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Strompreise 2015: Höhere Abgaben zeigen deutliche Auswirkung

Aarau (ots) - Für das Jahr 2015 ist gesamtschweizerisch mit leicht steigenden durchschnittlichen Strompreisen zu rechnen. Dies ist das Resultat einer Umfrage des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen VSE bei seinen Mitgliedern. Investitionen in die Stromversorgung und insbesondere höhere Abgaben schlagen zu Buche und machen betriebliche Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen beim Stromeinkauf und bei den Netzen teilweise wieder wett. Mehr als zwei Drittel der Preiserhöhung sind die Folge des deutlichen Anstiegs der vom Bund erhobenen kostendeckenden Einspeisevergütung zur Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien (KEV) von 0,6 auf 1,1 Rappen/kWh per 1. Januar 2015.

Bis 31. August 2014 sind die Verteilnetzbetreiber verpflichtet, ihre Strompreise für das Jahr 2015 zu veröffentlichen. Bei 30 grösseren Mitgliedern, die zusammen 50 Prozent der Schweiz mit Strom versorgen, hat der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen VSE in den letzten Tagen eine Vorab-Erhebung der Strompreise 2015 durchgeführt. Das Ergebnis zeigt kein einheitliches Bild: Während im gesamtschweizerischen Mittel die Preise um 3,7 Prozent steigen, profitieren viele Kundinnen und Kunden sogar von sinkenden Strompreisen.

Den stärksten Einfluss auf die Strompreisentwicklung hat die Erhöhung der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) von 0,6 auf 1,1 Rp/kWh per 1. Januar 2015. Die KEV ist ein Instrument des Bundes zur Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Ohne diese Erhöhung würde der durchschnittliche Strompreis für einen typischen Schweizer Haushalt um lediglich 1,2 Prozent steigen - oder umgerechnet um weniger als einen Franken pro Monat.

Der Strompreis: Ein Preis, drei Komponenten

Der Strompreis setzt sich aus den drei Komponenten Netze, Energie und Abgaben zusammen. Jede dieser Komponenten unterliegt unterschiedlichen Einflüssen.

- Netze: Die Tarife für das Übertragungsnetz werden sich voraussichtlich gegenüber 2015 kaum verändern. Die preisbestimmenden Faktoren entwickeln sich unterschiedlich und neutralisieren sich dadurch weitestgehend. Gerichtsurteile führen einerseits zu einer höheren Bewertung des Übertragungsnetzes und in der Folge zu höheren Kosten bei Swissgrid, andererseits fällt der ebenfalls aufgrund von Bundesgerichtsurteilen nötig gewordene Rückabwicklungszuschlag für Sys-temdienstleistungen an die Kraftwerksbetreiber weg, was sich letztlich wieder neutralisierend auf die Preise für das Übertragungsnetz niederschlägt. Beim Verteilnetz wirkt sich aus, dass einige Verteilnetzbetreiber bei den Strompreisen 2014 darauf verzichtet hatten, die Erhöhung des Kapitalzinssatzes für Stromnetze (WACC) an die Kundinnen und Kunden weiterzugeben.

- Energiepreis: Die Energiepreise hängen von der Beschaffungsstrategie der einzelnen Energieversorgungsunternehmen (EVU) ab. Wegen verschiedener Marktverzerrungen sind die internationalen Strompreise gesunken und liegen unter den Gestehungskosten für inländische Stromproduktion, insbesondere aus Wasserkraft. Bei den meisten Kunden beinhaltet der Strommix einen bedeutenden Anteil an einheimischer, erneuerbarer Wasserkraft. Gesamthaft führt dies im schweizerischen Durchschnitt zu stabilen oder sogar leicht sinkenden Preisen für Energie.

- Abgaben: Der Netzzuschlag für die KEV und die Gewässerschutzmassnahmen erhöht sich von 0,6 Rp./kWh auf 1,1 Rp./kWh. Diese Erhöhung ist im Wesentlichen mit dem Wechsel auf Einmalvergütung für kleine Photovoltaikanlagen anstelle der KEV und der gleichzeitigen Ausdehnung des Anspruchs auf Anlagen mit einer Leistung zwischen 10 und 30 kW begründet.

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