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comparis.ch zu den neuen Auskunftsdiensten - Auskünfte gibt es nur noch vierstellig

Ab 1. Januar 2007 gibt es die Auskunftsnummer 111 nicht mehr. Wer eine Telefonnummer oder eine Adresse sucht, muss eine vierstellige Nummer wählen. Der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch hat die neuen Auskunftsdienste getestet. Angeboten werden bei allen die gleichen Leistungen. Auch die Preise unterscheiden sich wenig. Alles in allem hat nur einer von neun Auskunftsdiensten schlecht abgeschnitten.

    Zürich (ots) - 111, die gute alte Nummer für telefonische Auskünfte ist nur noch bis zum 31. Dezember 2006 in Betrieb. Ab dem neuen Jahr sind alle Auskunftsnummern vierstellig und beginnen mit 18. Das ehemalige "Hundertelfi" von Swisscom wird zum "Achtzehnelfi". Daneben gibt es bereits acht weitere funktionierende Auskunftsnummern. Betrieben werden die Nummern von sechs Anbietern: Neben Swisscom (Nummer 1811 und 1812) sind dies noch relativ unbekannte Firmen wie InfoNXX (1818, 1850, 1899), BNS (1802), 11833 Telecom (1822), Digicall (1819) und Infonova (1889). Weitere Nummern sind vergeben, zum Beispiel an Cablecom und Orange. Ob und wann diese in Betrieb genommen werden, ist offen.

    Der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch hat die Auskunftsdienste getestet. Durchgeführt wurde der Test auf deutsch, französisch und italienisch. Gefragt wurde nach einer neu eingetragenen privaten Telefonnummer, einer Firmenadresse, die sich vor kurzem geändert hat und einer Telefonnummer in Deutschland. Vorgabe des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) ist, dass die Auskunftsdienste Schweizer Adress- und Telefonnummernauskünfte anbieten müssen und zwar in deutsch, französisch und italienisch. Sie dürfen ausserdem internationale Adress- und Telefonnummernauskünfte geben.

    Wie lange geht es, bis die Nummer gefunden wurde? Eine Telefonnummer, die neu im Telefonbuch ist, haben bei der Anfrage auf deutsch alle gefunden, wenn es auch unterschiedlich lange gedauert hat. Am schnellsten zur gesuchten Nummer kam man bei der Nummer 1850: 38 Sekunden. Genau 4 Minuten länger brauchte man bei der Nummer 1819. 1) Hier war die Auskunft mit 3.90 Franken auch am teuersten. Am günstigsten mit 1.00 Franken war die 1812, der automatische Auskunftsdienst der Swisscom. Ralf Beyeler, Telecom-Experte bei comparis.ch beurteilt die Sprachwahl und die Adresssuche bei der automatischen 1812 als "mühsam". Das System erkennt nicht, wenn man französisch oder italienisch spricht.

    Bei der Anfrage in französischer Sprache schnitt die 1819 ebenfalls am schlechtesten ab, die Nummer wurde gar nicht gefunden. Die Auskünfte dauerten zwischen 35 Sekunden und über 3 Minuten. Verrechnet wurden für die Auskünfte zwischen 1.10 und 2.00 Franken.

    Bei den italienischen Anfragen wurde die Nummer in zwei Fällen ab Band auf deutsch gegeben. Bei der 1819 sprach die Auskunftsperson nur französisch. Zwischen 47 Sekunden und über 2 Minuten dauerte es, bis man die gewünschte Nummer hatte. Kosten zwischen 1.80 und 2.80 Franken.

    Adresse nicht gefunden Die neue Adresse einer Firma in Zürich wurde ausser bei der Nummer 1819 bei der deutschen Anfrage überall gefunden. 1819 hat die alte Adresse herausgegeben. Bei der französischen Anfrage gab es keine Adresse von der 1819 und der 1889. Bei beiden Anbietern wurde zudem aufgehängt, als sie realisierten, dass eine italienischsprachige Person am Telefon war.

    Die Telefonnummer aus Deutschland war offensichtlich die schwierigste Aufgabe für die Auskunftsdienste. Keine Angaben gab es bei der Nummer 1889, dort wurde man an die internationale Auskunft der Swisscom verwiesen, die Ende Jahr eingestellt wird. Keine Nummer auch bei der 1899. Bei allen anderen Anbietern erhält man die Nummer innerhalb von einer bis zwei Minuten. Kosten: Zwischen 1.90 und 3.50 Franken.

    Bei der gleichen Anfrage auf französisch und italienisch gab es ebenfalls Probleme. Die Telefonnummer nicht erhalten hat man bei 1802 und 1822 bei der französischen Anfrage. Kein Resultat gab es bei der italienischen Anfrage von der Nummer 1811, 1819 und 1822. Der automatische Service 1812 der Swisscom gibt keine internationalen Auskünfte.

    Passend zur Jahreszeit fragte comparis.ch auch nach der Adresse des Samichlaus - allerdings zählte dies nicht zur Bewertung. Von Adressen und Telefonnummern verschiedener Chlaus-Gesellschaften bis zu "Ich will Sie ja nicht enttäuschen, aber hat Ihnen das Mami nicht gesagt, dass es den Samichlaus nicht gibt", reichten die Antworten.

    Fünf Mal "gut", drei Mal "befriedigend", ein Mal "schlecht" Die Angebote von 1811, 1812, 1818, 1850 und 1899 erhalten eine gute Note. Wobei die internationalen Auskünfte von 1811 zu teuer seien, wie Comparis-Experte Beyeler bemerkt. Die 1802, 1822 und 1889 sind laut Beyeler "befriedigend". Als einzige Anbieterin schlecht abgeschnitten hat die Nummer 1819. Da es oft lange geht, bis man die gewünschte Auskunft erhält, ist die 1819 teuer. Zusatzdienstleistungen wie das Versenden der Informationen per SMS und das direkte Weiterverbinden bieten zudem fast alle Anbieter an.

    Beyelers Fazit: "Alle Anbieter bieten ähnliche Dienstleistungen zu ähnlichen Preisen an. Man kann lediglich von einem Pseudo-Wettbewerb sprechen." Beyeler glaubt, dass die Swisscom mit der Nummer 1811 und InfoNXX mit der Nummer 1818 den Markt unter sich aufteilen werden. Andere Anbieter würden es schwer haben.

Wem das Telefonieren zu mühsam und zu teuer ist, kann im Internet kostenlos Adressen und Telefonnummern nachschlagen. Die Gebühren und die Bewertung der telefonischen Auskunftsdienste findet man unter: www.comparis.ch/telecom/info/glossar.aspx?id=TC_Info_Auskunftsnummern

Weitere Informationen: Ralf Beyeler Bereichsleiter Telecom Telefon: 044 360 52 77 Handy: 079 467 07 81 E-Mail: ralf.beyeler@comparis.ch Internet: www.comparis.ch

1) Alle Preise für die Auskünfte beziehen sich auf Anrufe von einem Festnetzanschluss.



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