Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO

Keine Angst vor Zahnbehandlungen

Bern (ots) - Dank dem Einfühlungsvermögen von Zahnärztinnen und Zahnärzten sowie hoch wirksamer Anästhesiemethoden sind Zahnbehandlungen heute praktisch schmerzfrei. Trotzdem hat fast die Hälfte aller Patienten ein mulmiges Gefühl beim Gang zum Zahnarzt. 9% der Befragten haben sogar grosse Angst vor einer Zahnbehandlung. Was tun?

Zahnarztangst ist eine Realität: Gemäss SSO-Publikumsumfrage 2010 hat fast jeder zehnte Patient grosse Angst vor einer Zahnbehandlung. Häufiger Grund sind schmerzhafte Erfahrungen in der Kindheit oder das Gefühl, dem Behandler hilflos ausgeliefert zu sein. Solche Ängste greifen tief und können gar übertragen werden, beispielsweise von Eltern auf Kinder.

Wichtigste Voraussetzung für die Überwindung dieser Ängste ist das Vertrauensverhältnis zwischen Zahnarzt und Patient. Dass dieses Verhältnis intakt ist, zeigt die SSO-Publikumsumfrage: 96% der Befragten erklärten sich "zufrieden" bis "sehr zufrieden" mit ihrem Zahnarzt, ihrer Zahnärztin. Ist dieses Grundvertrauen vorhanden, lassen sich vorhandene Ängste abbauen. Ängstliche Patientinnen und Patienten sollten das Praxisteam bereits bei der Terminvereinbarung auf die eigene Angst ansprechen. So kann der Zahnarzt genügend Zeit einplanen und die Therapie ihren Bedürfnissen anpassen. Für die Behandlung von Angstpatienten gibt es verschiedene Möglichkeiten:

- Oft hilft eine ausführliche Erklärung der geplanten Behandlung, der Abläufe und der Instrumente: Die Patienten wissen so, was sie erwartet. Gemeinsam vereinbarte Zeichen ermöglichen dem Zahnarzt, die Behandlung zu unterbrechen und dem Patienten wenn nötig eine Verschnaufpause zu geben.

- Für Patienten mit grosser Zahnarztangst gibt es spezifische Verhaltenstherapien: Entspannungstechniken wie autogenes Training oder spezielle Atemtechniken können aufkommende Ängste zurückdrängen.

- Hypnose oder Akupunktur helfen mit, Verspannungen zu lösen.

- Der Zahnarzt kann vor der Behandlung auch ein Beruhigungsmittel verabreichen: Es macht den Patienten leicht schläfrig und nimmt die Angst. Als Alternative kann auch eine leichte Narkose mit Lachgas verwendet werden.

- Letztes Mittel für Angstpatienten ist die Vollnarkose. Diese macht nur in wenigen Fällen Sinn, so bei grösseren Eingriffen an Kindern oder bei Notfällen. Vollnarkosen sind aufwändig und bergen ernst zu nehmende Risiken.

Zahnärztinnen und Zahnärzte SSO lernen bereits in ihrer Ausbildung, mit ängstlichen Patienten umzugehen - und dass es bei der Behandlung von Angstpatienten viel Geduld, Zuwendung und gegenseitiges Vertrauen braucht. Einige SSO-Zahnärzte haben sich auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert. Mit der Zahnarztsuche auf www.sso.ch kann nach speziellen Dienstleistungen wie Behandlung unter Hypnose oder mit Akupunktur gesucht werden.

Bereits heute verfügen Zahnärzte über hoch wirksame Anästhesiemethoden. Die Entwicklung nadelloser Techniken wird die Lokalanästhesie in naher Zukunft weiter verfeinern und praktisch schmerzfreie Behandlungen ermöglichen.

Kontakt:

Felix Adank
Presse- und Informationsdienst SSO
Tel.: +41/31/310'20'80


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