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Seebeben - Opfer der Flutkatastrophe: Internationale Adoption ist nicht die richtige Lösung - Eine erneute Traumatisierung vermeiden

Bern (ots)

Nach der Flutkatastrophe in Südostasien
haben viele Personen in der Schweiz bei Behörden und Fachstellen für 
Adoptionen den Wunsch geäussert, Waisenkinder aus den betroffenen 
Regionen zu adoptieren. Die Zentralbehörde zur Behandlung 
internationaler Adoptionen im Bundesamt für Justiz begrüsst diese 
Hilfsbereitschaft, betont aber zugleich, dass die internationale 
Adoption keine Lösung für die anstehenden Probleme ist.
Gemäss internationalen Grundsätzen müssen die Kinder möglichst nahe 
bei ihrer vertrauten Umgebung bleiben können, damit zuerst ihre 
Identität abgeklärt und anschliessend ihre Familie (Eltern oder 
weitere Familienmitglieder) gesucht werden können. Die Kinder haben 
ein Recht darauf, bei ihren Angehörigen oder in einer Familie in 
ihrem Ursprungsland bleiben zu können. Eine internationale Adoption 
kommt erst in Frage, wenn keine andere Lösung im Ursprungsland 
(insbesondere eine nationale Adoption) möglich ist. Eine voreilige 
Entwurzelung aus ihrer gewohnten Umgebung könnte diese Kinder nur 
erneut traumatisieren. Die betroffenen Länder brauchen Zeit, um die 
notwendigen Abklärungen zu treffen und jene Kinder zu 
identifizieren, die allenfalls auf eine internationale Adoption 
angewiesen sind.
Weitere Auskünfte:
David Urwyler, Bundesamt für Justiz, Tel. 031 / 323 41 32

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