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Villeroy & Boch: EU-Strafe prägt das Zahlenwerk (mit Dokument)

Comment: Villeroy & Boch (ISIN: DE0007657231 / WKN: 765723)

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Utl.: Comment: Villeroy & Boch (ISIN: DE0007657231 / WKN: 765723)

Hamburg (euro adhoc) - Die von Villeroy & Boch veröffentlichten 9M-Zahlen fielen leicht unter unseren Erwartungen aus. Trotz der deutlichen Konjunkturbelebung ist es dem Unternehmen nicht gelungen, an der guten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu partizipieren und die Erlöse zu steigern. Der Umsatz ist gegenüber dem Vorjahreswert um 1,6% auf 520,8 Mio. gefallen. Positiv hingegen hat sich das EBIT vor Sonderaufwendungen entwickelt. Nachdem es im Vorjahreszeitraum noch im negativen Bereich gelegen hat (EBIT 9M/2009: -10,4 Mio. Euro) fiel es im Berichtszeitraum wieder deutlich positiv aus (EBIT 9M/2010: 9,9 Mio. Euro). Insbesondere die durchgeführten Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen haben zu der deutlichen Verbesserung beigetragen. Nach Sonderaufwendungen lag das EBIT aufgrund des hohen EU-Kartellbußgeldes in Höhe von 71,5 Mio. Euro bei -63,1 Mio. Euro.

Die Klageerhebung hat nach EU-Recht keine aufschiebende Wirkung, weswegen Villeroy & Boch die Geldbuße in Q3 zunächst im vollen Umfang zahlen musste. Da es sich bei der Klage um eine außerordentlich hohe Strafe handelt, deren Rechtmäßigkeit u.E. auch noch unklar ist, gehen wir von einer außergerichtlichen Einigung aus. Die endgültige Höhe der Strafe dürfte deutlich niedriger ausfallen, womit dem Unternehmen in den nächsten Jahren ein hoher cash-wirksamer außerordentlicher Ertrag zufließen würde.

Innerhalb der Segmente hat sich der Bereich Tischkultur schwächer entwickelt. Der Umsatz ging um 9,7% auf 183,6 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis lag trotz des Umsatzrückgangs mit -4,5 Mio. Euro auf Vorjahresniveau und spiegelt damit die gestiegene Effizienz wider. Der Umsatz im Segment Bad und Wellness konnte hingegen um 3,5% auf 337,2 Mio. Euro gesteigert werden. Hauptgrund hierfür war das starke Auslandsgeschäft. Auch das Ergebnis lag mit 14,5 Mio. Euro (VJ: -6,1 Mio. Euro) deutlich über dem Vorjahreswert.

Trotz der Erwartung eines starken Schlussquartals (Weihnachtsgeschäft) wird die Umsatzentwicklung für das Gesamtjahr 2010 von der Verschiebung eines Großauftrags in Höhe von 29 Mio. Euro in das Folgejahr geprägt sein. Entsprechend dürfte der Umsatz leicht unter dem Vorjahresniveau liegen. Das operative Ergebnis (vor EU-Bußgeld) dürfte auf rund 15 Mio. Euro ansteigen.

Aufgrund der schwächeren Umsatzentwicklung sowie der Umsatzverschiebung passen wir unsere Prognosen (siehe Tabelle Seite 2) an. Entsprechend dieser Adjustierung senken wir das Kursziel von 6,35 Euro auf 6,00 Euro. Das Kaufen-Rating wird bestätigt.

+++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS / HAFTUNGSAUSSCHLUSS unter http://www.montega.de +++

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