SBV Schweiz. Baumeisterverband

Baumeisterverband für zweite Gotthardröhre

Zürich (ots) - Der Schweizerische Baumeisterverband befürwortet den Bau einer zweiten Gotthardröhre. Für den Bau sprechen wirtschaftliche und ökologische Gründe. Zudem wird durch einen zweiten, einspurig geführten Strassentunnel die Verkehrssicherheit erhöht. Die vom UVEK vorgelegten vier Sanierungsvarianten, die alle eine mehrjährige Totalsperrung des Gotthardtunnels vorsehen, lehnt der Baumeisterverband ab. Eine durchgehende Vollsperrung während 2,5 Jahren oder eine Sanierung in mehreren Etappen mit insgesamt 42 Monaten Bauzeit wäre verheerend. Sie würde die Wirtschaft in den Gotthardkantonen Tessin und Uri massiv belasten. Zudem würden Graubünden und Wallis mit erheblichem Ausweichverkehr belastet.

Gemäss dem Bundesamt für Strassen belaufen sich die Investitionskosten für den Bau einer zweiten Tunnelröhre ohne Kapazitätserweiterung auf rund zwei Milliarden Franken. Zum Vergleich: Die Kosten für die Sanierung des alten Tunnels und die nur kurzzeitig nutzbaren Entlastungsanlagen überschreiten bei jeder der vier Vollsperrung-Varianten die 1-Milliarden-Franken-Grenze. Angesichts des Zusatznutzens, welche eine zweite Röhre betreffend Verfügbarkeit und Sicherheit bietet, ist dieser Mehrbetrag eine nachhaltige Investition in die Zukunft.

«Das Fehlen einer stabilen und schnellen Transitroute zwischen dem Tessin und der Deutschschweiz wäre für unsere Wirtschaft und unseren Tourismus fatal», warnt Vittorino Anastasia, der Direktor des Tessiner Baumeisterverbands. Während der Vollsperrung alle Fahrten auf die Bahn zu verlegen, erachtet er als zu riskant. «Ein kleiner Felssturz, wie er sich am 7. März in der Nähe des Bahnhofs Gurtnellen ereignet hat, würde reichen, um die Nord-Süd-Achse während Tagen unpassierbar zu machen», so Anastasia.

Mit einer zweiten Röhre wird auch die Verkehrssicherheit gesteigert. Der Verkehr soll auch künftig pro Richtung nur einspurig, neu aber richtungsgetrennt fliessen. Das Sicherheitssystem des Tunnels könnte damit entscheidend verbessert werden. In den letzten zehn Jahren waren sämtliche Unfälle mit Todesfolge ausschliesslich auf Frontalkollisionen zurückzuführen. Durch eine richtungsgetrennte Verkehrsführung lassen sich diese Unfälle vermeiden.

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