ASTAG Schweiz. Nutzfahrzeugverband

Stellungnahme ASTAG: Alpenquerender Schwerverkehr / Dosierungsmassnahmen UVEK

    Bern (ots) - Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG betrachtete es als positiv, dass der Gotthard-Strassentunnel per 22.12.2001 für alle Fahrzeugkategorien wieder offen steht. Die ASTAG trägt alle Massnahmen mit, die die Verkehrssicherheit erhöhen. Zu den Dosierungsmassnahmen nimmt sie folgendermassen Stellung:

    1. Der Gotthard-Strassentunnel muss durch bauliche und verkehrstechnische Massnahmen noch sicherer gemacht werden.

    2. Die alternierende Einbahnregelung für den Schwerverkehr ist nur auf Zusehen hin akzeptabel; das heisst solange, bis die geforderten Sicherheitsmassnahmen installiert sind. Dies muss bis spätestens Frühjahr 2002 geschehen, damit die Lage neu beurteilt werden kann.

    3. Stauräume auf der Autobahn haben ein grosses Gefahrenpotenzial. Sowohl die „Task Force Lastwagentransit" als auch die Steuerungsgruppe Schwerverkehr A2 haben sich aus Gründen der Verkehrssicherheit klar gegen solche Stauräume ausgesprochen. Diese Mahnmalpolitik - Management by Stau - ist nicht akzeptabel. Stauräume auf der Autobahn müssen so rasch als möglich verschwinden. Zudem muss das sogenannte Gartenschlauchprinzip zur Anwendung gelangen, das heisst, die Stauräume müssen täglich entleert werden.

    4. Die künstliche Reduktion der Kapazitäten am Gotthard um 2000 Fahrzeuge pro Tag verlagert den Schwerverkehr insbesondere auf die San Bernardino-Route, die für den Transit nicht geeignet ist und bedeutend mehr Gefahren in sich birgt als der Gotthard-Strassentunnel.

    5. Zur endgültigen Entschärfung im alpenquerenden Verkehr braucht es zwingend die zweite Strassenröhre am Gotthard.

    6. Die jetzige, unhaltbare Situation ist das Resultat nicht durchdachter, zeitlich nicht abgestimmter verkehrspolitischer Entscheide. Die Schweiz wurde für europäische 34- und 40-Tonnenlastzüge geöffnet, bevor die erforderliche Infrastruktur strassen-, bahn- und zollseitig bereitgestellt ist. Die gewünschte Verkehrsverlagerung auf die Schiene ist heute und bis auf weiteres nicht realisierbar. Hier liegt das Kernproblem, an dem auch die nun vorgeschlagenen Massnahmen nichts ändern. Staus und chaotische Verhältnisse sind vorprogrammiert.

ots Originaltext: ASTAG
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