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Media Service: Guetzli-Produzent Hug: «Konsumentenschützer haben direkten Draht in den Bundesrat»

Zürich (ots) - Die Föderation der Schweizer Nahrungsmittelindustrie (Fial) kämpft mit allen Mitteln gegen die Swissness-Vorlage. «Kein anderes Land hat derart strikte Vorgaben, wie sie in der Schweiz gefordert werden», sagt Werner Hug, Fial-Vizepräsident und Verwaltungsratspräsident der Backwaren-Gruppe Hug, Malters LU, gegenüber der «Handelszeitung». Das Markenschutzgesetz, das Ende September im Ständerat behandelt wird, sieht vor, dass 80 Prozent der Rohstoffe für ein Produkt mit der Deklaration «Swiss made» aus der Schweiz stammen müssen. Wenn der Ständerat für die Hardcore-Variante des Bundesrates sei, müsse die Schweizer Nahrungsmittelindustrie noch mehr Gegendruck erzeugen. «Am liebsten hätten wir gar kein solches Gesetz als eines, das uns nur Knüppel zwischen die Beine wirft und den Export zusätzlich erschwert, weil uns das Gütesiegel grösstenteils verunmöglicht wird», begründet Hug.

Doch die Befürworter der Vorlage seien harte Gegner. «Vor allem die Konsumentenschützer setzen sich nur für die Lösung mit 80 Prozent ein. Sie haben einen direkten Draht zu ihrer ehemaligen militanten Geschäftsführerin, die nun im Bundesrat sitzt. Als Simonetta Sommaruga gewählt wurde, wusste ich, dass es schwierig und eng wird. Ihre Haltung ist extrem», so Hug weiter.

Würde die Vorlage angenommen, seien vor allem die Bauern die Verlierer, sagt Hug voraus. «Die Schweizer Bauern werden die Verlierer sein, weil alle Nahrungsmittelhersteller, deren Produkte nicht mehr schweizerisch sein müssen, ihre Rohstoffe im Ausland besorgen können.» Den Schweizer Bauern steht Hug kritisch gegenüber: «Ich sorge mich, dass wir wegen dieser bäuerlichen Kleinststrukturen in der Produktion immer teurer werden. Gleichzeitig werden wir gezwungen, immer mehr Rohstoffe in der Schweiz zu beziehen.»

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