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pafl: Verleihung des Liechtenstein-Preises 2002 an der Universität Innsbruck

(ots)

Vaduz, 7. März (pafl) -

Seit 1983 verleiht das Fürstentum
Liechtenstein einen Preis für wissenschaftliche Forschung an der 
Leopold-Franzens Universität in Innsbruck. Dieser mit insgesamt EUR 
7500 dotierte Preis ergeht für das Jahr 2002 zu gleichen Teilen an 
die drei Preisträger: Martin Kocher, Mag. Paul Videsott und Mag. 
Paul Scheier.
Anlässlich eines kleinen Festaktes am Donnerstag, 6. März 2003, 
wurden an der Universität Innsbruck die Preise durch den Leiter des 
Schulamtes, Guido Wolfinger, übergeben. Die Preisträger, die für 
ihre herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet 
wurden, stellten im Anschluss an die Preisverteilung ihre Arbeiten 
im Rahmen von Kurzreferaten vor.
Die preisgekrönte Arbeit von Martin Kocher beschäftigt sich mit dem 
öffentlichen Sektor in Kleinstaaten bzw. Kleinststaaten, vor allem 
mit der Bereitstellung öffentlicher Güter und Leistungen. 
Theoretisch lässt sich ableiten, dass sehr kleine Staaten aufgrund 
der besonderen Eigenschaften öffentlicher Güter einen Kostennachteil 
zu tragen haben. Tatsächlich wird in der Arbeit empirisch 
nachgewiesen, dass der Anteil des öffentlichen Sektors an der 
Wirtschaftsleistung in kleinen Staaten grösser ist als in grossen 
Staaten. Anhand von 21 Kleinstaaten wird auf Basis dieser Erkenntnis 
die Art der Bereitstellung jener öffentlichen Güter genau 
analysiert, die potenziell besonders hohe Kosten für Kleinstaaten 
verursachen. Der letzte Teil der Arbeit versucht dann ein sich 
daraus ergebendes Paradoxon aufzulösen: Warum nimmt die Anzahl der 
Kleinstaaten in der Welt zu, obwohl diese einen relativen 
Kostennachteil im öffentlichen Sektor zu tragen haben?
In seinem Forschungsprojekt vergleicht Mag. Paul Videsott die 
vordeutschen Ortsnamen von über 100 Gemeinden im Ostalpenraum, u.a. 
auch in Liechtenstein. Mit mathematisch-statistischen Methoden 
werden dabei Sprach- und Dialektgrenzen nachgewiesen, die durch den 
Übergang vom Ladinischen zum Deutschen im Grossteil des 
Untersuchungsgebietes mittlerweile überdeckt sind.
Die mit dem Preis des Fürstentums Liechtenstein ausgezeichneten 
Arbeiten von Mag. Paul Scheier entstanden in einer Zusammenarbeit 
des Instituts für Ionenphysik der Leopold-Franzens Universität 
Innsbruck und dem Institut für Kernphysik der Justus-Liebig 
Universität Giessen. Ziel der gemeinsamen Untersuchungen, die im 
Rahmen eines APART Stipendiums der Österreichischen Akademie der 
Wissenschaften gefördert wurden, war die Wechselwirkung von 
Elektronen mit Fullerenionen. Fullerene sind Moleküle, die nur aus 
Kohlenstoff bestehen und einen hohlen Käfig formen. Der bekannteste 
Vertreter, das C60, hat die Form eines Fussballs mit einem 
Durchmesser von nur 10-9. Bei den Untersuchungen stellte sich 
heraus, dass dieses kleine Molekül sich wie eine winzige geladene 
Metallkugel verhält. Bereits vor den gemeinsamen Untersuchungen 
zwischen Innsbruck und Giessen haben mehrere Gruppen die kollektive 
Anregung der äusseren Elektronen des C60 beobachtet. Die Messungen 
in Giessen zeigten erstmalig, dass dieser Effekt auch bei der 
Wechselwirkung zwischen Elektronen und Fullerenen, die zur 
Zerstörung dieser Moleküle führt, eine wichtige Rolle spielt.

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