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bonus.ch: Die Schweizer haben genug von ihrem Gesundheitssystem, wollen aber nichts daran ändern

Lausanne (ots) - Die Schweizer sind stolz auf ihre medizinischen Leistungen, aber sie sind der Meinung, dass dessen Qualität weder die exorbitanten Kosten noch die sehr hohen Krankenkassenprämien rechtfertigt. Doch sie sind auch nicht bereit, einen Kompromiss einzugehen, um diese Kosten zu senken. Allenfalls wären sie für ein Agieren gegen die hohen Verwaltungskosten der Krankenversicherer.

Die Schweizer sind mit den Behandlungen, die sie in den Ärztepraxen, Kliniken und Spitälern erfahren, sehr zufrieden, die Westschweizer in einem noch höheren Masse als die Deutschschweizer. Dies geht aus einer vom Vergleichsportal bonus.ch bei über 4'300 Personen durchgeführten Umfrage hervor.

Wie erwartet finden 98% der befragten Personen die Prämien der Krankenversicherungen hoch oder sogar sehr hoch, und das gilt auch für die Kosten, die zu Lasten der Versicherungsnehmer gehen. Das Preis/Leistungsverhältnis der Krankenversicherungen wird von 61% der Schweizer als mittelmässig oder sogar als schlecht eingestuft. Sie sind einhellig der Meinung, das die vom Schweizer Gesundheitssystem generierten Kosten hoch oder sehr hoch sind. Und für über die Hälfte der Befragten sind die Kosten nicht durch die Behandlungsqualität gerechtfertigt - ein offensichtlicher Widerspruch zu der sehr positiven Beurteilung der von den Schweizer Spitälern und Ärzten durchgeführten Behandlungen. Anscheinend genügt diese Qualität in den Augen der Hälfte aller Schweizer nicht, die entstandenen Kosten zu rechtfertigen.

Angesichts dieser allgemeinen Unzufriedenheit stellt sich die Frage, welche Beschränkungen die Versicherungsnehmer in Kauf nehmen würden, um ihre Prämien zu senken. Unter den bei der Umfrage vorgeschlagenen möglichen Massnahmen scheint nur der obligatorische Besuch beim Hausarzt vor jedem weiterem Arztbesuch eine mehrheitliche Akzeptanz bei den Versicherten zu finden. Die Verpflichtung, nur generische Medikamente in Anspruch zu nehmen, wird von der Hälfte der Befragten abgelehnt, in Basel-Stadt sogar von über zwei Dritteln. Über zwei Drittel der Befragten sprechen sich gegen die obligatorische Beratung durch eine medizinische Telefonzentrale aus. Die Westschweizer lehnen zu fast 90% eine eventuelle Aufhebung des Kontrahierungszwangs ab, während die Deutschschweizer zu 30% bereit wären, eine solche Massnahme zu akzeptieren. Eine hohe Franchise sowie Massnahmen zur Rationierung der medizinischen Leistungen mittels einer erzwungenen Wartezeit, entweder bevor man einen Arzt aufsuchen kann oder vor einer geplanten Operation, werden en bloc abgelehnt, und das von 93% der befragten Personen.

Offensichtlich sind die Schweizer also nicht zufrieden mit den Kosten ihres Gesundheitssystems und den Kosten, die sie für ihre Gesundheit ausgeben müssen. Dennoch sind sie nicht bereit, einen Kompromiss einzugehen, um diese Kosten zu senken.

Was kann man angesichts dieser Besorgnis erregenden Situation tun, um die Kosten der ständig steigenden Krankenkassenprämien einzudämmen? Und ist dies vor allem überhaupt möglich? Die Schweizer sind anscheinend der Meinung, dass dies möglich wäre, denn nur 4% (aber bis zu 8% in Basel-Stadt und Zürich, und 9% in Baselland) akzeptieren diese Prämienerhöhungen als unabwendbar.

Welche Lösung präkonisieren die Befragten also? Für 43% besteht die Lösung vor allem in der Einführung einer staatlich geleiteten Einheitskrankenkasse. Und für 19% wäre die Reduzierung der Verwaltungskosten der Krankenkassen die Lösung des Problems. Doch diese Kosten machen weniger als 6% des Volumens der Krankenkassenprämien* aus, der Rest dient zur Finanzierung der ärztlichen Behandlungen. Im Höchstfall könnten diese 6% eingespart werden. Selbst wenn die Einheitskrankenkasse alle Verwaltungskosten auf wundersame Weise verschwinden lassen könnte, könnte das nur zu einer Prämienreduzierung von höchstens 6% führen.

Eine weitere mögliche Priorität - ein stärkeres Engagement der politischen Instanzen - wird nur von 15% der Befragten angegeben, und dieser Prozentsatz liegt bei den Deutschschweizern noch tiefer. Eine Reduzierung der vom Schweizer Spital- und Ärztesystem generierten Kosten, die volumenmässig über 94% der Krankenversicherungsprämien ausmachen, wird von weniger als 10% der französisch- und italienischsprachigen Versicherten angegeben, und von 16% der deutschsprachigen. Die Herabsetzung der Anzahl der von der Krankenkasse erstatteten Leistungen wird en bloc verworfen.

Man kann also feststellen, dass eine Mehrheit (62%) der befragten Personen überzeugt davon ist, dass die Erhöhung der Krankenversicherungsprämien gebremst werden kann, indem man auf das Funktionieren der Krankenversicherung Einfluss nimmt. Doch das Sparpotenzial dieser Lösung beträgt nur weniger als 6%. Dieses Missverständnis muss so schnell wie möglich ausgeräumt werden. Zwar ist die Kontrolle der Verwaltungskosten nach wie vor wichtig, doch liegt das echte Sparpotenzial bei den ärztlichen Behandlungen, die über 94% des Volumens der Krankenversicherungsprämien darstellen.

Ergebnisse der Umfrage, Daten pro Kanton, detaillierte Analyse: http://www.bonus.ch/RDP-20121024_DE.pdf

* bonus.ch Pressemitteilung über die Verwaltungskosten der Krankenversicherer, detaillierte Analyse (16. Oktober 2012): http://www.bonus.ch/zrRU4CW.aspx

Rubrik Krankenversicherung auf bonus.ch und Prämien 2013: http://www.bonus.ch/zrPG592.aspx

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Patrick Ducret
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