Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Eingreifen ist nötig - Kommentar von Wilfried Goebels

Essen (ots) - Staatliche Prämien an Unternehmen, die Hartz-IV-Empfänger wieder dauerhaft in Arbeit bringen, sind vernünftig. Fragwürdig bleiben öffentliche Eingliederungshilfen, wenn Arbeitslose nur kurzfristig auf Probe beschäftigt werden. Dann scheint der Verdacht nicht abwegig, dass sich die Firma von der Arbeitsagentur eine billige Aushilfe bezahlen lässt. Abzocke oder Perspektive? Skandal oder Segen? Die reine Lehre bleibt auf der Strecke, wenn Jobcenter mehrwöchige Praktika im Betrieb finanzieren. Alles legal - nur nicht immer vernünftig. Wenn Arbeitslose in unbezahlte Probearbeitsverhältnisse vermittelt werden, muss zumindest die Aussicht auf einen dauerhaften Job bestehen. Das ist längst nicht überall der Fall. Arbeitsminister Schneider hat sich mit seinem Frontalangriff auf den Onlinehändler Amazon weit aus dem Fenster gelehnt. Erhärtet sich aber der Vorwurf, dass Arbeitslose von Firmen als unbezahlte Aushilfen missbraucht werden, muss die Arbeitsagentur eingreifen. Eingliederungshilfen dürfen nicht zur Lohnsubvention verkommen. Arbeitslose und Beitragszahler haben ein Recht, dass die Gelder der Jobcenter ihren Zweck erfüllen: Menschen wieder in Arbeit zu bringen.

Kontakt:

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de



Weitere Meldungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: