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Kommentar zu Ungarn
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Osnabrück (ots) - Wieder im Käfig

Der eine Theaterleiter ist Antisemit, der andere darf den Kulturbetrieb als "entartet" geißeln, Medienunternehmen werden von der rechtsnationalen Regierungspartei auf Linie gebracht: wenn da keine Alarmglocken Sturm läuten. Dieser politische Wechsel in Ungarn lässt sich nicht mehr mit dem üblichen Postenverteilen rechtfertigen. Da bahnt sich ein gesellschaftlicher Umsturz an, der allem ins Gesicht schlägt, was seit dem Ende erst der NS-Diktatur und dann des Ostblocks an Demokratie in Europa aufgebaut worden ist. Fürs Kultur- und Medienleben ist das besonders fatal, weil da junge Triebe gekappt werden, die noch gar nicht recht im Saft standen nach dem Abdanken des Sozialismus. Klassisches auf der Bühne ist so ziemlich das Letzte, was der immer noch altmodisch-traditionelle osteuropäische Theaterbetrieb brauchen kann. Ins Vakuum drängt ein Rechtsradikalismus, der (wieder) alles Liberale verteufelt. Was für eine Katastrophe für ein Land, das auch kulturell in aller Freiheit und Ruhe seine Fühler ausstrecken wollte.

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