskunft:
Janine Messerli,               Rolf Moning
Mediensprecherin SFA, Mediensprecher bfu
Tel. 021 321 29 74 Tel. 031 390 21 11
E-Mail: jmesserli@sfa-ispa.ch E-Mail: r.moning@bfu.ch

Diese Medienmitteilung finden Sie auch auf der Internetseite der SFA: http://www.sfa-ispa.ch/index.php?IDtheme=64&IDcat24visible=1&langue=D



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