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European Press Prize

Bekanntgabe der Gewinner des European Press Prize 2015

Kopenhagen, Dänemark (ots/PRNewswire) - Im Rahmen des European Press Prize (EPP), dessen Gewinner heute bekannt gegeben wurden, werden Journalisten aus Russland, Spanien, Frankreich, Bosnien, Rumänien und Grossbritannien für herausragende Leistungen geehrt.

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Zusätzlich zu den Auszeichnungen für Berichterstattung, Recherchen, Innovation und Kommentierung verliehen die Preisrichter eine Sonderauszeichnung für das von Paul Radu und Drew Sullivan gegründete Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP).

Die Preisrichter betonten, dass das OCCRP überall dort, wo es aktiv ist, eine aussergewöhnlich motivierte, unbeirrte Kraft für das Gute sei. Seine Mitglieder würden nicht reich, aber die Gesellschaften, denen sie dienen, würden durch die sorgfältigen Recherchen, die nur authentischer, unabhängiger Journalismus bieten kann, reicher und reiner.

Die European Press Prize Auszeichnungen werden wie folgt vergeben:

DISTINGUISHED WRITING (Hervorragendes Schreiben)

Hoch gelobt wurde James Meeks "wundervoll aufgezeichneter" Bericht In Farageland über Meeks Zeit mit dem Anführer der United Kingdom Independence Party sowie Michael Oberts lebendige und meisterhafte Erzählung über die Dynamik innerhalb von Boko Haram, Inside Boko Haram.

Gewinner der Auszeichnung ist jedoch Your Husband Voluntarily Went Underfire von Elena Kostyuchenko für die Novaya Gazeta in Moskau. Ein hervorragend und bewegend geschriebener Artikel, der mit gewandter Erzählkunst von einer russischen Frau berichtet, die den Leichnam ihres Ehemanns zu finden versucht, der als Soldat bei Kampfhandlungen in der Ukraine umkam, aber unter dem Deckmantel bürokratischen Schweigens in Russland beerdigt wurde. Dabei handelt es sich zudem um individuelle Berichterstattung vom Feinsten, die den Lesern zeigt, wie tief Vladimir Putins Regierung in die Geschehnisse in der Ostukraine verstrickt ist.

INVESTIGATIVE REPORTING (Investigativer Journalismus)

Die Preisrichter würdigten Tom Burgis von der Financial Times für seinen enthüllenden Bericht über Sam Pas Aktivitäten als The Middleman zugunsten der chinesischen Einflussnahme in Afrika und lobten Stephen Grey und sein Team von Reuters für ihre Serie über den immensen Reichtum der Entourage von Präsident Putin.

Gewinner der Auszeichnung ist jedoch Ander Izagirres Recherche How to produce dead guerrillas (ursprünglich für El Pais in Madrid). Es ist eine einsame und mutige Erzählung, die beschreibt, wie kolumbianische Armeeoffiziere normale, zivile Jugendliche entführten, ermordeten und als Guerillas verkleideten, um anschliessend Belohnung für ihre Leichen zu fordern. Die Preisrichter fanden Izagirres Arbeit mitreissend, hervorragend aufgebaut und menschlich erschütternd. Er erzählte eine furchterregende Geschichte, die niemand mehr vergessen konnte.

COMMENTATOR (Kommentator)

Rutger Bregman erhielt Anerkennung für seine zweite Nominierung binnen zwei Jahren für seine Serie zur finanziellen Ungleichheit. Bewunderung erhielten Svetoslav Terzievs bedenkenlose Angriffe auf die Korruption in Bulgarien in seiner Kolumne im Sega Daily, in der er Namen nennt und nichts vorenthält, sowie Maria Loukas (VICE), die das Los der Griechen ihrer Generation - ohne Arbeitsplatz, Aussichten und Hoffnung - beklagt.

Gewonnen hat jedoch Nick Cohens im The Observer veröffentlichte, scharfzüngige und wortgewandt angewiderte Kolumne The cowardice of Nigel Farage. Die Jury genoss Cohens Eifer, Rhetorik und Entschlossenheit, mit der er seine Zielobjekte direkt angriff.

INNOVATION (Innovation)

In diesem Jahr beschieden die Preisrichter, dass die grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen Journalisten eine Welle von Innovationen im journalistischen Streben freigesetzt hat, dank der Journalismus nun wirklich international wird. Sie erwähnten besonders die Schockwellen, die durch 64 europäische, für 26 verschiedene Organisationen arbeitende Journalisten ausgelöst wurden, und die in den Luxembourg Leaks belegten, wie das Gross-Herzogtum auch zu einer grossen Steueroase wurde. Die Jury würdigte die Anstrengungen von Journalisten aus Frankreich, Weissrussland, Russland und Litauen für ihre Recherchen zur Offenlegung des The Belarus Network, das Gelder aus dem Präsidialamt in Minsk an Orte in Syrien und den Sudan leitet.

Gewinner wurde jedoch der in Frankreich von Nicolas Kayser-Bril im Namen von zehn Journalisten, die in sechs verschiedenen Ländern zusammenarbeiten, eingereichte Beitrag The Migrants' Files. Er ist ein ehrgeiziges Beispiel für auf Datensammlung beruhendem Journalismus, der die grauenvollen Einzelheiten des Sterbens von Flüchtlingen an die Öffentlichkeit bringt. Jahr für Jahr sinken Boote und verunglücken Lastwagen und in ihnen sterben Hunderte armer und verzweifelter Migranten auf ihrer Suche nach einem besseren Leben in Europa. Weil über das volle Ausmass und den Schrecken des Problems nicht zuverlässig berichtet wird, nimmt die Tragödie kein Ende. The Migrant Files beginnt, diese Lücke zu füllen. Es ist eine mühsame und notwendige Arbeit - und sie fördert Einzelheiten zu Tage, die unsere Menschlichkeit auf die Probe stellen.

Die Preisrichter des EPP sind:

- Chairman Sir Harold Evans, freigestellter Chefredakteur von Reuters,
  London
- Sylvie Kauffman, Chefredakteurin von Le Monde, Paris
- Jørgen Ejbøl, früherer Redakteur der Jyllands-Posten, Kopenhagen
- Yevgenia Albats, Chefredakteur der The New Times, Moskau
- Juan Luis Cebrian, Gründer und Redakteur von El Pais, Madrid
 

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Weitere Informationen: Thomas van Neerbos,
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