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Degarelix, ein neuer GnRH-Blocker von Ferring, zeigt schnelle Wirkung und anhaltende Aktivität in einer klinischen Phase-II-Studie bei Männern mit Prostatakarzinom

    27. KONGRESS DER SOCIÉTÉ INTERNATIONALE D'UROLOGIE AUF HAWAII, October 5 (ots/PRNewswire) -

    - Behandlung mit Degarelix, einem neuartigen Gonadotropin-Releasing-Hormon- (GnRH)-Blocker, hat signifikante Verringerungen der Testosteron- und Prostata-spezifischen Antigenwerte (PSA-Werte)

    Heute wurden die ersten Ergebnisse der Studie zu Degarelix an Patienten vorgestellt. Die neuen Resultate einer multizentrischen Phase-II-Studie bei 129 Männern, die in Grossbritannien durchgeführt wurde, bestätigen die in früheren Untersuchungen zu Degarelix festgestellten positiven Ergebnisse und bringen sie damit Phase-III-Studien ein Stück näher, wie an der Studie beteiligte Ärzte versichern. (1)

    "Degarelix ist eines der ersten Medikamente einer aufkommenden, neuen Klasse von Prostatakarzinomtherapien, einem Gebiet, auf dem neue Möglichkeiten zur Behandlung von Tumoren, die auf Hormonmanipulationstherapie ansprechen, dringend nötig sind," kommentierte Philip Weston, MCh FRCS (Urol), beratender Urologiechirurg am Pinderfields Hospital in Wakefield, GB. "Degarelix stellt potenziell eine Alternative für diese Patienten dar, da es sowohl die mit klassischer Agonistentherapie verbundenen Nachteile, wie das starke Akutwerden der Erkrankung und der durch die starke Testosteronzunahme zu Beginn verursachten Symptome, als auch die Permanenz von Operationsoptionen vermeiden kann."

    "Prostatakrebs ist die zweithäufigste Ursache für Todesfälle durch Krebs bei Männern. Es gibt allerdings erheblich voneinander abweichende Ansichten darüber, wann und wie dieses Karzinom am Besten zu behandeln ist.

    Deshalb besteht ständig ein Bedürfnis für bessere Behandlungsmöglichkeiten," erklärte Dr. Bo-Eric Persson, Direktor für Medizin, Bereich Urologie/Onkologie bei Ferring Pharmaceuticals, dem Hersteller des neuen Mittels. "Wir glauben, dass Degarelix das Potenzial hat, um einige dieser bisher nicht erfüllten Bedürfnisse bei der Prostatakarzinombehandlung zu erfüllen."

    Funktionsweise von Degarelix

    "Die meisten neu diagnostizierten Tumore benötigen für ihr weiteres Wachstum Testosteron und gehen mit erhöhten PSA-Werten einher. Das schnelle und direkte Blockieren der normalen Testosteronproduktion im Körper mit Hilfe von Degarelix kann sich für die Patienten als wertvoll erweisen," führte Dr. Persson weiter aus.

    Zu den gegenwärtig verwendeten Hormonbehandlungen gegen Prostatakarzinome gehören GnRH-Agonisten. Anders als bei Degarelix stimulieren diese Therapien den Rezeptor des natürlichen Hormons in der Hypophyse. Diese Wirkstoffe haben auch eine gewünschte klinische Wirkung, stimulieren jedoch die Testosteronproduktion vor deren Blockierung. Diese initiale Stimulierung der Rezeptoren stimuliert hormonabhängiges Tumorwachstum statt es zu hemmen und kann zu einer Verschlimmerung der Krebssymptome oder einem Aufflackern führen.

    Degarelix soll sich an die GnRH-Rezeptoren zu binden und diese blockieren. Dadurch erfolgt eine schnelle Unterbindung der Testosteronproduktion, und das Risiko für Akutwerden wird vermieden.

    Neue Ergebnisse der Degarelix-Studie

    Die Wirksamkeit von Degarelix für die Testosteronsuppression und für die Senkung der PSA-Werte wurde in der erwähnten randomisierten Phase-II-Studie in 13 Einrichtungen in ganz Grossbritannien untersucht. In der Studie wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von drei verschiedenen Dosier-Regimes an Degarelix bei 129 männlichen Patienten mit Prostatakarzinom im Früh- und Spätstadium verglichen, die einen initialen mittleren PSA-Wert von 61 ng/ml hatten und als Kandidaten für Androgenentzugstherapie empfohlen wurden.

    Für alle drei Dosierungen von Degarelix wurde eine schnell hemmende Wirkung auf Testosteron und PSA-Werte in dosierungsabhängiger Art festgestellt.

    Bei der höchsten Dosierung stellte sich bei 97,5 Prozent der Patienten (n = 32) eine Testosteronsenkung auf Zielwerte von weniger als 0,5 ng/ml innerhalb von drei Behandlungstagen ein. Alle Patienten dieser Gruppe erreichten die Zielsuppressionswerte innerhalb der ersten 28 Tage, welche bei 87,5 Prozent der behandelten Patienten bis zum Ende der sechs Monate umfassenden Studiendauer anhielten. Fünf Wochen nach Therapiebeginn betrug die mittlere PSA-Reduktion bei den behandelten Patienten 90 Prozent im Vergleich zur Baseline.

