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Media Service: Axpo: Abschreiber auf Pumpspeicher sind längst Realität

Zürich (ots) - Jüngst warnte Axpo-Präsident Robert Lombardini, dass der Stromkonzern das milliardenteure Pumpspeicherwerk Linth-Limmern im heutigen Umfeld wohl kaum bauen würde. «Denn die Chancen für eine Rentabilisierung sind momentan alles andere als fantastisch.» Nun zeigen Recherchen der "Handelszeitung", dass das Pumpspeicherwerk in den Glarner Alpen für Axpo schon seit Jahren eine Milliardenhypothek ist.

Faktisch unbemerkt von der Öffentlichkeit musste Axpo nämlich schon im Geschäftsjahr 2008/2009 eine Rückstellung von 420 Millionen Franken auf Linth-Limmern buchen. Es liege ein «belastender Konzessionsvertrag» vor. «Die Rückstellung deckt erkennbare Verluste aus dieser Energiebeschaffung», hiess es damals im Geschäftsbericht. Seither hat sich die Preisdifferenz zwischen Band- und Spitzenenergie weiter verringert, sodass die prognostizierte Rentabilität für Linth-Limmern gegenüber 2008/2009 noch schlechter ausfällt.

Entsprechend musste Axpo bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr beim Glarner Pumpspeicher die Reissleine ziehen und wohl Hunderte Millionen abschreiben, wie sich nun zeigt. So gab der Kantonskonzern im Winter eine Wertberichtigung von 760 Millionen Franken bekannt, ohne nähere Details auf Kraftwerksstufe zu nennen. Nun allerdings räumt ein Axpo-Sprecher ein, dass auch auf dem im Bau befindlichen Grossspeicher wohl Dutzende Millionen abgeschrieben werden mussten: «Die grossen Posten gehen dabei vor allem auf das Pumpspeicherwerk Linth-Limmern und vier weitere Anlagen und Beteiligungen.» Die Warnung des Axpo-Präsidenten für das Grossprojekt Linth-Limmern ist längst bittere Realität.

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