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Zwischenbilanz zum Krankenkassenwechsel: Kleine Kassen am stärksten von Mitgliederverlusten bedroht

Zürich (ots)

Die jüngste Prämienerhöhung veranlasst viele
Versicherte zum Handeln: Seitdem die neuen Prämien vorliegen, sind
beim Internetvergleichsdienst comparis.ch rund zwei Millionen
Prämienvergleiche durchgeführt worden. Wie die Analyse von rund
200'000 über comparis.ch an die Kassen gestellten Offertanfragen
zeigt, müssen vor allem kleine Krankenkassen, deren Prämien stark
aufschlagen, mit einer Abwanderung der Versicherten rechnen. Grosse
Kassen können auf eine treue Kundschaft zählen. Die Berechnungen von
comparis.ch stützen zudem die Prognose des BSV, wonach die
Neueinteilung der Prämienregionen keinen Einfluss auf das gesamte
Prämienvolumen hat.
Die Erhöhung der Krankenkassenprämien für das Jahr 2004 liegt mit
7,4 Prozent (Durchschnittswert für alle Versicherten und alle
Franchisestufen) leicht tiefer als in den letzten Jahren. Das BSV,
welches die Prämienerhöhung lediglich für die Erwachsenen mit der
tiefsten Franchise kalkuliert hat, spricht gar von einer "moderaten
Erhöhung" von 4,3 Prozent. Trotzdem werden in diesem Jahr so viele
Versicherte wie schon seit langem nicht mehr die Kasse wechseln. Auf
der Internetvergleichsplattform von comparis.ch sind seit Bekanntgabe
der neuen Prämien rund zwei Millionen Prämienvergleiche abgefragt
worden. comparis.ch hat 200'000 Offertanfragen, welche im vergangenen
Monat von rund 150'000 Versicherten über die comparis.ch-Plattform an
die Krankenkassen übermittelt wurden, statistisch ausgewertet.
Kassenwechsel: Die kritische Grenze liegt bei zehn Prozent
Prämienerhöhung
Ab einer Prämienerhöhung von zehn Prozent nimmt gemäss comparis.ch
die Neigung der Versicherten zum Kassenwechsel deutlich zu. Bei den
Versicherten mit einer Prämienerhöhung von unter zehn Prozent liegt
die Zahl der Offertanfragen bei rund einem Prozent des entsprechenden
Versichertenbestandes. Bei der Gruppe der Versicherten mit einer
Prämienerhöhung von zehn bis fünfzehn Prozent liegt dieser Wert bei
drei Prozent und bei den Versicherten mit Prämienerhöhungen von 20
bis 25 Prozent gar bei 11 Prozent. Bei den besonders betroffenen
Versicherten, welche mit einer 40 Prozent höheren Prämie 2004
konfrontiert sind, steigt er fast auf die Hälfte (45 Prozent).
Erwachsene mit hoher Franchise besonders wechselfreudig
Was nach Bekanntgabe der vom BSV verfügten Reduktion der
Franchisenrabatte zu erwarten war, bewahrheitet sich aufgrund der
Untersuchungsresultate von comparis.ch: Die guten Risiken -
Versicherte mit 1500-er Franchise - fliehen vor den teilweise
drastischen Prämienerhöhungen. Die Anzahl der Offertanfragen liegt
bei rund 15 Prozent bezogen auf alle Versicherten mit 1500-er
Franchise, während bei den übrigen Franchisenstufen die Anteile
zwischen 1,7 und 3,7 Prozent liegen.
Alternative Versicherungsmodelle im Vormarsch
Die alternativen Versicherungsmodelle (HMO- und Hausarztmodelle)
erfreuen sich steigender Beliebtheit bei den Versicherten. Gemäss der
comparis.ch-Untersuchung liegen die Offert- anfragen für
Alternativ-Modelle in einigen Regionen bereits gleichauf mit
denjenigen für das traditionelle Grundversicherungsmodell.
