SBV Schweiz. Baumeisterverband

Gewerkschaften Unia und Syna verursachen definitiv einen vertragslosen Zustand
Schweizerischer Baumeisterverband ernüchtert über Ausgang der Spitzengespräche

Zürich (ots) - Der Schweizerische Baumeisterverband ist ernüchtert über die jüngste Verweigerungstaktik der Gewerkschaften Unia und Syna. Spitzengespräche haben gezeigt, dass diese keine bedingungslose Verlängerung des geltenden Landesmantelvertrags (LMV) wollen. Sie machen eine Verlängerung im Gegenteil von neuen, inakzeptablen Lohnforderungen abhängig. Damit verursachen Unia und Syna definitiv einen vertragslosen Zustand. Folge: Die Bauarbeiter verlieren ab 1. Januar 2012 den sozialsten GAV der Schweiz mit den höchsten Handwerkerlöhnen. Dem Lohndumping wird im Bauhauptgewerbe Tür und Tor geöffnet.

Nachdem Unia und Syna letzte Woche an einer Medienkonferenz Konzessionsbereitschaft vorgespielt hatten, zeigten sie sich in Spitzengesprächen mit dem Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) wieder von ihrer kompromisslosen Seite. Trotz weitgehender Konzessionen des SBV präsentierten sie sogar weitere Lohnforderungen. Über die vom SBV offerierte Anhebung der effektiven Löhne um 1,5 Prozent hinaus verlangen sie eine Erhöhung der Mindestlöhne um mindestens zwei Prozent per 1. Januar 2012. Ohne diese Erhöhung sind sie nicht zu einer Verlängerung des LMV 08 bereit. Der LMV 08 läuft Ende 2011 aus.

Ohne LMV-Verlängerung gibt es für den SBV aber keine Lohnvereinbarung 2012 zwischen den Sozialpartnern. Es gilt für 2012 damit die einseitige Empfehlung des Baumeisterverbands an seine Mitgliedfirmen, die Lohnsumme um 1,0 Prozent anzuheben. Und vor allem: Ohne LMV-Verlängerung werden weitere Verhandlungen vor dem Hintergrund eines vertragslosen Zustandes ablaufen. Das ist fatal. Denn ein GAV bringt der Branche allgemein verbindliche Mindeststandards. Ohne GAV, in einem vertragslosen Zustand, fehlen diese Standards; es droht Lohn- und Sozialdumping.

Umso schockierender ist es, wie verantwortungslos Unia und Syna mit dem vertragslosen Zustand pokern. Zumal der LMV der arbeitnehmerfreundlichste GAV der Schweiz ist. Er legt Mindestlöhne fest, die weit über jenen der meisten andern Handwerksberufe liegen. So verdient ein Maurer mit Berufslehre pro Monat minimal Fr. 5'450.- und ein Hilfsarbeiter Fr. 4'400.-. Ein ungelernter Arbeiter verdient also einige hundert Franken mehr als viele ausgebildete Fachkräfte in anderen Handwerken. Die effektiven Löhne liegen durchschnittlich sogar neun Prozent über dem Mindestlohn: Ein Maurer verdient im Durchschnitt Fr. 5'800.-, ein Ungelernter Fr. 4'800.-. Hinzu kommen ein 13. Monatslohn, fu?nf Wochen Ferien (ab 50 sechs Wochen), acht bezahlte Feiertage, 720 Tage Lohnfortzahlung bei Krankheit und eine schweizweit einzigartig arbeitnehmerfreundliche Fru?hpensionierung mit 60 Jahren.

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