European Federation of Internal Medicine (EFIM)

Die VITAE-Studie zeigte, dass jährlich über 500.000 Menschen in der EU an tödlichen Blutgerinnseln aufgrund von Venenthrombosen sterben

    Paris (ots/PRNewswire) -

    - Vorbeugungsmassnahmen müssen nun ergriffen werden, da die meisten Todesfälle aufgrund von Blutgerinnseln verhindert werden könnten

    Die Ergebnisse der VITAE-Studie (VTE Impact Assessment Group in Europe) wurden am 5. Jahreskongress der European Federation of Internal Medicine (EFIM) am 3. September bekannt gegeben. Sie zeigen, dass in den EU-Ländern jährlich über 1,5 Millionen Fälle von venöser Thromboembolie (VTE) mit z. T. tödlichem Ausgang gemeldet werden. Darin eingeschlossen sind Fälle von Lungenembolie (PE) und tiefer Venenthrombose (DVT). Diese Gesamtsumme setzt sich zusammen aus 543.500 Todesfällen, 435.000 Lungenembolien und 684.000 gemeldeten Fällen von symptomatischer DVT.

    Dr. Alexander Cohen vom King's College Hospital und der Guy's, King's and St. Thomas School of Medicine in London, Grossbritannien, kommentierte: "Die VITAE-Studie zeigte, dass jedes Jahr mehr Europäer an VTE sterben als zusammengezählt an Brustkrebs, Prostatakrebs, HIV/AIDS und Verkehrsunfällen."

    Die VITAE-Studie ist der erste gross angelegte Versuch, das tatsächliche Ausmass von VTE in der gesamten EU zu bestimmen. Da VTE in den meisten Fällen übersehen wird und nur schwer zu diagnostizieren ist, standen bisher keine genauen Schätzungen zur Verfügung. Die meisten Lungenembolien mit tödlichem Ausgang bleiben ebenfalls unerkannt, da nur sehr selten Autopsien durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass die Bedeutung von VTE als eine häufige Todesursache unterschätzt wird. Die VITAE-Forscher, ein Gremium bestehend aus europäischen und nordamerikanischen Thrombose-Experten, haben das beste Beweismaterial aus klinischen und epidemiologischen Studien sowie Autopsien in einem Modell kombiniert, um dadurch die jährliche Häufigkeit von VTE-Fällen in den 25 EU-Ländern zu schätzen.

    "Das wirkliche Problem mit VTE ist, dass die Krankheit oft unerkannt verläuft und der erste Ausbruch bereits tödlich verläuft. Dadurch wird der dringende Bedarf an Vorbeugungsmassnahmen weiter unterstrichen", fügte Dr. Cohen an. "Wenn alle Risikopatienten eine wirksame Behandlung zur Vorbeugung erhalten würden, könnten die meisten dieser Fälle verhindert werden. Deshalb müssen wir alle Patienten regelmässig daraufhin untersuchen und, falls nötig, Prophylaxen einsetzen."

    Näheres zu venöser Thromboembolie (VTE)

    Venöse Thromboembolie (VTE) bezieht sich auf zwei ernsthafte Krankheiten: tiefe Venenthrombose (DVT) und Lungenembolie (PE).

    DVT entsteht aus der Bildung von Blutgerinnseln in einer tiefen Vene, normalerweise im Oberschenkel oder der Wade. Man spricht dann von DVT, wenn das Gerinnsel ganz oder teilweise den Blutstrom in der Vene verhindert.

    PE ist eine potenziell lebensgefährliche Komplikation, die entsteht, wenn ein fester Teil eines Blutgerinnsels vom Blutstrom in die Lunge getragen wird.

    Bestimmte Menschen unterliegen einem erhöhten Risiko für die Entstehung von VTE, die Krankheit kann aber praktisch alle betreffen. Einige der Situationen, die zu einem erhöhten Risiko führen können, sind: chirurgische Eingriffe, wie z. B. Hüft- und Knieimplantate, sowie akute medizinische Situationen (Schlaganfälle, Herzversagen, Versagen der Atemwege oder Infektionen), speziell dann, wenn die Mobilität des Patienten reduziert ist oder der Patient Risiken unterliegt, wie z. B. fortgeschrittenes Alter, Fettleibigkeit, Krampfadern, frühere Fälle von VTE oder Krebs).

    Als vorbeugende Massnahmen gelten für DVT u.a.: früh einsetzende Mobilität, sequenzielle Kompression, Antithrombosestrümpfe zur Vorbeugung von Blutgerinnseln sowie Antikoagulanzien und/oder Blut verdünnende Medikamente.

    Näheres zur Thrombose-Studie VITAE

    Die Studie benutzte epidemiologische Modelle. Dieses Vorgehen wird zunehmend akzeptiert, falls die Derivation der Krankheitshäufigkeit durch klinische oder epidemiologische Studien unpraktisch erscheint. Die VITAE-Studie ist der erste bedeutsame Versuch, das tatsächliche Ausmass von VTE in der gesamten EU zu bestimmen, sowohl hinsichtlich der Morbidität und Mortalität, als auch den Kosten im Zusammenhang mit dieser Krankheit. Die VITAE-Studie wurde von sanofi-aventis unterstützt.

    Das Expertengremium von VITAE bestand aus 13 führenden Experten aus sechs europäischen Ländern (Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Schweden, Grossbritannien) und den USA. Das Gremium bewertete die Kernmodellstruktur, Methodologien und alle länderspezifischen Daten sowie die massgebenden Annahmen im Modell. Umfassende und systematische Bewertungen von Publikationen wurden vorgenommen, um die besten Daten für das Modell zu erhalten. Nationale Patientendatenbanken, wie z. B. die Hospital Episodes Statistics (HES) aus Grossbritannien und das Programme de medicalisation des systemes d'information (PMSI) aus Frankreich, wurden dazu benutzt, die Anzahl der Risikopatienten zu schätzen.

ots Originaltext: European Federation of Internal Medicine (EFIM)
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Pressekontakt:
Alexander T. Cohen, im Auftrag der VTE Impact Assessment Group in
Europe (VITAE), Guy's, King and St Thomas School of Medicine und
King's College Hospital, London, Grossbritannien. Email:
alexander.cohen@kcl.ac.uk, Tel: +44-207-346-3015



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