Migros-Genossenschafts-Bund Direktion Kultur und Soziales

GEOFFREY FARMER
Let's Make the Water Turn Black

GEOFFREY FARMER / Let's Make the Water Turn Black
Geoffrey Farmer, Let's Make the Water Turn Black, 2011. Installationsansicht REDCAT, Los Angeles. Courtesy the artist; Catriona Jeffries, Vancouver; and Casey Kaplan, New York. Foto: Scott Groller.

Zürich (ots) - 23. Mai-18. August 2013, Vernissage: Mittwoch 22. Mai 2013 Production on Display: 7.-21. Mai 2013

Die künstlerische Arbeitsweise von Geoffrey Farmer (*1967, Vancouver, Kanada; lebt und arbeitet in Vancouver) verortet sich im kulturgeschichtlichen Sammeln und Forschen und bedient sich eines vielfältigen Repertoires: vom gefundenen Objekt, der Zeichnung, Fotografie, Video bis zur Skulptur. Nach intensiven Recherchen entstehen Kollektionen, die Aspekte der bildenden Kunst, Literatur, Musik, Politik, Geschichte und Soziologie vereinen. Diese werden vom Künstler in ausladenden, theatral anmutenden Installationen präsentiert. In Anlehnung an eine gleichnamige Komposition Frank Zappas von 1968 präsentiert Farmer mit der speziell für das Migros Museum für Gegenwartskunst produzierten Arbeit Let's Make the Water Turn Black eine improvisierte Chronologie des US-amerikanischen Musikers. Auf einer Bühne fügen sich choreografierte Skulpturen zu einer vielschichtigen atmosphärischen Gesamtkomposition zusammen, die sich im Verlauf eines Tages verändert und entfaltet. Vom 7. bis 21. Mai können die Besucher im Rahmen von Production on Display einen Blick auf die Produktion der Arbeit werfen: Während der Öffnungszeiten ist das Publikum eingeladen, die Probeläufe zu beobachten und dabei mehr über den Inhalt und die technischen Aspekte der entstehenden Installation zu erfahren.

Die erste Schweizer Einzelausstellung des kanadischen Künstlers Geoffrey Farmer zeigt die Skulptur-Performance Let's Make the Water Turn Black, die auf der Lebensgeschichte des US-amerikanischen Musikers und Komponisten Frank Zappa beruht und den Titel seiner gleichnamigen Komposition von 1968 zitiert. Die mechanische Performance - ein Ensemble computergesteuerter Skulpturen, die modular auf einem niedrigen Podest installiert sind - durchläuft ausgewählte Stationen aus Zappas Leben, gekoppelt an die Tageszeiten und die Öffnungszeiten des Museums. Am Ende des Tages ist jeweils Zappas «Lebensende» erreicht: Mit dem Ende der Performance schliesst der Museumstag ab. Die einzelnen kinetischen Objekte der Installation fungieren in der Gesamtkomposition zugleich als Klangmodule - Tonaufnahmen geben Zeiträume und Ereignisse aus Zappas Leben wieder. Farmers Annäherung an Zappas Biografie gestaltet sich in Anlehnung an William S. Burroughs' Cut-up-Methode und Zappas avantgardistische Kompositionsprinzipien, das Mischen und Schichten vielfältiger Klangebenen und kaleidoskophafte Arrangement von Klangspektren, - stets geprägt vom Vergnügen am Bruch. Für die Skulptur bedient sich Farmer der Einflüsse der Musique concrète auf Zappas Schaffen und stellt daraus eine Klangbibliothek zusammen, die chronologisch im Laufe des Tages abgespielt wird. Diese Komposition aus ausgewählten Mitschnitten, Feldaufnahmen sowie Archivmaterial trägt zur Atmosphäre eines quasitheatralischen performativen Moments bei: Eine Assemblage von «objets trouvés» auf einer niedrigen Bühne vollführt, mechanisch angetrieben, eine Choreografie, während sie - einem einzigen Instrumentalkörper gleich - eine stundenlang andauernde zyklische Klanginstallation darstellt. Beunruhigend geisterhaft-automatisch mutet diese skulpturale Performance an, wenn sie den Geist von Frank Zappa beschwört, und doch folgt sie genau Farmers akribisch strukturierter Storyline.

Geoffrey Farmer nahm 2012 an der Documenta 13 teil sowie 2011 an der 12. Istanbul-Biennale. Seine zahlreichen Einzelausstellungen wurden u. a. bei REDCAT, Los Angeles, und Casey Kaplan, New York, (beide 2011) sowie im Witte de With, Rotterdam, und im Musée d'art contemporain de Montréal (beide 2008) gezeigt. Im Rahmen des vom Migros Museum für Gegenwartskunst initiierten Projekts The Garden of Forking Paths wurde 2011 erstmals eine Arbeit von Geoffrey Farmer in der Schweiz gezeigt.

Die Ausstellung wird kuratiert von Heike Munder (Leiterin Migros Museum für Gegenwartskunst).

Die Ausstellung ist eine Koproduktion des Migros Museum für Gegenwartskunst, des Pérez Art Museum Miami sowie von Nottingham Contemporary.

Zur Ausstellung wird im Herbst 2013 bei JRP | Ringier eine monografische Publikation erscheinen.

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