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Alles beim Alten - nur teurer, Kommentar zum Ausgang der TV-Übertragungsrechteauktion der Deutschen Fußballliga zugunsten von Sky Deutschland, von Björn Godenrath.

Frankfurt (ots) - Da dürfen sich die Liga-Bosse aber mal gegenseitig auf die Schulter klopfen. Eine Steigerung von gut 50% bei den TV-Erlösen, obwohl eigentlich alles beim Alten bleibt, das hatte man nicht erwarten dürfen. In Zahlen: 2,5 Mrd. Euro erhalten die 36 deutschen Bundesliga-Clubs in den vier Spielzeiten ab 2013 - Leo Kirch hatte damals rund 2 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.

Der Goldesel für die Liga heißt Sky Deutschland. Den Unterföhringern ist es gelungen, die Deutsche Telekom bei der Rechteauktion auszustechen. Doch um was für einen Preis? Die ehemalige Premiere zahlt künftig 486 Mill. Euro pro Saison gegenüber den bisherigen 250 Mill. Euro. Dafür besitzt Sky nun aber auch das ganz große Pay-TV-Paket und kann das Programm über alle technischen Verbreitungswege verkaufen. Angesichts der horrend gesteigerten Rechtekosten muss der Kunde künftig vielleicht mehr zahlen für sein Bundesliga-Abo.

Die Alternative heißt beschleunigtes Kundenwachstum. Unter der Führung von Brian Sullivan ist es dem Pay-TV-Konzern gelungen, zum Jahreswechsel die Marke von 3 Millionen Abos zu durchbrechen. Unter tätiger finanzieller Mithilfe von Großaktionär News Corp wird seit Sullivans Amtsantritt im Frühjahr 2010 kontinuierlich in die Programmqualität sowie die technische Reichweite investiert - und Sullivan hat seit Jahr und Tag schmunzelnd vermittelt, dass das Ziel eher bei 4 oder 5 Millionen Kunden liegt denn beim nun erreichten Niveau.

Investoren fällt eine Bewertung des Unternehmens schwer, zumal mit absehbaren Kapitalspritzen eine weitere Verwässerung droht. Eine Studie bezifferte den Wert pro Aktie auf 4,86 Euro, wenn die Bundesliga-Rechte für rund 400 Mill. Euro bei Sky landen und 2015 ein Abobestand von 5 Millionen erreicht ist. Das ist der "Bull Case". Im Basisszenario sind es 4,2 Millionen Kunden, der Wert je Aktie reduziert sich (freilich ohne die zusätzlichen Web-TV- und Mobilfunk-Rechte) auf 2,17 Euro - eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Am Dienstag notierte das Papier schlussendlich 7% höher bei 2,146 Euro.

Während Sky Deutschland auf der einen Seite natürlich erleichtert sein kann über den Zuschlag für die Bundesliga-Rechte, hat ihr die Liga angesichts des Preises eine schwere Bürde mit auf den Weg gegeben. Die Clubs stehen nun in der Verantwortung, das Geld verantwortungsvoll zu investieren, also nicht nur in sündhaft hoch vergütete Kickerbeine. Bezahlt wird dieses Salär letztendlich von den Fans - die muss Sky nun zusammen mit den Clubs noch stärker an sich binden.

(Börsen-Zeitung, 18.4.2012)

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