Neue Luzerner Zeitung

Media Service: Schlagzeilen Zentralschweiz am Sonntag vom 19. Juni 2011

Luzern (ots) - Lehre statt Geld für Asylsuchende

Der Zuger CVP-Nationalrat Gerhard Pfister fordert vom Bundesrat eine neue Ausrichtung seiner Migrationspolitik. Statt teurer Rückkehrhilfeprogramme soll die Schweiz ihr Berufsbildungssystem, das Theorie und Praxis miteinander vereint, in jenen Ländern anbieten, aus denen am meisten Asylsuchende in die Schweiz kommen. Gerhard Pfister ist überzeugt: «Wir könnten damit die Zahl von Asylgesuchen senken.» Und damit langfristig auch Geld sparen. Heute gibt der Bund jährlich über 14 Millionen Franken aus, um Asylsuchenden die freiwillige Rückkehr in ihr Heimatland schmackhaft zu machen. Das Schweizer Berufsbildungssystem erweist sich dagegen als Exportschlager. Seit zwei Jahren bilden vier Schweizer Firmen in Indien Lehrlinge aus. Das vom Bund unterstützte Projekt gilt bereits jetzt als Erfolgsgeschichte. Der Vorstoss des Zugers Gerhard Pfister löst denn auch ein entsprechend positives Echo aus. «Migrationspartnerschaften auf Berufsbildung auszudehnen, ist effektiv prüfenswert», sagt beispielsweise Eduard Gnesa. Der ehemalige Direktor des Bundesamtes für Migration ist heute Sonderbotschafter für internationale Migrationszusammenarbeit.

Personalmangel in Spitälern wird prekär

Die Deutschen und Skandinavier bleiben aus, zudem werden in den kommenden Jahren überdurchschnittlich viele Angestellte pensioniert. Das bringt die Spitäler in der Zentralschweiz in Not. Vor allem bei den Fachkräften herrscht Mangel. Die Spitäler gehen nun in die Offensive: Sie setzen an verschiedenen Stellen an. So versucht man unter anderem, Interessierte aus andern Berufen für eine Umschulung zu gewinnen. Diskutiert wird auch darüber, wie man den Arbeitsplatz attraktiver gestalten könnte.

Lohntransparenz: Auch SP lanciert Volksinitiative

National- und Ständeräte sollen künftig ihre Nebeneinkünfte offen legen. Dies fordert SVP-Nationalrat Lukas Reimann und lancierte mitte Juni eine entsprechende Volksinitiative. Nun will auch die SP ein entsprechendes Volksbegehren bringen. Doch im Gegensatz zur SVP weitet die SP den Transparenz begriff weiter aus und nimmt auch Initiativkomitees in die Pflicht. Auch sie sollen Zahlen auf den Tisch legen, wie Recherchen der Zentralschweiz am Sonntag zeigen.

Economiesuisse-Präsident kritisiert National- und Bundesrat

Die Schweiz soll auf eine atomfreie Zukunft hinsteuern - so wollen es Bundesrat und Nationalrat. Ein Entscheid, mit dem sich Gerold Bührer nicht anfreunden kann. Der Präsident des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse bekundet Mühe mit dem Gebahren der Politik. Bührers Vorwurf: Viele Politiker politisierten nicht sachgerecht, sondern hätten nur die Wahlen im Kopf. Eine Kritik, die er auch an den Bundesrat richtet. "Auch beim Bundesrat steckt eine gehörige Portion Wahlkampf hinter seinem Entscheid, anders kann ich es mir nicht vorstellen." Bührer hofft, dass die Entscheide im Ständerat korrigiert werden. Dort will die Wirtschaft nun ihren Einfluss geltend machen. Der nebenbei immer grösser wird: Die Economiesuisse zählt bald über 100 Mitgliedsverbände in ihren Reihen.

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