Neueinteilung der Prämienregionen ohne Auswirkungen auf das
Prämienvolumen
Die Voraussage des Bundesamtes für Sozialversicherung (BSV),
wonach die Neueinteilung der Prämienregionen prämienneutral verlaufen
werde, hat sich in den Berechnungen von comparis.ch bestätigt. Obwohl
die neuen Prämienregionen keinen Einfluss auf das gesamte
Prämienvolumen haben, gibt es Gewinner und Verlierer. Zu den
Gewinnern gehört der Kanton Freiburg, mit einem aufgrund der neuen
Einteilung der Prämienregionen um 51 Millionen Franken tieferen
Prämienvolumen. Auf der anderen Seite steht der Nachbarkanton Bern,
mit einem um 42 Millionen höheren Prämienvolumen. Bei der Ermittlung
dieser Zahlen durch comparis.ch wurde wiederum die Annahme getroffen,
dass der Marktanteil der in den jeweiligen Kantonen tätigen Kassen in
allen Gemeinden gleich ist. Diese - auch vom BSV als zulässig
betrachtete - Annäherung bezogen auf die Gesamtheit der Versicherten
ist unumgänglich, da der genaue Mitgliederbestand der Krankenkassen
in den knapp 3000 Gemeinden der Schweiz nicht zur Verfügung steht.
Mehr Mitgliederabgänge bei den Kleinkassen
comparis.ch hat im Zuge ihrer Offertanalyse einen Index über die
zu erwartenden Mitgliederverluste erstellt und den prozentualen
Anteil der Offerten bezogen auf die Mitgliederzahl der Kasse
untersucht. Kleine Krankenkassen, welche in den vergangenen Jahren
oft aufgrund ihrer günstigen Prämien einen starken Zustrom an
Versicherten verzeichnen konnten, scheinen das Wachstum nicht gut
verkraftet zu haben. Der Anteil der von ihren Versicherten über
comparis.ch an andere Krankenkassen gerichteten Offertanfragen liegt
mit 5 bis 13 Prozent des Versichertenbestandes überdurchschnittlich
hoch. Der Grund liegt auf der Hand: Viele Kleinkassen mussten die
Prämien stark erhöhen, um die wachstumsbedingt notwendig gewordene
Erhöhung der Reserven finanzieren zu können. Sie sind heute
vielerorts nicht mehr in der Lage, die günstigsten Prämien anzubieten
und werden einen Teil der jüngst akquirierten Neukunden verlieren.
Die grossen Krankenkassen erfreuen sich einer treuen Kundschaft. Der
prozentuale Anteil der Offertanfragen im Verhältnis zur Zahl ihrer
Versicherten liegt bei zwei bis drei Prozent. Es zahlt sich offenbar
aus, die Prämie - wenn auch bereits auf hohem Grundniveau - konstant,
aber dafür moderat zu erhöhen.
Umfassende Betrachtung der Versicherungssituation
Dieses Jahr beeinflussen verschiedene Faktoren die Entwicklung der
Krankenkassenprämien. Der comparis.ch-Krankenkassenvergleich wurde um
eine neue Funktionalität erweitert: Die Versicherten sehen, wie sich
die verschiedenen Einflussfaktoren wie Teuerung, Reduktion des
Franchisenrabatts und Neueinteilung der Prämienregion auf ihre Prämie
auswirken. Dies als Hilfe auf dem Weg zu einer tieferen Prämie,
mittels Wechsel der Krankenkasse, der Wahl der richtigen Franchise
oder über den Wechsel zu einem Hausarzt- oder
HMO-Versicherungsmodell.
Detaillierte Zahlen und Grafiken zu den im Mediencommuniqué
erwähnten Punkten können bei  kristin.hartmann@comparis.ch bezogen
werden.

Kontakt:

Richard Eisler
Geschäftsführer
Stampfenbachstr. 48
8006 Zürich
Telefon +41/1/360'52'62
Telefax +41/1/360'52'72
E-Mail: info@comparis.ch
Internet: http://www.comparis.ch

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