    Es kam zu keinen schweren Nebenwirkungen während der Behandlung, aber zogen sich 6 (4,7 Prozent) der 129 Patienten von der Studie zurück. Die am häufigsten genannten Nebenwirkungen bei der Therapie waren auf die beabsichtigte Wirkung des Medikaments zur Testosteronsekretion zurückzuführen.

    "Degarelix könnte einige Hauptprobleme im Zusammenhang mit den gegenwärtig erhältlichen GnRH-Agonisten und -Antagonisten lösen," so Dr. Weston. "Bei unserer Studie senkte die Injektion von Degarelix schnell den Testosteronspiegel ohne das hormonale Aufflackern, das bei Therapie mit GnRH-Agonisten auftritt, und hielt die Zielwerte konstant, wodurch die PSA-Werte schnell gesenkt wurden."

    Zusammenfassend kommen die Forscher zu folgendem Schluss: "Ergebnisse aus zusätzlichen, fortgesetzten Studien mit verschiedenen Dosierungen sind erforderlich, um das optimale Behandlungsregime zu definieren. Diese Ergebnisse sind allerdings sehr ermutigend für eine Empfehlung von Degarelix zu klinischen Studien der Phase III."

    Hinweise für Redakteure:

    Informationen zum Prostatakarzinom

    "Das Prostatakarzinom ist die zweithäufigste Ursache für Todesfälle durch Krebs bei Männern in den Industrienationen und steht für etwa 1 von 6 männlichen Todesfällen im Zusammenhang mit Krebs. Gegenwärtig wird es nur noch von Lungenkrebs übertroffen. Durch die vergreisende Bevölkerung wird allerdings bald erwartet, dass es den Lungenkrebs als häufigste Todesursache im Zusammenhang mit Krebs in den kommenden zehn Jahren überholen wird.

    Der American Cancer Society zufolge wird im Jahr 2004 bei 230.000 Männern in den USA ein Prostatakarzinom diagnostiziert werden.

    Derzeitige Behandlungsoptionen für das Prostatakarzinom

    Zu den derzeitigen Therapieoptionen gehören Operation, Strahlentherapie, Hormonmanipulationstherapie oder eine Kombinationstherapie dieser Optionen. Die Wahl der Behandlungsmethode richtet sich nach dem Patientenalter und anderen vorhandenen Gesundheitsproblemen. Es gibt jedoch keine allgemein anerkannte Behandlungsrichtlinie, und die Behandlungsmuster der einzelnen Länder sind unterschiedlich. Bei Prostatakarzinom stehen mehrere verschiedene Hormontherapien zur Verfügung, darunter bilaterale Orchidektomie (operative Hodenentfernung), GnRH-Analoga (Gonadotropin-Releasing-Hormon-Analoga) und Anti-Androgene.

    GnRH-Agonisten im Vergleich zu Blockern

    Natürlich auftretendes GnRH bindet an den GnRH-Rezeptoren an Zellen in der Hypophyse und löst so die Produktion von Luteinisierungshormonen (LH) aus, was wiederum die Testosteronproduktion stimuliert. Sowohl GnRH-Agonisten als auch Blocker binden an demselben Rezeptorziel.

    Agonisten stimulieren zu Beginn die Freisetzung von LH und dadurch auch die Testosteronproduktion. Blocker, wie Degarelix, unterbinden jedoch unmittelbar die Freisetzung von LH, was bedeutet, dass es zu Behandlungsbeginn zu keiner starken Erhöhung des Testosteronsspiegels kommt, die zu den typischen Aufflackerreaktionen bei den Symptomen und beim Tumorwachstum führt. Bei Verwendung von Blockern erübrigt sich die Verabreichung eines zweiten Hormonwirkstoffs, der Anti-Androgen genannt wird, und normalerweise gegen die Aufflackerreaktionen eingesetzt wird, die sich bei Verwendung von GnRH-Agonisten einstellen.

    Degarelix

    Degarelix ist ein synthetischer Peptid-GnRH-Blocker, der auf das körpereigene Gonadotropin-Releasing-Hormon eingestellt ist.

    Über Ferring

    Ferring ist ein forschungsorientierter Spezial-Biopharmakonzern mit weltweiter Marktaktivität. Das Unternehmen identifiziert, entwickelt und vermarktet innovative Produkte in den Bereichen Endokrinologie, Gastroenterologie, Gynäkologie, Unfruchtbarkeit und Urologie.

    In den letzten Jahren hat Ferring über seinen traditionellen europäischen Standort hinaus expandiert und verfügt heute über Betriebsniederlassungen in über 40 Ländern.

    Für weitere Informationen über Ferring oder unsere Produkte besuchen Sie bitte unsere Website unter www.Ferring.com.

    Literaturverzeichnis

    1) Weston PMT, Hammonds J, Vaughton et al. degarelix; a novel GnRH antagonist tested in a multicenter, randomised dose-finding study in prostate cancer patients. 27. Kongress der Société Internationale d'Urologie, Hawaii, USA vom 3. - 7. Oktober 2004. Podiumspräsentation, 5. Oktober.

ots Originaltext: Ferring Pharmaceuticals A/S
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