Leipzig Tourismus und Marketing GmbH

Ein touristischer Höhepunkt 2015: Leipzig feiert 1000 Jahre Ersterwähnung

Panorama von Leipzig, Jubiläum 1000 Jahre Leipzig, City-Hochhaus, Thomaskirche, Nikolaikirche, Neues Rathaus, Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/70361 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Leipzig Tourismus und Marketing GmbH/Andreas Schmidt"

Leipzig (ots) - Bach, Goethe, Grieg, Kafka, Leibniz, Mendelssohn Bartholdy, Nietzsche, Schiller, Schumann, Wagner - die Liste bedeutender Persönlichkeiten, die in Leipzig gelebt oder gewirkt haben, ist lang und liest sich wie ein Who is Who der europäischen Geschichte. Neben Paris und Wien gilt Leipzig bis heute als bedeutendste Musikstadt. Aber auch als Messestadt, Buchstadt, Industriemetropole oder als Stadt der Friedlichen Revolution schrieb Leipzig Weltgeschichte.

Im Jahr 2015 blickt Leipzig auf ein besonderes Datum zurück. Am 20. Dezember 1015 erwähnte Thietmar, Bischof von Merseburg, Leipzig erstmals in seiner Chronik. Aus Anlass der Ersterwähnung gestaltet die Stadt 2015 ein Festjahr, das die Vielfalt Leipzigs zeigen wird. Das Jubiläum betet die Chance, die bewegte Geschichte und lebendige Vergangenheit stärker in das Bewusstsein der Bürger zu rücken und mit überregional bedeutenden Veranstaltungen nationale und internationale Gäste nach Leipzig einzuladen. Das Festprogramm der 1000-Jahr-Feier ist facettenreich wie die Stadt und ihre Geschichte. Zu Jahresbeginn trifft sich vom 4. bis 8. Februar 2015 die Eishockey-Elite zur Hallenhockey-Weltmeisterschaft. Das Museum der bildenden Künste Leipzig zeigt vom 28.2. bis 25.5.2015 im Rahmen der Ausstellung "Paul Klee - Sonderklasse, unverkäuflich" rund 100 Werke des bedeutenden Expressionisten Paul Klee. Ab April 2015 beleuchtet das Museum für Druckkunst mit einer Sonderausstellung die Geschichte der Druck- und Verlagsstadt.

Weitere Höhepunkte des Festjahres 2015 (Auswahl)

Eröffnung Gewässerverbindung Karl-Heine-Kanal, Lindenauer Hafen (1. Quartal 2015)

Festwoche: "850 Jahre St. Nikolai" (16.-25.5.2015)

Ausstellung: "in urbe libzi vocata - 1000 Jahre Leipzig", Stadtgeschichtliches Museum Leipzig (20.5.-25.10.2015)

Festakt: Eröffnung Kongresshalle (21.5.2015)

Festwoche, Innenstadt (29.5.-7.6.2015)

"Lipsias Löwen - ein Stadtfestspiel", eine Inszenierung von Theater Titanick, ausgewählte Stadtteile und Innenstadt (31.5.2015)

Festkonzert: "Alles was Odem hat...", Felix Mendelssohn Bartholdy, Sinfonie-Kantate "Lobgesang" op. 52 MWV A 18, Gewandhausorchester, 1000-stimmiger Chor und Solisten, Leitung: Riccardo Chailly, Red Bull Arena (6.6.2015)

Bachfest Leipzig (12.-21.6.2015)

Leipziger Festtage (21.8.-3.9.2015)

Lichtfest Leipzig 2015 (9.10.2015)

Abschluss des Festjahres, u.a. mit einem großen Geburtstagskuchen für alle Gäste (20.12.2015)

Für die Koordination des Jubiläums ist Torsten Bonew, "Leipzig2015"-Beauftragter der Stadt Leipzig, verantwortlich. Die Schirmherrschaft für 1000 Jahre Leipzig hat Bundespräsident Joachim Gauck übernommen. Die Leipzig Tourismus und Marketing (LTM) GmbH bewirbt das Jubiläum weltweit und hat anlässlich der Internationalen Tourismusbörse (Berlin (ITB) einen Prospekt "1000 Jahre Leipzig" herausgegeben. Informationen zum Jubiläum gibt es unter www.leipzig2015.de.

Wie entstand Leipzig?

Die eigentliche Besiedlung des Stadtkerns begann im 5. Jahrtausend v. Chr. auf dem Gelände südlich des heutigen Goerdelerrings. Eingewanderte Slawen bauten im 6. Jh. eine feste Ansiedlung. Um 800 erhielt die sorbische Siedlung den Namen "Lipzk" (lipa = Ort bei den Linden). 928 wurde auf dem Hügel des späteren Matthäikirchhofs die deutsche Burg "urbs lipsi" gegründet, die 1015 in der Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg erstmals erwähnt wurde. Als Gründungsjahr der Stadt gilt das Jahr 1165, in dem Markgraf Otto der Reiche das Stadtrecht und das Marktrecht erteilte. An der Kreuzung der zwei Handels- und Heerstraßen via regia und via imperii gelegen, entwickelte sich Leipzig nun zu einem wichtigen Handelszentrum. Ein Meilenstein auf diesem Weg war das im Jahr 1497 von Kaiser Maximilian I. verliehene Messeprivileg. Es erhob die dreimal im Jahr abgehaltenen Märkte zu Reichsmessen und verbot, den im Umkreis von 15 Meilen liegenden Städten Märkte durchzuführen.

