Verein "Nein zur 2. Gotthardröhre", "Non au 2e tube au Gothard", "No al raddoppio del Gottardo"

Die 2. Gotthardröhre, ein Pakt mit dem Teufel

Göschenen (ots) - Mit einer Aktion beim Teufelsstein - exakt 35 Jahre nach der Eröffnung des Gotthard-Strassentunnels - warnt der Verein «Nein zur 2. Gotthardröhre» vor der Verdoppelung der Lastwagenzahl. «Was am Gotthard geschieht, wirkt sich auf das ganze Land aus: Wird die Strassenkapazität mit einer 2. Röhre verdoppelt, verdoppelt sich bald schon die Zahl der Lastwagen, die quer durch die Schweiz fahren.» Das sagte Jon Pult, Co-Präsident des Vereins «Nein zur 2. Gotthardröhre» und Präsident der Alpen-Initiative, vor dem sagenumwobenen Teufelsstein in Göschenen UR: «Auf diesen Pakt, auf diesen Teufelspakt lassen wir uns nicht ein.»

Die Schweiz würde mit der 2. Röhre zur kürzesten vierspurigen Verbindung zwischen Nordeuropa und Italien. Mit gravierenden Folgen: Hundertausende Lastwagen, die heute die Route über den Brennerpass zwischen Österreich und Italien wählen, würden zur Fahrt durch die Schweiz eingeladen. Am Brenner gibt es bereits vier Spuren - und auch doppelt so viele Lastwagen, nämlich rund 2 Millionen pro Jahr. Die Verkehrsprognosen für den Güterverkehr sind zudem alarmierend. In Italien werden die Häfen vergrössert, der Suezkanal wurde bereits ausgebaut, Bestellungen von Mega-Frachtschiffen mit 20'000 Containern laufen auf Hochtouren.

«Mit einer 2. Röhre öffnet die Schweiz die Schleusen für den Transitverkehr und provoziert Verhältnisse wie am Brenner. Das kann sich niemand im Ernst für die Schweiz wünschen.», sagte Jon Pult weiter.

Bei der Eröffnung des Gotthard-Strassentunnels 1980 erklärte der damalige Bundesrat Hans Hürlimann feierlich: «Dieser Tunnel ist kein Korridor für den Schwerverkehr.» Daraus sind rund 1 Million Lastwagen geworden, die jährlich durch den Gotthard fahren. Nun verspricht Bundesrätin Doris Leuthard, beim Bau einer 2. Strassenröhre werde dann nur je eine Spur benutzt und die Kapazität nicht erhöht. Dieses Versprechen taugt ebenso wenig jenes von Hans Hürlimann. «Es glaubt doch kein Mensch im Ernst, dass die Schweiz eine 2. Röhre baut und sie dann nur halb nutzt», so Jon Pult. Das Gesetz, in dem diese 1-Spur-Regelung festgehalten sei, lasse sich jederzeit abändern. Ist das Geld ausgegeben und das Loch gebohrt, sind Versprechen hinfällig und Gesetze rasch revidiert.

Jon Pult fügte in Göschenen hinzu: «Die Schweiz muss auf die Verlagerung der Gütertransporte von den Lastwagen auf die Bahn setzen, nicht auf eine 2. Strassenröhre. Es wäre kreuzfalsch, ausgerechnet jetzt die Kapazitäten der Transitstrassen auszubauen, wo doch 2016 der Gotthard-Basistunnels eröffnet wird.»

Download Fotos ab 12 Uhr: www.zweite-roehre-nein.ch

Kontakt:

Jon Pult, Co-Präsident Verein «Nein zur 2. Gotthardröhre» und 
Präsident Alpen-Initiative, 076 508 16 33


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