Staatskanzlei Luzern

Berufsbildung boomt: So viele neue Lehrverträge wie noch nie!

Luzern (ots) - Mit einer Berufslehre das Fundament schaffen für ein erfolgreiches Arbeitsleben - das wollen und können im Kanton Luzern so viele junge Leute wie nie zuvor: 4559 neue Lehrverträge wurden bis Ende August abgeschlossen.

4559 neu abgeschlossene Lehrverträge im Kanton Luzern! Damit wurde der Rekord vom letzten Jahr erneut übertroffen, und wie! Das sind 265 Lehrverträge oder 6 Prozent mehr als im Vorjahr. 87 Prozent der neuen Lernenden sind im Kanton Luzern wohnhaft, 13 Prozent in einem Nachbarkanton. Deutlich mehr Lehrverträge gibt es vor allem im Gesundheitsbereich. Der Beruf Fachfrau/-mann Gesundheit erlebt einen eigentlichen Boom (plus 27 Prozent), was unter anderem auf die von Spitälern und Heimen zusätzlich geschaffenen Lehrstellen zurückzuführen ist. Das Interesse der jungen Leute an den Gesundheitsberufen ist erfreulich, rechnet man doch in diesem Bereich für die kommenden Jahre mit einem spürbaren Mangel an qualifiziertem Personal. Begehrt waren bei den jungen Frauen und Männern erneut Ausbildungsplätze in den Berufen Kauffrau/-mann und Detailhandelsfachfrau/-mann. Auf weniger Interesse stiessen gewisse Berufe im Baugewerbe und in der Haustechnik, obwohl gerade gewerbliche Berufe sehr gute Perspektiven bieten.

20 Prozent nach der Volksschule mit Einstiegsproblemen

Die Mehrheit der Jugendlichen bewältigt die Lehrstellensuche ohne grössere Probleme. Doch ca. 20 Prozent der Jugendlichen, die jährlich die Volksschule verlassen, verfügen nicht über die notwendigen Voraussetzungen, um den direkten Einstieg in die Berufsbildung zu schaffen. Für sie stellt die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung bereits in der Berufswahlphase diverse Unterstützungsangebote (u.a. Berufsintegrations-Coaching, Mentoring) bereit. Rund 1000 Jugendliche, die im April noch keine Anschlusslösung hatten, wurden zentral erfasst. Rund 300 von ihnen fanden mit Hilfe professioneller Vermittler bis im Sommer noch eine Lehrstelle. 600 Jugendliche erhielten einen Platz in einem der kantonalen Brückenangebote, mehr als die Hälfte davon einen, der aus einer Kombination von Schule und Praxis besteht. Weitere rund 150 Jugendliche wurden in speziellen Programmen privater Anbieter oder in einem arbeitsmarktlichen Angebot untergebracht.

Ein Drittel mehr Plätze für Jugendliche mit vorwiegend praktischen Begabungen

Insgesamt sind die Perspektiven für Jugendliche, die mit einer drei- oder vierjährigen Lehre überfordert sind, deutlich besser geworden. Erfreulicherweise konnte nämlich das Angebot an zweijährigen Lehrplätzen durch intensive Marketing-Anstrengungen um über 100 Stellen (plus 34 Prozent) erweitert werden. Der Lehrstellenausbau betrifft vor allem die neu geschaffenen Attestlehren Assistent/-in Gesundheit und Soziales, Informatikpraktiker/-in, Büroassistent/-in und Bäcker-Konditor-Confiseur/-in und zeigt, dass in den Luzerner KMU's durchaus auch junge Leute mit vorwiegend praktischen Begabungen gefragt sind.

Lehrstellen: Vom Lehrstellen-Markt zum Lernenden-Markt

Generell hat sich der Lehrstellenmarkt in den letzten zwei Jahren grundlegend gewandelt. Nach längerer Zeit mit einem Mangel an Lehrstellen sehen wir uns nun teilweise mit einem Mangel an Lernenden konfrontiert. In vielen Berufen ist das Angebot heute grösser als die Nachfrage. Allein im Kanton Luzern bleiben dieses Jahr 278 gemeldete Lehrstellen unbesetzt. Diese neue Situation ist zum einen auf die leicht sinkende Zahl der Schulabgänger/innen zurückzuführen. Gleichzeitig floriert die Wirtschaft und die Betriebe schaffen zusätzliche Lehrstellen mit dem Ziel, längerfristig auch auf diese Weise dem Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken. Die neue Situation auf dem Lehrstellenmarkt hat enorme Auswirkungen auf die Rekrutierungs- und Selektionspraxis. Die Jugendlichen können aus einem breiten Angebot wählen und die Betriebe versuchen, ihre Lehrstellen immer noch früher zu besetzen. Die Chancen und Risiken dieser veränderten Ausgangslage sind Thema der Luzerner Berufsbildungsgespräche, die am 25. Oktober 2011 im Berufsbildungszentrum Wirtschaft, Informatik und Technik in Emmen stattfinden.

Beste Perspektiven mit einer Berufslehre

Die Zahlen zur Lehrstellensituation 2011 zeigen einmal mehr, wie viel Goodwill die Luzerner Unternehmen der Berufsbildung entgegen bringen und wie stark sie sich für die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses einsetzen ? auch für Jugendliche mit nicht optimalen Bildungsvoraussetzungen. Allerdings weisen viele Lehrbetriebe darauf hin, dass es für sie zunehmend schwieriger wird, geeignete Jugendliche für Lehrstellen mit hohen Anforderungen zu finden. Leistungsstarke Jugendliche und ihre Eltern unterschätzen oft, welch hervorragende Ausgangslage eine Berufslehre für die spätere Karriere schafft. Da sich Theorie und Praxis in der Berufsbildung optimal verbinden, sind die Absolventen auf dem Arbeitsmarkt überaus gefragt. Wer zusätzlich die Berufsmatura absolviert, erhält direkten Zugang zu einem Studium an der jeweiligen Fachhochschule. Und über die höhere Berufsbildung lassen sich zahlreiche eidgenössische Titel erlangen, die in der Wirtschaft hohe Wertschätzung geniessen. Keine Frage, die Berufsbildung ist der Weg der Profis (siehe www.berufsbildungplus.ch )!

Anhang Top30 Berufswahl bei Männern / bei Frauen 
Grafik Entwicklung 2-, 3- und 4-jährige Lehrstellen 

Anhänge:

http://www.lu.ch/download/sk/mm_photo/9277_201100906_dbw-top30.pdf

http://www.lu.ch/download/sk/mm_photo/9277_201100906_dbw-grafik.pdf

Kontakt:

Josef Widmer
Leiter Dienststelle Berufs- und Weiterbildung
Tel.: +41/79/681'44'05
(erreichbar heute Dienstag: 11-12 Uhr und 14-15 Uhr)
E-Mail:josef.widmer@lu.ch
Internet: www.beruf.lu.ch



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