Die Universität Leipzig

Auch die Universität trug maßgeblich zur Entwicklung Leipzigs bei. Sie wurde am 2.12.1409 mit vorwiegend aus Prag kommenden Professoren gegründet und ist heute nach Heidelberg die zweitälteste Universität Deutschlands, an der durchgängig gelehrt wird. Ihr hervorragender Ruf zeigt sich auch darin, dass etwa 40 Nobelpreisträger hier wirkten, lehrten oder ihre Werke verlegten. Einer der bedeutendsten ist Werner Heisenberg, der 1932 den Nobelpreis für Physik erhielt. Heute hat die Universität Leipzig über 150 Institute und Einrichtungen, an denen fast 30.000 Studenten studieren.

Hier spielt die Musik

Die Anfänge des musikalischen Lebens in Leipzig reichen bis 1212 zurück. Markgraf Dietrich eignete sich ein Gotteshaus an und "stiftete" es den Augustiner-Chorherren. Aus der Stiftschule ging der Thomanerchor hervor, der später 27 Jahre von Johann Sebastian Bach geleitet wurde. Leipzigs Aufstieg zur europäischen Musikstadt begann 1743. In diesem Jahr fanden sich 16 Kaufleute zusammen und gründeten den Konzertverein "Großes Concert". Nach dem Umzug in das Messehaus der Tuchwarenhändler (Gewandhaus) erhielt das Orchester den Namen Gewandhausorchester. In ihm erklang am 25.11.1781 das erste Gewandhauskonzert. Fast alle berühmten Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart oder die in Leipzig geborene Pianistin Clara Wieck traten hier auf. Den europäischen Ruhm begründete Felix Mendelssohn Bartholdy, der 1835 als Gewandhauskapellmeister gewonnen wurde. Die Geburtsstunde der Oper Leipzig schlug bereits 1693, womit sie nach Mailand und Hamburg die drittälteste Musikbühne Europas ist. Mit herausragenden Dirigenten und Komponisten wie Albert Lortzing, Gustav Mahler und Richard Wagner, der am 22.5.1814 in Leipzig geboren wurde, strahlt sie bis heute nach außen. Wer sich auf die Spuren der Musikstadt begeben möchte, kann der "Leipziger Notenspur" folgen. Das Wegeleitsystem verbindet in einem 5 km langen Rundgang 24 Stationen des musikalischen Schaffens.

Weltzentrum des Buchhandels

Durch den ab 1724 an der Universität Leipzig wirkenden Literaturtheoretiker Johann Christoph Gottsched wurde Leipzig auch zum Mittelpunkt des geistigen Lebens in Deutschland. Er legte mit der "Grundlegung einer Deutschen Sprachkunst" 1748 die erste brauchbare deutsche Grammatik vor. Der Verlagsbuchhändler Philipp Erasmus Reich sorgte dafür, dass sich Leipzig zum Weltzentrum des Buchhandels entwickelte. Unter ihm vollzog sich 1764 der Umzug der führenden Buchmesse von Frankfurt nach Leipzig, so dass sich Leipzig als Standort für deutschsprachige Werke etablierte. Diese Entwicklung wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder umgekehrt. Im Jahr 1900 verzeichnete das Leipziger Stadtadressbuch mehr als 2.200 Firmen aus allen Zweigen des Buchhandels und Buchgewerbes, darunter 848 Verlage. Vom damaligen Glanz des Grafischen Viertels zeugt noch heute das Reclam-Karree. Aber auch sonst hat die Buchstadt viel zu bieten: Jährlich im März findet die "Leipziger Buchmesse" statt, die mit über 2.000 Ausstellern und etwa 1.800 Lesungen das Bücher-Festival schlechthin darstellt.

Die industrielle Revolution in Leipzig

Im April 1839 war die Leipzig-Dresdner Eisenbahn mit einer Länge von 120 Kilometern die erste Fernbahn Deutschlands. Der Nationalökonom Friedrich List, der 1833 nach Leipzig gekommen war, wies den Industriellen nach, welche Bedeutung der Schienenverkehr für die wirtschaftliche Entwicklung besaß. Er plante ein deutsches Eisenbahnnetz, bei dem Leipzig eine zentrale Rolle zukam. Die Industrialisierung begann vor allem im Stadtteil Plagwitz. Dort wurde bis heute ein ca. 90 ha großes Flächendenkmal der Industriearchitektur erhalten. Plagwitz war das erste planmäßig entwickelte, großräumige Industriegebiet Deutschlands. Es wurde von Karl Heine geprägt, der sich schon früh für die Eisenbahn sowie die wirtschaftliche Nutzung von Wasserwegen begeisterte. Seine Visionen ermöglichten den Bau eines Kanals, der von Leipzig nach Hamburg führen sollte.

