Migros-Genossenschafts-Bund Direktion Kultur und Soziales

SAMMLUNGSPRÄSENTATION
Phyllida Barlow, Jimmie Durham, Daniel Knorr, Mark Leckey
17. November 2012 - 27. Januar 2013
Eröffnung 16. November 2012, 18 Uhr

Zürich (ots) - Nach dem Umbau des Löwenbräukunst-Areals erhält die Sammlung des Migros Museum für Gegenwartskunst erstmals einen permanenten Präsentationsrahmen: Auf einer grosszügigen Fläche ermöglichen wechselnde Ausstellungen immer wieder neue Einblicke in die Sammlung. Die ersten drei Sammlungspräsentationen sind dem zeitgenössischen skulpturalen Schaffen gewidmet. Ausgewählte Arbeiten illustrieren vielfältige und dynamische Entwicklungen und die Entgrenzung dessen, was gemeinhin unter Skulptur verstanden wird. Im ersten Teil sind Werke von Phyllida Barlow, Jimmie Durham, Daniel Knorr und Mark Leckey zu sehen.

Der Themenbereich Skulptur hat in der Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit des Migros Museum für Gegenwartskunst der letzten Jahre eine bedeutende Rolle gespielt. Die dreiteilige Sammlungspräsentation vereint Werke, die Fragen zu den Möglichkeiten des skulpturalen Schaffens aufwerfen. Als Gattung nahm die Skulptur - ob in figürlicher oder abstrakter Ausprägung - in der klassischen Kunstgeschichte bis zur Moderne einen zentralen Stellenwert ein. Seit der Postmoderne hat das Verständnis von Skulptur, so die Kunsttheoretikerin Rosalind Krauss, eine Erweiterung bzw. Entgrenzung erfahren - die Skulptur wurde buchstäblich von ihrem Sockel gestossen. Das skulpturale Schaffen dehnte sich auf verschiedene Medien und Materialien aus und erprobt die Möglichkeiten des Raums.

Die im ersten Teil gezeigten Werke befragen den Wandel, den Status sowie Rezeptionsweisen des Skulpturalen. Sie greifen Objekte des urbanen Raums auf oder befassen sich mit der Rolle und Funktion der Skulptur in der Öffentlichkeit. Im Werk von Phyllida Barlow (*1944, Newcastle upon Tyne) spielen Elemente urbaner Architektur eine zentrale Rolle. Ihre oft raumgreifenden Werke thematisieren politische und psychologische Dimensionen von symbolträchtigen Objekten wie Flaggen oder Beschilderungen. Sie verweist damit auf den skulpturalen Charakter von architektonischen Formen im öffentlichen Raum. Die traditionelle Logik der Skulptur ist eng mit der des Denkmals verbunden; beide Gattungen wurden von der Kunstgeschichtsschreibung immer wieder durch ihr repräsentatives, erinnerungsstiftendes Potenzial definiert. Daniel Knorr (*1968, Bukarest) untersucht diese historisch determinierte Verbindung, indem er in einem performativen Akt Statuen in der Innenstadt von Kopenhagen maskiert und abfotografiert. Die mit einer Balaklava bedeckten Antlitze bilden einen kritischen Kommentar zur Repräsentation und Funktion von Geschichte im öffentlichen Raum. Auch Mark Leckey (*1964, London) befasst sich in seinem Video mit der Skulptur im öffentlichen Raum. Protagonisten des Videos sind Skulpturen, die sich im Stadtraum von London befinden. Sie werden dem Betrachter als digitale Diaschau mit dröhnender Musik vorgeführt. Die zum grössten Teil unbekannten und auch unbeachteten Skulpturen - vermischt mit Werken bekannter Künstler wie Henry Moore - werden auf diese Weise in Erinnerung gerufen und neu inszeniert. Jimmie Durhams (*1940, Washington, Arkansas) Reflexion von politischen und gesellschaftlichen Themen materialisiert sich meist in skulpturalen Kompositionen von «objets trouvés». Durhams Skulptur Alpine Substance on Wolfsburg Construction besteht aus einem knallroten VW-Käfer und einem schweren Findling: Es scheint, als wäre das Auto mitten in der Fahrt von einem Steinschlag oder Meteoriten getroffen worden. Wie bei einer Vielzahl seiner Werke birgt das statische Objekt Spuren einer performativen Handlung - so wurde der Stein unter der Regie des Künstlers mit intendierter Gewalt auf das Dach des Autos fallen gelassen. Durham untersucht Fragen der Ökologie und Technologisierung auf subtile und oftmals ironisch-humorvolle Weise.

Kuratorin: Judith Welter Sammlungskonservatorin, Migros Museum für Gegenwartskunst

Medienkonferenz: 16. November 2012, 10 Uhr

Kontakt:

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an
René Müller, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
rene.mueller@mgb.ch, T +41 44 277 27 27



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