Staatskanzlei Luzern

Fünf Jahre Luzerner Interventionsprojekt gegen häusliche Gewalt LîP: Massnahmen greifen

    Luzern (ots) - Die Leistungsbilanz des Luzerner Interventionsprojekts gegen häusliche Gewalt nach fünf Jahren ist positiv: Die Bevölkerung hat erkannt, dass das Problem der häuslichen Gewalt viele Menschen trifft; die Fachleute haben die Zusammenarbeit verstärkt und neue gesetzliche Vorschriften (Wegweisungsnorm) bieten langfristig die Chance für einen wirksamen Abbau von häuslicher Gewalt. Viel wurde in den letzten fünf Jahren geleistet - es gibt aber auch künftig noch viel zu tun.

    Das Luzerner Interventionsprojekt gegen häusliche Gewalt Das Luzerner Interventionsprojekt gegen häusliche Gewalt LîP wurde am 1. Januar 2001 mit den Zielen gestartet, "häuslicher Gewalt wirksam entgegen zu treten, den Schutz und die Sicherheit von Frauen und Kindern zu verbessern und die Täter zur Verantwortung zu ziehen". Das Projekt kann grob in vier Phasen aufgeteilt werden: Sensibilisierung (2001 bis 2003), Umsetzung (2003 bis 2004), Stabilisierung (Mitte 2004 bis 2006) und Weiterentwicklung (ab 2007).

    Koordination als Basis für eine erfolgreiche Strategie gegen häusliche Gewalt Das LîP ist in erster Linie ein Koordinationsprojekt. Das wichtigste Instrument des LîP ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit am Runden Tisch. Alle wichtigen Institutionen arbeiten eng zusammen: Amtsstatthalterämter, Amtsgerichte, Bildungsstelle Häusliche Gewalt, Fabia, Fachstelle gegen Männergewalt, Fachstelle Kinderschutz, Forensischer Dienst Luzerner Psychiatrie, Frauenhaus, Kantonspolizei, Obergericht, Opferberatungsstelle des Kantons Luzern, Opferhilfe Kant. Sozialamt, Sozialvorsteherverband, Staatsanwaltschaft und Vollzugs- und Bewährungsdienste.

    Leistungsausweis - konkret Zum Leistungsnachweis des LîP gehören:

- Mitwirkung an der Einführung und Begleitung der   Interventionsstrategie "Ermitteln statt Vermitteln" bei der   Kantons- und Stadtpolizei.

- Weiterbildung und Sensibilisierung von Polizeikorps für die   besonderen Formen der häuslichen Gewalt; Herausgabe und Streuung   von Nothilfekarten für Opfer und Täter / Täterinnen;   Sensibilisierungs- und Öffentlichkeitsarbeit für Institutionen,   Medien und einzelne Zielgruppen.

- Einführung und Begleitung der Wegweisungsnorm. Das LîP hat in   Zusammenarbeit mit allen beteiligten Institutionen viel erreicht.   Das belegen die folgenden Zahlen und Fakten. Laut Statistik der   Kantonspolizei erfolgten 2006 bei 670 Meldungen 547 Interventionen   und 306 Anzeigen (2001: 184 Meldungen, 174 Interventionen,   57 Anzeigen).

    Ausblick

    Zur Strategie gehörte in den ersten Jahren auch eine breite, kontinuierliche Präventions- und Sensibilisierungsarbeit zum Thema "Häusliche Gewalt". Sie ist nach wie vor notwendig, kann indessen aus Ressourcengründen nur eingeschränkt wahrgenommen werden. Längst nicht alle Betroffenen wenden sich an die Polizei, sondern suchen sich Hilfe und Unterstützung im Bekannten- und Freundeskreis, bei Beratungsstellen und / oder Zufluchtsstätten. Den bekannten Fällen von häuslicher Gewalt steht eine Dunkelziffer gegenüber, die von Fachleuten auf 70 - 90 Prozent geschätzt wird.

Anhänge www.lu.ch/download/sk/mm_photo/4841_Statistik_Häusliche_Gewalt.pdf

ots Originaltext: Staatskanzlei Luzern
Internet: www.presseportal.ch

Kontakt:
Charlotte Habegger-Zumbühl
Leiterin Luzerner Interventionsprojekt gegen häusliche Gewalt
Tel.: +41/041/228'59'29 ab 14:30 Uhr



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