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Media Service: Immer mehr Streitfälle mit Krankenkassen

    Zürich (ots) - Eine Million Versicherte haben auf dieses Jahr hin ihre Krankenkasse gewechselt. Zufriedener sind die Kunden aber nicht geworden, im Gegenteil: Sie streiten sich mit ihren Versicherern so oft wie nie zuvor. 2010 musste Krankenkassen-Ombudsmann Rudolf Luginbühl weit über 6000 Mal vermitteln. Dies berichtet die "Handelszeitung". 2009 waren es noch rund 5500 Konfliktfälle.

    Schuld am Anstieg sind die Sparmassnahmen der Krankenkassen. «Der Kostendruck im Gesundheitswesen und der immer schärfere Wettbewerb unter den Versicherten setzen den Krankenkassen zu», sagt Luginbühl. Die Firmen müssen sparen und so sind einzelne Anbieter wegen vieler Kassenwechsel oder Rechnungseingänge schneller administrativ überlastet.  Immer öfter weigern sich die Kassen auch, Leistungen zu bezahlen. «Viele unserer Anrufer beklagen sich, dass ihr Versicherer für Behandlungen, die früher problemlos abgegolten wurden, heute keine Kostengutsprache mehr erteilt», sagt Regina Jäggi, Sozialversicherungsexpertin im Beratungszentrum des «Beobachter». Auch bei ihr melden sich tendenziell immer mehr verärgerte Krankenkassen-Kunden.

    Zu schaffen machen dem Ombudsmann auch die Makler, die im Auftrag der Kassen mit teils fragwürdigen Methoden um Kunden buhlen: «Da gaukeln Vermittler überforderten Versicherten vor, ein unverbindliches Formular für eine Offerte zu unterschreiben. In Tat und Wahrheit ist es ein bindender Versicherungsantrag», kritisiert Luginbühl. Neu gehen die Verkäufer auch immer früher auf Kundenfang und sind bereits wieder aktiv. «Dabei weiss keiner, wie hoch die Prämien nächstes Jahr sein werden», so Luginbühl gegenüber der "Handelszeitung". Im Herbst droht den Kunden dann die böse Überraschung. Am Ende landen sie beim Ombudsmann. Um den Ansturm zu bewältigen, hat dieser einen weiteren Spezialisten eingestellt. Hilfesuchende müssen vorerst aber dennoch gedulden.

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