Pro Juventute

Aktuelle repräsentative Umfrage von Pro Juventute zeigt Aufklärungsbedarf bei Eltern: Nur 15% der Eltern wissen, mit wem ihre Kinder im Internet Kontakt haben

Zürich / Lausanne (ots) - Die heute veröffentlichte repräsentative Umfrage von Pro Juventute zeigt, dass nur 15% der Eltern Bescheid wissen, mit wem ihre Kinder im Internet Kontakt haben. Dabei wäre gerade in der Cyberwelt wichtig, dass Eltern ihre Kinder begleiten, da diese online leicht an die falsche Adresse geraten: sie werden von Pädokriminellen kontaktiert, landen in virtuellen Darkrooms oder klicken auf Pop-Ups mit harter Pornographie. Pro Juventute will daher ihre Aufklärungsarbeit weiter verstärken, wie sie heute bekannt gibt. Die Stiftung informiert mit ihrer aktuellen Sexualaufklärungskampagne Eltern für Online-Risiken, stellt Informationen zur Verfügung und zeigt, dass die Pro Juventute Elternberatung Unterstützung bietet.

Nur 15% der Eltern wissen, mit wem ihre Kinder im Internet Kontakt haben. Dies zeigt die aktuelle Umfrage[1] 'Kinder an der falschen Adresse - wie Eltern online ihre Kinder begleiten' der Stiftung Pro Juventute, bei der erhoben wurde, ob die Befragten oder die Eltern in ihrem Umfeld wissen, mit wem ihre bzw. deren Kinder im Internet Kontakt haben. 34% der Befragten dagegen wissen nicht so genau oder überhaupt nicht Bescheid, mit wem ihre Kinder oder die Kinder und Jugendlichen in ihrem Umfeld Kontakt haben. 28% geben an, nur ungefähr zu wissen, mit wem die Kinder online verkehren. Pro Juventute will daher im laufenden Jahr Eltern noch stärker sensibilisieren, sich dafür zu interessieren, mit wem ihre Kinder im Internet Kontakt haben. «Erziehung heutzutage muss den Online-Raum genauso miteinbeziehen wie den Offline-Raum», sagt Stephan Oetiker, Direktor Pro Juventute.

Sexualaufklärung und Neue Medien: nur ein Viertel der Eltern spricht darüber

Grossen Handlungsbedarf zeigt die Umfrage zudem bei der Aufklärung rund um Sexualität und Internet: nur knapp ein Viertel der Befragten (24%) gibt an, dass in seiner Familie/seinem Bekanntenkreis mit Kindern und Jugendlichen über Online-Risiken im Zusammenhang mit Sexualität gesprochen wird. 40% geben an, dass höchstens hin und wieder und 11%, dass nie darüber gesprochen wird. «Für Eltern ist es oft nicht einfach, über das Thema Sexualität zu sprechen. Dennoch ist ungeheuer wichtig, dass Kinder nicht allein gelassen werden damit», sagt Daniela Melone, Leiterin Elternberatung Pro Juventute. Denn: Wenn Kinder und Jugendliche im Internet unterwegs sind, befinden sie sich oft nur einen Klick entfernt von sexuellen Inhalten und geraten leicht an die falsche Adresse. Sie landen in virtuellen Darkrooms, klicken auf Pop-Ups mit harter Pornographie oder erhalten sexuelle Darstellungen zugeschickt. Sind Kinder über Themen rund um Sexualität und Internet aufgeklärt, können sie mit solchen Inhalten besser umgehen. Daniela Melone: «Daher ist es wichtig, dass Eltern dafür sorgen, dass ihre Kinder über die nötigen Informationen verfügen und wissen, an wen sie sich mit Fragen wenden können.»

Unterstützung für Eltern: Pro Juventute verstärkt nationale Kampagne

«Mit unserer Arbeit wollen wir sensibilisieren», sagt Daniela Melone. «Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen die Erfahrungen, die wir in der täglichen Beratung bei der Notrufnummer 147 machen: Eltern fehlt häufig das Bewusstsein, dass Kinder eine Ansprechperson zum Umgang mit der Cyberwelt brauchen.» Die nationale Kampagne von Pro Juventute informiert Eltern hierzu mittels Plakaten, Online-Clip, Mailings und einer Informationsplattform darüber, bei der Sexualaufklärung ihrer Kinder den Cyberspace miteinzuschliessen. «Die Kampagne ist gut angelaufen, die Arbeit im Bereich Sexualaufklärung und Neue Medien muss aber weiter verstärkt werden», so Direktor Stephan Oetiker.

Individuelle Antworten auf Fragen

Sexualaufklärung ist für viele Eltern eine grosse Herausforderung. Dass diese heute auch den Onlinebereich umfassen muss, macht es nicht einfacher. Gewisse Fragen entstehen über längere Zeit, andere tauchen wie aus dem Nichts auf. Dazu kommt, dass keine Familie gleich ist und kein Kind wie das andere. Hier setzt die Pro Juventute Elternberatung an: Unter der Nummer 058 261 61 61 finden Eltern individuelle Antworten auch auf Fragen rund um Sexualaufklärung, Cyberbelästigung und neue Jugendrisiken wie Grooming und Sexting. Neu steht die Elternberatung für alle Eltern und Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Fragen können telefonisch oder online per Mail zu jeder Tages- und Nachtzeit an die Fachberaterinnen und -berater gerichtet werden (www.projuventute-elternberatung.ch).

Download-Materialien zur Kampagne

   - Für Online-Medien: Spot zur Einbindung in die Berichterstattung:
  http://youtu.be/Qy9o1LP1t1I 
   - Bildmaterial: 
  www.projuventute.ch/index.php?id=2587&L=0 

   - Kampagnenplattform: 
  www.projuventute.ch/aufklaerung 

   - Informationen zum Thema und zur Kampagne: 
  www.projuventute.ch/index.php?id=2589 

[1] Umfrage des Forschungsinstitut gfs-Zürich im Auftrag von Pro Juventute bei 1000 in der Schweiz wohnhaften Personen. Mai 2014.

Kontakt:

Pro Juventute, Marianne Affolter, Leiterin Kommunikation,
Tel. 044 256 77 74, 079 659 67 33, E-Mail:
marianne.affolter@projuventute.ch

Pro Juventute, Irene Heimgartner, Leiterin Public Affairs,
Stv.Leiterin Kommunikation,
Tel. 044 256 77 36, 079 501 24 23, E-Mail:
irene.heimgartner@projuventute.ch


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