Hauptstadt des Historismus

Nach 1989 erfolgte durch die Stilllegung vieler Betriebe der Niedergang von Plagwitz. Doch glücklicherweise überdauerten die meisten Bauensembles die schwierigen Jahre. Heute kann man ehrfurchtsvoll die prachtvollen Backsteinbauten sowie die beeindruckenden Kanäle bewundern, die Leipzig zur Hafenstadt machen sollen. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg war die Eröffnung des Stadthafens im Jahr 2010.

Leipzigs architektonischer Reichtum resultiert aus dem erstaunlichen Wachstums der Stadt zwischen 1871 und 1914. Die Einwohnerzahl wuchs von ca. 100.000 auf ca. 625.000 an, so dass der Wohnungsbau florierte. Heute besitzt die Stadt den quantitativ und qualitativ größten Reichtum an Bauten des Historismus. Eine Architekturspezialität sind die Messehäuser und Passagen, die meist Ende des 19. Jh. entstanden. Zu Leipzigs "Messe-Blütezeit" 1927 waren 50 Messehäuser in Betrieb.

Schwierige Zeiten

Vor Beginn des Zweiten Weltkriegs war Leipzig die viertgrößte Stadt mit über 700.000 Einwohnern. Da sich hier das Rüstungszentrum der Luftfahrtindustrie befand und über 200 Rüstungsbetriebe produzierten, war Leipzig für die Alliierten von großer militärstrategischer Bedeutung. Das schwerste Bombardement, bei dem über 5.000 Menschen ihr Leben verloren, fand in der Nacht vom 3. zum 4.12.1943 statt. Glücklicherweise wurde Leipzig jedoch nicht so stark zerstört, wie andere deutsche Städte.

Während der DDR-Zeit konnte Leipzig trotz der schwierigen Bedingungen an seine Traditionen anknüpfen. Es entstanden beeindruckende Bauten wie das neue Opernhaus (1969), das heutige City-Hochhaus (1972) und das Gewandhaus (1981). Von 1947 bis 1990 wurden im Frühjahr und im Herbst Universalmessen durchgeführt, die Leipzig zur Drehscheibe des Ost-West-Handels machten. Diese Weltoffenheit führte dazu, dass Leipzig als die westlichste Stadt der DDR galt und die Bürger die Möglichkeit hatten, ihre Privatzimmer an Messegäste zu vermieten.

Die Friedliche Revolution

Im Kontrast zu den freundschaftlichen Messekontakten stand der DDR-Alltag, der geprägt war von Mangelwirtschaft, dem Verfall der Wohnhäuser und der Verlogenheit der Medien. Immer mehr Leipziger reisten aus oder suchten Zuflucht in den Kirchgemeinden, vor allem in der Nikolaikirche. Dort organisierte Pfarrer Christian Führer seit dem 20.9.1982 jeden Montag die Friedensgebete gegen das Wettrüsten. Die Zahl der Bürgerrechtler, die Reformen einforderten, wuchs. Sie wurden angeregt von Michail Gorbatschows Politik der Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umbau). Im Herbst `89 gingen die Bilder von den Friedensgebeten in der Nikolaikirche und den Montagsdemonstrationen um die Welt. Der entscheidende Tag der Friedlichen Revolution war der 9.10.1989, als 70.000 Demonstranten in Leipzig mit dem Ruf "Wir sind das Volk!" das SED-Regime stürzten. Damit wurde der Weg zur Einheit Deutschlands frei. Im Jahr 2014 feiert Leipzig das 25-jährige Jubiläum der Friedlichen Revolution. Ein Höhepunkt ist das Lichtfest Leipzig am 9.10.2014.

Beständig ist die Veränderung

Heute wohnen in Leipzig etwa 535.000 Menschen. In kaum einer anderen Stadt wurde nach 1990 derart viel und spektakulär gebaut. Nicht nur die Neue Messe und das Paulinum, sondern auch die sanierten Gründerzeit-Häuser bestimmen das Bild des neuen Leipzigs. Im Umfeld des Flughafens Leipzig/Halle siedelten sich namhafte Unternehmen wie DHL, BMW und Porsche an. Touristisch beeindruckend ist der Landschaftswandel, der sich im Leipziger Neuseenland vollzieht. Aus ehemaligen Tagebaurestlöchern entsteht ein Verbund aus 18 Seen mit vielen Freizeitangeboten. Das Leben spielt sich jedoch vor allem in der 1 qkm großen Innenstadt ab. Hier laden Geschäfte, Restaurants und Cafés zum Verweilen ein. Und hier tummeln sich bis früh am Morgen Geschäftsleute, Studenten und Lebenskünstler auf der Kneipenmeile "Drallewatsch".

Ein bekanntes Zitat von Gotthold Ephraim Lessing aus dem Jahr 1749 lautet: "Ich komme nach Leipzig, an einen Ort, wo man die ganze Welt im Kleinen sehen kann."

Diese Worte haben bis heute Gültigkeit.

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